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Musik: Stealing Sheep | Torpus & The Art Directors

1 Nov

Folkster November Blues

Stealing Sheep

Album: Into the Diamond Sun

Psychodelic-Folk-Pop-und-noch-viel-mehr aus Liverpool. Die drei Mädels bringen mit ihren eigenwilligen Liedern eine eigenständige Interpretation eines Soundtracks zwischen Doors, Bon Iver, The Do und First Aid Kit. Auf jedenfall eine schöne Scheibe für einen Nachmittag mit Buch auf dem Sofa oder mit einer Tasse heißer Schokolade am Küchentisch, den Blick geht hinaus in die vom November eingetrübte Welt, auf den alten Lindenbäumen entlang der Straße vorm Haus sitzen mehr Vögel als Blätter.

 

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Torpus & the Art Directors

Album: From Lost Home to Hope

Wem das Mumfords Album zu glatt war, findet bei Torpus & the Art Directors authentischen Ersatz. Und zwar aus Deutschland, genauer gesagt aus Hamburg – die Wurzeln reiche aber noch weiter nach Norden, nach Nordfriesland und Schweden. Die Bandmitglieder rund um Sönke Torpus haben sich als Straßen- und Kneipenmusiker ihren guten Ruf in der Elbmetropole hart erarbeitet. Musikalisch kann man von „modernem Folk“ in der Tradition der Bright Eyes oder Bob Dylans sprechen. Mit dabei sind Westerngitarre, Mundharmonika, Geige und Kontrabass. Der Albumtitel ist Programm und bettet die Herbstmelancholie in musikalischen Samt.

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Hipster-Rap & Indie-RNB: Musikalische Weichenstellung für dieses Jahrzehnt?

12 Jul

Frank Ocean | Azealia Banks | Oddisee | Joey Bada$$ | Danny Brown | TNGHT

Indie“ als Musikrichtung war mal eine klare Sache. Indie-Rock, Indie-Pop, später auch Indietronic waren die Eckpfeiler dieser Sparte. Nicht zuletzt durch Indietronic wurden verschiedene Spielarten der elektronischen Musik für die Ohren der sich selbst als Independent Musik Hörer bezeichnenden Klientel geöffnet. Als Dubstep spätestens Ende 2009 aus der Untergrundschublade ausbrach, war initiiert durch die Werke von Burial und nicht zuletzt  durch Skreams Remix von La Rouxs „Into the Kill“ die Tür für eine Vermählung von Indie-Hörgewohnheiten und Dubstep weit aufgestoßen. Dubstep ausgeprägt als Subgenre „Post-Dubstep“ eroberte die Independent Musikszene. Die Folge war, dass Indie-Disko heute zwei verschiedene Bedeutungen hat: Zum einen die klassische Indie-Disko mit den „Gassenhauern“ besserer Tage aus den Bereichen Indie-Pop und Indie-Rock. Zum anderen kann Indie-Disko 2.0 ein wildes Genre Konglomerat sein, in dem jeweils die aktuellen musikalischen Strömungen mit bedient werden, ohne dass die Wurzeln aus den Augen verloren werden. Zu ersterem Typ tendiert jene Generation, die mit der Indiemusik der 00er Jahre sozialisiert wurde und diesen musikalischen Erfahrungen auch Ü30 treu bleibt. Zweitere Ausprägung umfasst diejenigen, die sich selbst nicht als Hipster bezeichnen. bldrm sieht das positiv. Neben Post-Dubstep waren es Entwicklungen wie Footwork, Future Garage, UK Funky, Chillwave oder Witchhouse (letzteres schon mit überraschend großer Affinität zu HipHop Beats und RnB) welche den Weg ebneten für ein Revival der Black Music in Indie 2.0 Kreisen. Post-Dubstep war spätestens mit James Blake jedem Musikfreund ein Begriff, Jamie Woon schlug die Brücke von Post-Dubstep zum RnB. Künstler wie Drake, Taylor the Creator samt Odd Future tauchten zunehmend in den Indie-Playlists auf. Samples von Aaliyah und Rihanna (in Ricky Eat Acids  „Only Girl“; populär durch Jamie XXs Factmix) etc. wurden in Edits salonfähig gemacht. Rustie, Araab Muzik und Clams Casino revoluitionierten mit ihren Alben die Welt der elektronischen Instrumentals und Beatproduktionen.

Im Jahr 2012 schließlich scheinen sich die Weichen  für die musikalische Grundströmung der 10er Jahre endgültig zu stellen, da überall neue Veröffentlichungen und neue Talente im Spannungsfeld Indie – Black Music auf sich aufmerksam machen. Die Erfahrung mit Dubstep hat gezeigt, dass diese Entwicklungen mit einiger Verzögerung auch nach und nach vom Mainstream mit aufgegriffen werden. Zurück zur Black Music. Ein paar der spannendsten Künstler sollen hier auf bildraum vorgestellt werden:

 

Frank Ocean | Album: Channel Orange

Frank Ocean verkörpert den RnB Singer-Songwriter der Zukunft. Nachdem er letztes Jahr in der Musikpresse zusehend an Präsenz gewonnen hat, ist sein Album Channel Orange von Pitchfork mit einer 9,5 geadelt worden. Man kann davon ausgehen, dass es sich um eines der dieses Jahr nachhaltig prägendsten Alben handelt…

 

 

Azealia Banks | Fantasea Mixtape

Bei Azealia Banks scheiden sich die Geister. Nachdem sie als eine der Sound of 2012 Favoritinnen gehandelt wurde, konnte sie die Erwartungshaltung zumindest der Kritiker zunächst nicht vollständig erfüllen. Das jetzt erschienene Mixtape „Fantasea“ dagegen zeigt auf, dass sie sehr wohl zu den weiblichlen Acts am Puls der Zeit gehört. Free Download des Mixtapes HIER.

 

 

Oddisee | Album: People Hear What They See

Oddisee ist eine Personifizierung des Indie-Raps: Vor der Veröffentlichung seines Albums „People Hear What They See“ brachte er mit „Odd Renditions“ eine Remix EP als Teaser mit vier Tracks heraus. Bei zwei der Tracks rappt er äußerst ansprechend über Titel letzt jähriger Indie-Balladen. Zum einen wäre das Bon Ivers „Stacks“ zum anderen MetronomysWe Broke Free„. Zum kostenlosen Download der Odd Renditions EP gehts HIER. Der vorgestellte Track ist sein Edit von Bon Iver.

 

 

Joey Bada$$ | Mixtape: 1999

Joey Bada$$ mit seinen 16 Jahren ist einer der amerikanischen Nachwuchsrapper die derzeit mit ihrem authentischen Rapstil (ohne die ganze BlingBling Geschichte) in Amerika für Aufmerksamkeit sorgen. Auch HIER gibts ein vielversprechendes Mixtape zum freien Download. Statt Baggy Pants und Goldketten gibt es bei ihm Röhrenjeans und Skateboards.

 

 

Danny Brown| Album: XXX (2011)

Gegenüber den beiden eben vorgestellten Rappern nimmt sich Danny Brown wie ein alter Hase aus. Der Rapper aus Detroit erzählt im Musikvideo zum 2012er Track „Grown Up“ woher er die charakteristische Zahnlücke durch das fehlen der oberen Schneidezähne hat. Den Track kann man HIER runterladen.

 

 

Hudson Mohawke & Lunice – TNGHT EP (23 Juli 2012)

Hudson Mohawke, der Beat Instrumental Magier, meldet sich mit einer Kollaborations EP zusammen mit Lunice zurück. Nach seiner Thunder Bay EP im letzten Jahr und Rusties Glass Swords wurde für diesen Sound der Weg erst richtig geebnet für eine breite Hörerschaft. Daher dürfte die TNGHT EP einer der Meilensteine instrumentaler elektronischer Musik in diesem Sommer sein.

 

Musik: The Magnetic North

3 Jul

Hymnen an das schottische Naturell

The Magnetic North widmen sich mit ihrem „Symphony Of The Magnetic North“ Album den Orkney-Inseln. Das neueste Projekt der altgedienten englischen Musiker Simon Tong und Erland Cooper vertont diese wilde Landschaft an der Nordspitze der britischen Inseln, die zugleich Heimat. Das Album wurde  authentisch auf den Inseln aufgenommen um die Atmosphäre vor Ort einzufangen (u.a. in einem Landhaus mit Meerblick und in einer Kirche zusammen mit dem Stromabank Pub Choir). So wurde jeder einzelne Track zu einer Hymne an die herb-schönen Landschaften Schottlands. Doch die musikalische Gestalt des Albums wandelt sich vom ersten bis zum letzten Track: „Was vorher noch nach symphonisch maritimen Arcade Fire klang, wird nun zu urban-elektronischen Radioheads. Und immer mit dabei: schier endlose Soundflächen.“ (zündfunk)

So enstand ein von der Landschaft inspiriertes Album, das genau den Eindruck wiedergibt, den ich selbst bei meiner Schottlandreise im letzten Jahr hatte. Melancholie gibt sich mit magischen schon fast vergessenen Geschichten die Klinke in die Hand. Ein wenig mag man sich an isländische Musik erinnert fühlen. Aber dieser Vergleich muss nicht schlecht sein, da sowohl die Orkney Inseln als auch Island sowohl die ähnliche Landschaftsgestalt als auch die gleiche abgelegene Insellage gemeinsam haben. Mein Albenfavorit ist „Orphir„, wo der Chor besonders zur Geltung kommt.

 

 

 

 

Musik: Ryat | Album: Totem

12 Jun

Elektrifizierte feminine Vocals zwischen Björk und Thom Yorke

Am 4. Juni erschien bei den Qualitätsgaranten von Brainfeeder nach längerer Schaffenspause das dritte Album von Christina McGeehan aka Ryat. Die Sängerin aus Los Angeles liefert dabei eines der spannendsten und herausfordernsten Alben dieses Jahres ab. Frauen und Elektro ist ja eines der großen musikalischen Themen der letzten Jahre… doch Ryat reiht sich weniger bei Grimes oder Austra sondern eher bei Björk, Julia Holter oder Laurel Halo ein. Das Debütalbum ist verspult und verspielt. Dennoch ist es einprägsam und einige Tracks setzen sich durchaus im Ohr fest. So ergibt sich im Ganzen ein selbstbewusstes künstlerisches Statement, dass für 2012 sicher einige Beachtung verdient hat. Ein Album das man sich erhören muss…

 

LLL: Light Asylum | Lazer Sword | Laurel Halo

16 Mai

Zeitgenössisch

Mit drei Ls bekommt man einen guten Querschnitt des aktuellen Geschehens in der elektronischen Musik. Die Alben sind die logische musikalische Konsequenz der Entwicklungen der letzten Jahre. Laurel Halo auf Hyperdub (wie Burial, Hype Williams oder Ikonika) und Lazer Sword auf Monkeytown (Modeselektor Label) werden auf Labeln veröffentlicht, die wie wenig andere innovative Sounds (hier in London, dort in Berlin) unter Vertrag nehmen.

 

Light Asylum – Mexican Summer (2012)

Das Album von Light Asylum erinnerte beim ersten Hören an eine Mischung aus John Maus und Austra. Aufgefallen sind Shannon Funchess und Bruno Cavellio v.a. als Vokalisten u.a. bei Telepathe, Teengirl Fantasy oder TV on the Radio. Die vorab veröffentlichten Tracks ließen eine zeitgemäße Interpretation von 80er Jahre Klängen erahnen. Industrial, Synth-Punk und No Wave werden durch Light Asylum auf den heutige Stand geupdatet. Totale Eigenständigkeit bekommt das Album durch den Grace Jones ähnlichen und unheimlich variablen Gesang von Shannon Funchess.





Lazer Sword – Memory (2012)

Auf Modeselektors Monkeytown Label veröffentlichen diese beiden Herren ihr Debüt. Es geht bunt zu bei Lando Kal und Low Limit als Lazer Sword… eine Orgie an den Reglern. Musikalisch bewegt man sich auf den basslastigen Spuren der Labelvorderen, durch einen Hang zu Experimenten bekommt das ganze einen guten Schub Eigenständigkeit. Höchst unterschiedliche Stile werden hier zu einem Ganzen versatztwerkt. Horizonterweiternd.





Laurel Halo – Quarantine (28. Mai 2012)

Ende Mai erscheint das mit großer Spannung erwartete Debütalbum von Laurel Halo bei Hyperdub. Auf ihren beiden EPs King Felix und Hourlogic trat sie nachhaltig als Schöpferin elektronisch untermalter gegenweltlicher Popmusik in Erscheinung. Der Gegenentwurf zum Mainstreampop. Entsprechend hoch ist die Erwartungshaltung an ihr Debütalbum. Man darf sich auf Arthouse Pop im besten Sinne mit dominanten Vocals freuen.






 

 

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