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Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012 – PDF Auszug „Pandemie durch Virus Modi-SARS“

15 Mrz
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Von CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=86425232

Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012

Auszug aus dem PDF Drucksache 17/12051

Deutscher Bundestag | 17. Wahlperiode | 03. 01. 2013

Im Jahr 2013 wurde im Bundestag eine Risikoanalyse zu einem außergewöhnlichen Seuchengeschehen mit einem neuartigen SARS Virus veröffentlicht. Unter Verwendung vereinfachter Annahmen wurde für dieses Modi-SARS-Virus der hypothetische Verlauf einer Pandemie in Deutschland modelliert, welcher sowohl bundesrelevant als auch plausibel ist.

Aufmerksam gemacht auf diese Information hat mich der Journalist / Fotografi Kai La Quatra (linkedin)

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WARNUNG!

Der Bericht beruht auf vereinfachten Annahmen, spiegelt demnach nicht den derzeitigen Ausbruch wieder. Das Lesen der Analyse darf NICHT 1:1 auf die jetzige Situation übertragen werden, da mit anderen Größen bei der Verteilung von leichten / schweren Verläufen etc gerechnet wurde.

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Link zum Original-Dokument

Im Original geht es auch um Hochwasserrisiken in Mittelgebirgen, daher hab ich nur den Teil über den Modi-Sars Virus als eigenes PDF verfügbar gemacht:

Download modifizierte PDF nur des Teils zum Thema Modi Sars.pdf

Auszug aus der Präambel (Seite 6 der Original Datei):

2.3 Risikoanalyse „Pandemie durch Virus Modi-SARS“

Die Risikoanalyse „Pandemie durch Virus Modi-SARS“ wurde unter fachlicher Federführung des Robert Koch-Instituts und Mitwirkung weiterer Bundesbehörden13 durchgeführt.Auch hier wurde zunächst ein entsprechendes Szenario durch die behördenübergreifende Arbeitsgruppe erarbeitet. Anschließend wurden die anzunehmende Eintrittswahrscheinlichkeit einer solchen Pandemie sowie das bei ihrem Auftreten zu erwartende Schadensausmaß bestimmt. Das Szenario beschreibt ein außergewöhnliches Seuchengeschehen, das auf der Verbreitung eines neuartigen Erregers basiert. Hierfür wurde der zwar hypothetische, jedoch mit realistischen Eigenschaften versehene Erreger „Modi-SARS“ zugrunde gelegt. Die Wahl eines SARS-ähnlichen Virus erfolgte u. a. vor dem Hintergrund, dass die natürliche Variante 2003 sehr unterschiedliche Gesundheitssysteme schnell an ihre Grenzen gebracht hat. Die Vergangenheit hat bereits gezeigt, dass Erreger mit neuartigen Eigenschaften, die ein schwerwiegendes Seuchenereignis auslösen, plötzlich auftreten können (z. B. SARS-Coronavirus (CoV), H5N1-Influenzavirus, Chikungunya-Virus, HIV).14 Unter Verwendung vereinfachter Annahmen wurde für dieses Modi-SARS-Virus der hypothetische Verlauf einer Pandemie in Deutschland modelliert, welcher sowohl bundesrelevant als auch plausibel ist.15Das Szenario beschreibt eine von Asien ausgehende, weltweite Verbreitung eines hypothetischen neuen Virus, welches den Namen Modi-SARS-Virus erhält. Mehrere Personen reisen nach Deutschland ein, bevor den Behörden die erste offizielle Warnung durch die WHO zugeht. Darunter sind zwei Infizierte, die durch eine Kombination aus einer großen Anzahl von Kontaktpersonen und hohen Infektiosität stark zur initialen Verbreitung der Infektion in Deutschland beitragen. Obwohl die laut Infektionsschutzgesetz und Pandemieplänen vorgesehenen Maßnahmen durch die Behörden und das Gesundheitssystem schnell und effektiv umgesetzt werden, kann die rasche Verbreitung des Virus aufgrund des kurzen Intervalls zwischen zwei Infektionen nicht effektiv aufgehalten werden. Zum Höhepunkt der ersten Erkrankungswelle nach ca. 300 Tagen sind ca. 6 Millionen Menschen in Deutschland an Modi-SARS erkrankt. Das Gesundheitssystem wird vor immense Herausforderungen gestellt, die nicht bewältigt werden können. Unter der Annahme, dass der Aufrechterhaltung der Funktion lebenswichtiger Infrastrukturen höchste Priorität eingeräumt wird und Schlüsselpositionen weiterhin besetzt bleiben, können in den anderen Infrastruktursektoren großflächige Versorgungsausfälle vermieden werden. Nachdem die erste Welle abklingt, folgen zwei weitere, schwächere Wellen, bis drei Jahre nach dem Auftreten der ersten Erkrankungen ein Impfstoff verfügbar ist. Das Besondere an diesem Ereignis ist, dass es erstens die gesamte Fläche Deutschlands und alle Bevölkerungsgruppen in gleichem Ausmaß betrifft, und zweitens über einen sehr langen Zeitraum auftritt. Bei einem Auftreten einer derartigen Pandemie wäre über einen Zeitraum von drei Jahren mit drei voneinander getrennten Wellen mit immens hohen Opferzahlen und gravierenden Auswirkungen auf unterschiedliche Schutzgutbereiche zu rechnen. Für dieses Szenario wurden anschließend sowohl die für ein solches Seuchengeschehen anzunehmende Eintritts-wahrscheinlichkeit als auch das bei seinem Auftreten zu erwartende Schadensausmaß gemäß der Methode der Risikoanalyse für den Bevölkerungsschutz auf Bundesebene bestimmt.

 

Allen da draußen alles Gute für die kommenden Wochen!

Lohnt VERO für Fotografen?

3 Mrz

vero profil kilian schönberger fotograf photography

kilianschoenberger – Kilian Schönberger auf VERO

Seit gefühlt  einer Woche (letztes Februarwochenende 2018) ist „VERO – True Social“ gefühlt in aller virtuellen Munde. VERO ist eine App auf der neben Fotos auch Videos und viele andere Inhalte und Empfehlungen geteilt werden können. Eigentlich gibt es VERO schon seit 2015 – auch technisch gesehen, nach drei Jahren wird sie immer noch als „beta“ Version geführt. Aber anscheinend gab es einige Aktivitäten u.A. in den Tattoo- und Cosplayszenen Influencer für die App werben zu lassen was Ende Februar zu einem Hype führte, der die App auf Platz 1 der Smartphone App-Stores führte.  Unterm Strich entspricht VERO also technisch dem Stand von Instagram im Jahr 2015 (grob gesagt) hebt sich aber optisch deutlich davon ab. Hier wird es auch für Fotografen spannend. Ungewöhnlich schnell haben sich viele Leute registriert, die von sich normal behaupten, dass Soziale Netzwerke nicht wichtig sind. Es besteht also ein großer Bedarf, gerade bei denjenigen die den Instagramzug deutlich verschlafen haben. Und tatsächlich scheint VERO freundlicher zu Fotografen zu sein als Instagram.

Viele Formatoptionen für Fotografen

Auf Instagram ist trotz einiger erweiterter Optionen immer noch das Quadrat das Maß aller Dinge. Quadrate sind einfach zu komponieren – aber unterm Strich auch langweilig – Zentralkomposition hier, Symmetrie da. Immer das gleiche, es nutzt sich ab und die Variationsmöglichkeiten sind relativ begrenzt. Aber mit dem Erfolg von Instagram, den kommerziellen Möglichkeiten für Influencer und generell dem Siegeszug der Smartphones hat sich das Quadrat auch zunehmend in der Landschaftsfotografie breit gemacht. Natürlich gab es – insbesondere in der Kunstfotografie oder auch über Groß- und Mittelformat oder Polaroid – immer schon etwas „trägere“ Formate auch in der Landschaftsfotografie. Aber 2:3 oder Panoramaformate schienen deutlich prädestinierter zu sein. VERO ermöglicht es verschiedene Formate in gute Qualität hochzuladen (im Stream selbst werden die Bilder inzwischen ein wenig runtergerechnet). Da VERO auf einer dunklen Oberfläche basiert, „leuchten“ insbesondere dunkle Aufnahmen deutlich besser als auf Instagram. Die geposteten Bildern werden von einem Rahmen umgeben der den Mittelwert aller im Bild enthaltenen Farbwerte darstellt (in Photoshop mit „average blur“ zu vergleichen). Sprich eher kalte Bilder bekommen einen bläulichen Rahmen und warme Fahren führen zu Brauntönen.

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Chronologischer Feed

Eine Besonderheit von VERO ist der chronologische Feed. Sprich in der Reihenfolge, in der Inhalte gepostet werden, tauchen sie auch im Feed auf. Im Gegensatz dazu, verlässt sich Instagram seit geraumer Zeit auf einen Algorithmus, der bestimmte Inhalte die gezeigt werden auswählt. Viele Nutzer fühlen sich durch den Algorithmus auf Instagram (oder Facebook etc.) eingeschränkt, weil dadurch einem vorgeschrieben wird, was man zu sehen bekommt und was nicht. Da der Algorithmus auch ständig angepasst wird, wechseln die Strategien zum Erfolg öfter mal. Beim chronologischen Feed tauchen alle Fotos auf der Leute denen man folgt. Klingt zunächst super, sobald man aber ein bisschen weitergehend vernetzt ist, wirds dann aber auch schnell unübersichtlich und man kommt nicht hinterher mit dem „Nachscrollen“ des Feeds.

Etwas steuern kann man bei VERO was man im Feed so angezeigt bekommt, indem man den Leuten denen man folgt verschiedene „Klassen“ zuordnen kann. Enge Freunde / Freunde / Bekannte / Follower. Prinzipiell ein guter Ansatz wenn man z.B. nur einer kleinen Gruppe von Fotografen wirklich intensiv folgen möchte um nichts zu verpassen.

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Die Bilder bekommen die üblichen Captions (Bildunterschriften), Ortsangaben und Tags – die Suche nach diesen funktioniert bisher leider noch nicht einwandfrei und schränkt die Nutzung der App etwas ein. Es gibt auch Filter, die aber scheinbar nur mit 100% angewendet werden können und Bilder eher entstellen als verschönern (2015 lässt grüßen). Die Follower reagieren mit Kommentaren und „Herzchen“. Auch hier kein großer Unterschied zu anderen sozialen Netzwerken.

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VORTEILE

  • die gute Präsentation von Fotos, insbesondere auch im Landschafts oder Portraitformat scheint zumindest für Fotografen deutlich besser zu sein als Instagram
  • man hat eine bessere Kontrolle wessen Inhalte man zu sehen bekommt, anders rum haben auch die Follower darüber deutlich mehr Kontrolle, so dass am Ende doch wieder nur die besten Werke in den Feeds auftauchen werden
  • die chronologische Ordnung des Feeds eröffnet auch kleinen Account gute Optionen „gesehen“ zu werden
  • vor dem dunklen Design heben sich (gerade dunkle) Bilder besser ab als vor dem hellen Hintergrund bei Instagram
  • Generell ist das Design recht ansprechend, einige Ideen wie das Teilen verschiedener medialer Inhalte, Orte und Empfehlungen deutlich besser eingebunden als bei anderen Netzwerken

Aber wo Licht ist, ist auch Schatten und unterm Strich sind die genannten Pluspunkte keine wirklichen „gamechanger“.

NACHTEILE

  • Die App weist noch ziemlich viele Bugs auf, bzw. ist dem Ansturm der neuen Nutzer nicht gewachsen gewesen, so dass sie oftmals nicht erreicht werden konnte oder die Funktionalität eingeschränkt ist
  • die Innovationen sind marginal, eigentlich ist es eher ein Instagram auf dem Stand von 2015 (ohne Stories etc) das gut aussieht. Es ist fraglich ob die Entwickler den Anschub der letzten Tage mitnehmen können und rechtzeitig technisch aufholen. Etwas merkwürdig wenn die App seit drei Jahren nicht grundlegend weiterentwickelt wurde, viele neue Nutzer sind vermutlich daher auch bereits wieder abgesprungen
  • die an die Farbigkeit der Fotos angepassten Rahmen kann auch etwas ärgerlich sein, ein gleichbleibender dunkler Ton wäre angenehmer
  • zunächst wird man auf VERO nur bekannte Gesichter treffen, sprich man sieht nur Inhalte die man meistens sowieso schon kennt. Das organische Wachstum hält sich noch in Grenzen
  • Hat man Zeit noch ein weiteres soziales Netwerk zu pflegen?
  • Wenn man vielen Accounts folgt, wird der chronologische Feed schnell unübersichtlich, man fühlt sich dazu gezwungen mehrmals am Tag etwas zu posten um immer „oben“ dabei zu sein
  • angeblich ist die Nutzung der App nur für die erste Million Nutzer umsonst (die Million ist bereits erreicht, erklärte vielleicht auch den Run auf die App). Vermutlich werden neue Nutzer irgendwann zur Kasse gebeten – auch wenn der Betrag klein sein sollte, dürfte er dem unbeschränktem Wachstum der App im Weg stehen.
  • die App verlangt die Angabe der Handynummer – letztendlich geht es also einmal mehr um Big Data

 

SCHATTEN ÜBER VERO

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Google Trends für „vero“ und „Ayman Hariri“ – ein Strohfeuer?

Was zu einem sichtbaren Einbruch des Interesses an VERO geführt hat, war aber als Details zu den Hintermännern der App rauskamen. CEO scheint ein gewisser Ayman Hariri zu sein, ein libanesischer Geschäftsmann der dem inzwischen zerschlagenen saud-arabischen Baukonzern „Saudi Oger“ vorstand. Dieser Konzern machte dadurch Schlagzeilen, das philippinische Arbeiter eher wie Sklaven gehalten wurden denn wie Arbeiter, ihren Lohn nicht bekamen und von der saudi-arabischen Regierung mit den nötigsten Lebensmitteln in ihren Arbeitercamps versorgt werden mussten. Hariri selbst stammt aus einer einflussreichen UND reichen Politiker- und Geschäftsfamilie. Auch wenn sich das Vermögen im letzten Jahrzehnt deutlich reduziert hat, liegt es immer noch bei über einer Milliarde Euro. Halbbruder ist der libenesische Ministerpräsident Saad Hariri der zuletzt mit einer omniösen „Entführung“ und Rücktrittsgesuchen aus Saudi-Arabien heraus Schlagzeilen machte. Wenn man sich die Aktivitäten von Ayman Hariri genauer ansieht wirkt Zuckerberg fast wie ein Chorknabe. Natürlich diskutierten die Medien und das Netz generell die Informationen rund um die Leute hinter VERO, was sich auch in den Google Trends widerspiegelte. Der Hype um die App bekam dadurch einen deutlichen Dämpfer, so dass das Wachstum nicht mehr so schnell stattfindet wie noch vor einer Woche. Insbesondere aus Nordamerika scheint es vorbehalte gegen den Geschäftsmann aus dem Nahen Osten zu geben, wobei teilweise die Berichterstattung über das Ziel hinausschießt. Aber das entspricht wohl dem aktuellen Zeitgeschmack.

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass der Hype um die App schon deutlich abgeflacht ist. Einen neuen Aufschwung könnte es geben, wenn traditionelle Medien und Unternehmen noch auf den Zug aufspringen und so neues Leben in die Community bringen. Davor müssten aber noch einige technische Unzulänglichkeiten beseitigt und die Möglichkeiten des organischen Wachstums verbessert werden. Ansonsten droht VERO das gleiche Schicksal wie ELLO oder GOOGLE+. Wer will sollte die App einfach mal ausprobieren, aber sie wird wohl nicht (mehr) das nächste „Big Thing“ werden.

 

 

Neuer Bildband: Waldwelten

1 Mrz

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Im Herbst 2017 erschien nach „Sagenhaftes Deutschland“ und „Sehnsucht Wald“ (zusammen mit Andreas Kieling) bereits mein dritter Bildband: Waldwelten. Mit einem aufgeklappten Format von fast 40x60cm und 320 Seiten ein wahrhaft gewaltiges Werk. Das Konzept hinter dem Buch ist die Schönheit und den Abwechslungsreichtum deutscher Wälder ins richtige Licht zu rücken. Naturwälder, vom Menschen über Jahrhunderte beeinflusste Kulturwälder, der Wald als Ideenort. Verschiedene Themen werden angeschnitten und besondere und sonderbare Waldgebiete besucht. Im letzten Kapitel wird außerdem jeweils ein wirklich einzigartiger Wald in den deutschen Nachbarländern vorgestellt, eine Einladung auch über die nationalen Grenzen hinaus Wunderwälder zu besuchen. Was ich mit den anderen beiden Büchern begonnen hab, gipfelt, oder soll ich eher sagen – wipfelt – in diesem Band. Die Essenz meines fotografischen Schaffens der letzten Jahren, im großen Format kommen die Bilder richtig zur Geltung. Gedruckt im Trentino kann die Aufmachung des Bandes voll überzeugen. Erhältlich ist das Mammutwerk im gut sortierten Buchhandel (empfohlen) in der realen Welt oder anderswo (amazon) für 99 Euro.

ISBN-13: 978-3954162291

Verlag: Frederking & Thaler Verlag GmbH; Auflage: 1 (3. Oktober 2017)

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Warum der Wald der optimale Arbeitsplatz für einen farbenblinden Fotografen ist

Wald ist Vielfalt. Er ist gleichzeitig Lebensraum, Erlebnisraum und Wirtschaftsraum. Über zwei Jahre lang verbrachte ich fast jede freie Minute im Wald, um am Bildband „Waldwelten“ zu arbeiten. Die Vision war ein Bildband, der die geheimnisvolle Ausstrahlung alter Wälder in Fotografien erlebbar macht.
Zum Sujet Wald fand ich während der Arbeit am Buch „Sagenhaftes Deutschland“ (2015). Mir fiel auf, dass zwischen Nordsee und Alpen unheimlich abwechslungsreiche Waldlandschaften zu finden sind und auch die Herausforderung Waldfotografie reizte mich. Denn den Wald so zu fotografieren, wie man ihn in der Realität erlebt ist schwierig.
Meine Farbenfehlsichtigkeit half mir dabei eine eigene Herangehensweise zu finden. Vielerorts erscheint uns Wald als Chaos, in dem es schwer fällt eine kompositorische Ordnung zu finden. Aber genau daher wandelte sich die Rot-Grün-Schwäche von einem Nach- zu einem Vorteil. Die für mich sowieso undifferenzierten Farben blende ich soweit es geht aus und konzentriere mich völlig auf Linien, Muster und Strukturen. In der Fotografie soll der dreidimensionale Raum des Waldes soll auf eine zweidimensionale Ebene reduziert werden. Dieses fotografische Sehen im Wald muss trainiert werden: Der hohe Kontrastumfang und die chaotische Anordnung der Bäume sind Herausforderungen der Waldfotografie. Durch den Fokus auf Strukturen und Muster gelang es mir den Wald auch in Fotografien räumlich erlebbar zu machen.
Ein weiteres wichtiges Stilmittel ist der Nebel. Gerade bei Nebel und Dunst gelingen Bilder, auf denen die verschiedenen Ebenen des Waldes geordnet erscheinen und der Fokus auf bestimmte Bildelemente gelenkt wird.

Wie der Künstler auf der Leinwand die Bildelemente arrangiert, nutze ich den Nebel als Weißraum für meine Kompositionen.

Baum im Winter Schnee

Meine ersten Walderfahrungen sammelte ich bereits in Kindertagen. Direkt hinter dem Haus meiner Eltern in der ostbayerischen Oberpfalz begann mit dem Wald eine Welt der Abenteuer. Das Gartentor war die Pforte zur ersten Freiheit.

Früher war der Wald nur ein Spielplatz – heute ist er mein Arbeitsplatz.

Waldpfad Waldweg Wandern Wald

Ein Arbeitsplatz, der sich über das komplette Land erstreckt. Denn Wald ist nicht gleich Wald. Angefangen von den Buchenwäldern an den Steilküsten der Ostsee bis hin zu den mit dem Wetter ringenden Fichtenwäldern Alpen finden sich sehr unterschiedliche Ansichten. Auf ca. 60.000 Kilometern lernte ich die gesamte Waldvielfalt kennen und unternahm auch Exkursionen in die Nachbarländer. Zweimal erlebte ich den Lauf der Jahreszeiten, oft besuchte ich den gleichen Ort zu verschiedenen Zeipunkten im Jahr um die Veränderungen wahrzunehmen.

Bäume Spiegelung Nass Wald
Dass es bei den Touren in der ersten Morgendämmerung auch die ein oder andere abenteuerliche Situation zu bestehen gab, versteht sich von selbst. Am meisten Respekt hab ich vor Wildschweinen. Bei einer Rotte Schwarzwild mit Nachwuchs ist stets Vorsicht geboten. Andererseits gehören Wildschweine zu den häufigsten Begegnungen im Wald, da die Fluchtdistanz relativ gering ist. In einem Buchenwald mit wenig Unterwuchs riecht, sieht oder hört man Wildschweine meist schon aus größerer Distanz.
Einmal jedoch wurde es doch ein bisschen brenzlig. Der Waldboden war von über 1,50 Meter hohem Farn bedeckt und das irgendwas mit hoher Geschwindigkeit auf mich zukam, merkte ich allein an den rasant wegknickenden Farnwedeln. Eine kleine Klettereinlage auf einen Baum war naheliegend in dieser Situation.
Was mir ebenfalls häufig weiterhalf, um den Tieren die eigene Anwesenheit im Wald zu vermitteln, war das lautstarke Singen des Liedes „Hey Jude“ von den Beatles.

Der Mensch ist eben nur Gast im Wald und das bekommt er bei regelmäßigen Besuchen auch hin und wieder zu spüren.

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Dass nicht immer alle reibungslos abläuft, gehört aber zum Naturfotografenalltag dazu und hinderte mich auch nicht daran, an diesem opulenten Bildband weiterzuarbeiten. Ich fand echte Urwaldreste, Kulturwälder die für Urwälder gehalten werden und die Urwälder von Morgen. Von Schwarzerlen die mehr oder weniger direkt im Wasser stehen bis hin zu auf kargstem Fels wurzelnden Kiefern ist eine Vielzahl von Baumarten vertreten. Die visuelle Essenz von zwei Jahren Walderfahrung mündete im Buch „Waldwelten“: Der Versuch die Magie des Waldes in Fotografien lebending zu machen.

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Bildband „Sagenhaftes Deutschland“ ab Ende Januar wieder im Buchhandel

15 Jan

Nachdem mein Bildband „Sagenhaftes Deutschland“ noch vor Weihnachten vergriffen war, kommt die zweite Auflage des Buches wieder in den Handel.

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Neuer Bildband: Sagenhaftes Deutschland

25 Nov
Sagenhaftes Deutschland Kilian Schönberger

Sagenhaftes Deutschland Kilian Schönberger

Vor wenigen Tagen erschien mein erster eigenständiger Bildband: Sagenhaftes Deutschland – Eine Reise zu mythischen Orten im Verlag Frederking & Thaler.

2014 begab ich mich auf eine 12 Monate dauernde Reise quer durch Deutschland, stets auf der Suche nach Orten, an denen der Geist alter Märchen und Sagen auch heute noch lebendig ist. Von den Berchtesgadener Alpen bis nach Sylt, vom Hohen Venn bis ins Zittauer Gebirge führten mich meine Touren. Dabei legte ich 70.000 Kilometer zurück, erlebte die wunderlichsten Wetterstimmungen und lernte das Land von einer völlig anderen Seite kennen. Nebel und düsteres Zwielicht sollten meine steten Begleiter werden. Neben bekannten Orten wie Watzmann oder die Externsteine erkundete ich auch viele kleine und versteckte Plätze. Wer hat zum Beispiel schon mal was vom Föllbachwasserfall oder der Veste Putzar gehört. So entstand auf 240 Seiten ein ungewöhnlicher Bildband von Deutschland. Burgen, Moore, Steingräber, Heilige Berge und uralte Bäume geben sich ein Stelldichein.

Bezogen werden kann der Bildband über Frederking & Thaler:

Sagenhaftes Deutschland bestellen

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Ein paar mehr Informationen zu meiner Person und zum Bildband bietet der Pressetext:

Kilian Schönberger, 30 Jahre, Fotograf des Bildbands „Sagenhaftes Deutschland“
Der heute in Köln arbeitende Fotograf wurde 1985 geboren und wuchs in Tännesberg in der ostbayerischen Oberpfalz auf. Das Geografiestudium mit den Nebenfächern Soziologie und Städtebau führte Kilian Schönberger nach Bonn. Diese Fächerkombination ging über in den thematischen Schwerpunkt seiner autodidaktischen fotografischen Arbeiten: Das Spannungsfeld zwischen den Natur- und Stadtlandschaften. Gleichzeitig mündete dieser Ansatz im Thema seiner Diplomarbeit über die Funktion von Stadt- und Naturlandschaften in der Werbung.
Angeregt durch die Geografie als Raumwissenschaft strebt Schönberger eine Verknüpfung von Geografie und Fotografie an: Die Wissenschaft vom Raum soll sich mit der den Raum darstellenden Fotografie zu einer Einheit verbinden. Seine Bilder sollen nicht nur reine Naturdokumente sein, sondern gleichzeitig visuell erlebbare Räume. Das Ziel ist, die Augen des Betrachters für die Wahrnehmung des Besonderen sowohl im scheinbar Alltäglichem als auch im Verborgenem zu öffnen.
Die Fokussierung auf die Fotografie erfolgte während des Studiums durch längere Auslandsaufenthalten in Island und Norwegen. Zurück in Deutschland beschäftigte sich Schönberger zunehmend auch mit der Landschaftsfotografie in den Mittelgebirgen. Besonders in seiner alten Heimat, dem Grenzgebiet zwischen Bayern und Tschechien mit den Naturlandschaften Oberpfälzer Wald, Bayerischer Wald und Böhmerwald, fand er zunächst seine Motive.
Bei der Recherche zu diesen Landschaften konnte der Fotograf auf seine Kenntnisse zu den lokalen Märchen und Sagen zurückgreifen. So hat er bereits zur Schulzeiten eine Art Kataster dieser Orte – heute würde man es Geopark nennen – im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend Forscht“ angelegt. Da im 19. Jahrhundert besonders in der Oberpfalz durch den Volkskundler Franz Xaver von Schönwerth alte Überlieferungen schriftlich festgehalten wurden, konnte Schönberger aus einem gut gefüllten Reservoir an Sagenstoffen schöpfen.  
Die Herangehensweise, Sagenorte fotografisch zu erkunden, mündete schließlich in das Buchprojekt „Sagenhaftes Deutschland“ mit dem Münchner Verlag „Frederking & Thaler“. Ein Jahr lang begab sich Kilian Schönberger auf eine Reise quer durch Deutschland. Beinahe 70.000km legte er dafür in den vergangenen Monaten zurück. Die Suche nach den passenden Motiven – Orte die nicht nur im Text sondern auch fotografisch abgebildet sagenhaft wirken – führte ihn in alle Winkel des Landes. Während im Fernsehen und Kino Produktionen wie „Game of Thrones“ und „Der Hobbit“ das Publikum in scheinbar verzauberte Welten entführten, machte sich Schönberger auf derartige Schauplätze in der Realität zu finden.
Die visuelle Inspiration für die Arbeit an diesem Buch zog Kilian Schönberger einerseits aus dem Werk Caspar David Friedrichs und aus den Illustrationen von Märchenbüchern. Gerade aber auch die Bildsprache im Nachbarland Tschechien hat es Schönberger angetan: So das Werk des Fotografen Martin Milfort und des böhmischen Grafikers Josef Váchal. Aber auch die klassischen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Tschechien produzierten Märchenfilme.
Die Fotografien Kilian Schönbergers wurden in Ausstellungen in Deutschland, Tschechien und Frankreich gezeigt. Seine Arbeiten sind in den Bildbänden: „The Great Wide Open – New Landscape and Outdoor Photography“ and „Outsiders: New Outdoor Creativity“ vertreten und . wurden in Medien wie CNN, arte, Stern, La Repubblica, Smithsonian Magazine, Huffington Post, TV5 und dem Bayerischen Rundfunk präsentiert. Daneben arbeitet Schönberger für Unternehmen und Einrichtungen wie den Softwarehersteller Adobe oder die Bayerische Staatskanzlei.

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