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Neuer Bildband: Sagenhaftes Deutschland

25 Nov
Sagenhaftes Deutschland Kilian Schönberger

Sagenhaftes Deutschland Kilian Schönberger

Vor wenigen Tagen erschien mein erster eigenständiger Bildband: Sagenhaftes Deutschland – Eine Reise zu mythischen Orten im Verlag Frederking & Thaler.

2014 begab ich mich auf eine 12 Monate dauernde Reise quer durch Deutschland, stets auf der Suche nach Orten, an denen der Geist alter Märchen und Sagen auch heute noch lebendig ist. Von den Berchtesgadener Alpen bis nach Sylt, vom Hohen Venn bis ins Zittauer Gebirge führten mich meine Touren. Dabei legte ich 70.000 Kilometer zurück, erlebte die wunderlichsten Wetterstimmungen und lernte das Land von einer völlig anderen Seite kennen. Nebel und düsteres Zwielicht sollten meine steten Begleiter werden. Neben bekannten Orten wie Watzmann oder die Externsteine erkundete ich auch viele kleine und versteckte Plätze. Wer hat zum Beispiel schon mal was vom Föllbachwasserfall oder der Veste Putzar gehört. So entstand auf 240 Seiten ein ungewöhnlicher Bildband von Deutschland. Burgen, Moore, Steingräber, Heilige Berge und uralte Bäume geben sich ein Stelldichein.

Bezogen werden kann der Bildband über Frederking & Thaler:

Sagenhaftes Deutschland bestellen

Allee Niederbayern

Ein paar mehr Informationen zu meiner Person und zum Bildband bietet der Pressetext:

Kilian Schönberger, 30 Jahre, Fotograf des Bildbands „Sagenhaftes Deutschland“
Der heute in Köln arbeitende Fotograf wurde 1985 geboren und wuchs in Tännesberg in der ostbayerischen Oberpfalz auf. Das Geografiestudium mit den Nebenfächern Soziologie und Städtebau führte Kilian Schönberger nach Bonn. Diese Fächerkombination ging über in den thematischen Schwerpunkt seiner autodidaktischen fotografischen Arbeiten: Das Spannungsfeld zwischen den Natur- und Stadtlandschaften. Gleichzeitig mündete dieser Ansatz im Thema seiner Diplomarbeit über die Funktion von Stadt- und Naturlandschaften in der Werbung.
Angeregt durch die Geografie als Raumwissenschaft strebt Schönberger eine Verknüpfung von Geografie und Fotografie an: Die Wissenschaft vom Raum soll sich mit der den Raum darstellenden Fotografie zu einer Einheit verbinden. Seine Bilder sollen nicht nur reine Naturdokumente sein, sondern gleichzeitig visuell erlebbare Räume. Das Ziel ist, die Augen des Betrachters für die Wahrnehmung des Besonderen sowohl im scheinbar Alltäglichem als auch im Verborgenem zu öffnen.
Die Fokussierung auf die Fotografie erfolgte während des Studiums durch längere Auslandsaufenthalten in Island und Norwegen. Zurück in Deutschland beschäftigte sich Schönberger zunehmend auch mit der Landschaftsfotografie in den Mittelgebirgen. Besonders in seiner alten Heimat, dem Grenzgebiet zwischen Bayern und Tschechien mit den Naturlandschaften Oberpfälzer Wald, Bayerischer Wald und Böhmerwald, fand er zunächst seine Motive.
Bei der Recherche zu diesen Landschaften konnte der Fotograf auf seine Kenntnisse zu den lokalen Märchen und Sagen zurückgreifen. So hat er bereits zur Schulzeiten eine Art Kataster dieser Orte – heute würde man es Geopark nennen – im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend Forscht“ angelegt. Da im 19. Jahrhundert besonders in der Oberpfalz durch den Volkskundler Franz Xaver von Schönwerth alte Überlieferungen schriftlich festgehalten wurden, konnte Schönberger aus einem gut gefüllten Reservoir an Sagenstoffen schöpfen.  
Die Herangehensweise, Sagenorte fotografisch zu erkunden, mündete schließlich in das Buchprojekt „Sagenhaftes Deutschland“ mit dem Münchner Verlag „Frederking & Thaler“. Ein Jahr lang begab sich Kilian Schönberger auf eine Reise quer durch Deutschland. Beinahe 70.000km legte er dafür in den vergangenen Monaten zurück. Die Suche nach den passenden Motiven – Orte die nicht nur im Text sondern auch fotografisch abgebildet sagenhaft wirken – führte ihn in alle Winkel des Landes. Während im Fernsehen und Kino Produktionen wie „Game of Thrones“ und „Der Hobbit“ das Publikum in scheinbar verzauberte Welten entführten, machte sich Schönberger auf derartige Schauplätze in der Realität zu finden.
Die visuelle Inspiration für die Arbeit an diesem Buch zog Kilian Schönberger einerseits aus dem Werk Caspar David Friedrichs und aus den Illustrationen von Märchenbüchern. Gerade aber auch die Bildsprache im Nachbarland Tschechien hat es Schönberger angetan: So das Werk des Fotografen Martin Milfort und des böhmischen Grafikers Josef Váchal. Aber auch die klassischen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Tschechien produzierten Märchenfilme.
Die Fotografien Kilian Schönbergers wurden in Ausstellungen in Deutschland, Tschechien und Frankreich gezeigt. Seine Arbeiten sind in den Bildbänden: „The Great Wide Open – New Landscape and Outdoor Photography“ and „Outsiders: New Outdoor Creativity“ vertreten und . wurden in Medien wie CNN, arte, Stern, La Repubblica, Smithsonian Magazine, Huffington Post, TV5 und dem Bayerischen Rundfunk präsentiert. Daneben arbeitet Schönberger für Unternehmen und Einrichtungen wie den Softwarehersteller Adobe oder die Bayerische Staatskanzlei.

Mühle Oberpfälzer Wald

Fotografie: Brothers Grimm’s Homeland

1 Apr

Märchenhaftes aus Mitteleuropa

Lange Zeit habe ich auf bildraum keinen neuen Eintrag mehr verfasst. Aber da die letzten Monate natürlich nicht völlig ereignislos vergangen sind, möchte ich heute ein kleines Update über meine fotografischen Aktivitäten bringen. Anfangen möchte ich mit meiner Serie „Brothers Grimm’s Homeland“ die international für einiges Aufsehen gesorgt hat. Die Serie wurde unter anderem von Stern, CNN, DailyMail, La Repubblica, dem französischen TV2 und einer Vielzahl weiterer Medienformate gefeatured. Mit meiner Kamera begab ich mich auf die Suche nach vertraut wirkenden kleinen Sehnsuchtsorten wie sie überall in Mitteleuropa trotz fortschreitender Technisierung noch immer bestehen. Durch das Festhalten dieser Plätze bei neblig-trüben Lichtstimmungen konnte ich die scheinbar alltäglichen Orte in ein andersweltlich erscheindens Licht rücken:

 Mühle Oberpfälzer Wald

 

National Park Sumava Bayerischer Wald Waldsterben

 

Naturwald Ostbayern (1)

 

Naturwald Ostbayern (2)

 

Böhmerwald Sumava

 

Hochmoor

 

Lusen Bayerischer Wald

 

Allee Niederbayern

 

Buchenwald Rheinland

 

Burgruine Flossenbürg

 

Burgruine Oberpfalz

 

Naturwald Ostbayern (3)

 

Waldkapelle Böhmerwald

 

Wasserfall Luxenburg

 

 

Presseberichte:

Bild 128s

Stern

 

Bild 124ss

CNN

 

 

Weitere Neuigkeiten:

Desweiteren darf ich berichten, dass ich Kooperationen mit dem dänischen Modelabel „Selected Homme“ und dem Hersteller von Photoshop und Lightroom „Adobe“ eingegangen bin. Ein Bericht über mich findet sich in der neuen Ausgabe des „Camera Magazins“. Ebenfalls im März 2014 erschienen sind folgende Bücher in denen Teile meiner Arbeit präsentiert werden:

 

Outsiders – The New Outdoor Creativity“ beim gestalten Verlag Berlin

the outsiders gestalten berlin

 

 

Naturfotografie mal anders“ beim Franzis Verlag

Naturfotografie mal anders

 

 

 

 

Mythos Wald

12 Jun

Impressionen aus Oberpfälzer Wald und Rheinland

Der lange Winter ist vorbei und das Blätterdach hat sich so langsam geschlossen. Selbst auf den rauen Höhenzügen des Hinteren Oberpfälzer Waldes haben die Buchen wieder ihr frisch-grünes Blätterkleid angelegt. Im Frühling sind die Morgenstimmungen oftmals anders als im Herbst. Der Herbst ist geprägt durch lange stabile Hochdruckphasen. Solche Inversionslagen führen dazu, dass die Täler bis zu einer höhe von 600-1000m unter einer zähen Nebelschicht versinken – darüber offenbart sich aber eine kristallklare Fernsicht und oft wochenlang schönes Wetter auf den Bergen. Das Wetter im Frühjahr dagegen ist deutlich dynamischer und schwieriger vorherzusagen. Oft fällt dann erst am frühen Morgen die Entscheidung, wo mich die Fototour hinführt. In diesem Falle weitgehend wieder aus dem Oberpfälzer Wald, insbesondere mit dem Frauenstein-Massiv. Daneben stammen einige Aufnahmen aus den steilen Laubwaldhängen entlang des Rheins südlich von Bonn.

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Portraitfotografie: Der Karner von Chammünster

12 Mrz

Historische Totenschädel im Beinhaus

Eine makabere Besonderheit weißt die Kirche von Chammünster nahe Cham in der Oberpfalz auf: Das einzige Beinhaus in weitem Umkreis, das noch mit Knochen gefüllt ist. Die Pfarrei ist eine der frühesten urkundlich erwähnten in der Gegend (975). Eindrucksvoll spiegelt die große dreischiffige Kirche aus dem 15. Jahrhundert mit ihren knapp Hundert mittelalterlichen Grabplatten von Adeligen die frühere Bedeutung wieder. Fotografisch am interessantesten ist – für mich – aber der ehemalige Karner. Die Oberpfalz wechselte während der Reformation mehrmals die Religion – unter calvinistischem Einfluss wurden viele Begräbniskulte wie etwa Beinhäuser verboten und die entsprechenden Gebäude auf den Friedhöfen zerstört. In den mittelalterlichen Karnern / Beinhäusern wurden die Knochen vor längerer Zeit Verstorbener aufbewahrt – sobald der meist um die Kirche angelegte Friedhof nicht mehr genügend Platz für neue Gräber bot. Die Knochen wurden ausgekocht und meist durch eine Luke in ein unter Bodenniveau liegendes Gewölbe hinabgewörfen. Bei der Zerstörung des Karners in Chammünster wurde in calvinistischer Zeit nur die oberirdischen Gebäudeteile zerstört, der Raum mit den Knochen wurde verschüttet, blieb aber erhalten und geriet in Vergessenheit. Erst im 19. Jahrhundert wurde er wiederentdeckt. Man zählte mehrere Tausend Totenköpfe und Knochen, ein Teil davon wurde begraben, der Rest aufgeschichtet. So sind heute neben der Aussegnungshalle in einem Tonnengewölbe noch 5000 Schädel und links von der Aussegnungshalle in einem unter Bodenniveau liegendem Raum die aufgeschlichteten Knochen zu sehen. Ein makaberer Ort – und eine Erinnerung daran, dass der Umgang mit dem Tod im Mittelalter ein anderer und alltäglicherer war als heute. Der nächstgelegene noch mit Knochen ausgestattete Karner ist meines Wissens in Melnik am Zusammenfluss von Moldau und Elbe nördlich Prag.

Die Kirche von Chammünster und das Kreuzrippengewölbe:

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