Musik für besinnliche Tage

•23. Dezember 2009 • Kommentar schreiben

Joker’s Daughter und Lay Low

Lange Zeit war es ruhig im bildraum. Viele Dinge die noch geschrieben werden sollten, wurden nicht geschrieben, meine Zeit in Norwegen ging vorüber und jetzt bin ich zurückgekehrt in die Mitte Europas. Die ein oder andere Anekdote oder Rückblende aus dem Norden wird an dieser Stelle noch erscheinen. Aber zunächst habe ich meine Aufmerksamkeit wieder den Geschehnissen hier zugewandt. Der Winter hatte bereits landauf, landab Alles in seinem eisigen Griff. Doch nun wurde er abgelöst durch eine düster-feuchte Nebelstimmung, welche die anstehenden Feiertage in fahles graues Licht legen. Die elektronischen Beats der „Unholy Night“ samstags im Stadtgarten in Köln sind verklungen, der Trubel der Städte fern und schweigend zeigt sich die Natur. Und so wende ich mich den leisen Töne zu… insbesondere zwei mehr oder minder bekannten Sängerinnen, die irgendwo zwischen Blues, Folk, County und anderem musizieren. Zum einen „Lay Low“ und zum anderen „Joker’s Daughter“.

Lay Low

Lay Low, eigentlich Lovísa Elísabet Sigrúnardóttir, ist eine 27 jährige Isländerin. Der Vater aus Sri Lanka, die Mutter Isländerin, wurde sie in London geboren, doch zog sie schon bald nach Island wo sie seitdem lebt. In Island ist sie eine bekannte Musikerin – 2009 schließlich wurde auch in Europa ihr Album „Farewell Good Night’s Sleep“ veröffentlicht. Die musikalischen Einflüsse sind Folk, Blues und Country. Mit ihrer eindringlichen Stimme gibt sie die momentane Stimmung in der Natur wieder. Die Lieder „The Reason Why My Heart’s in Misery“ und „Please Don’t Hate Me“ sollen einen Einblick in ihr Schaffen geben…

The Reason Why My Heart's in Misery

Please Don't Hate Me

Joker's Daughter

Joker’s Daughter entstand aus der Zusammenarbeit vom Produzenten Danger Mouse mit der griechisch-englischen Singer/Songwriterin Helena Costas. Das Album „The Last Laugh“ wurde 2009 veröffentlicht. Die musikalischen Geschichten über Elfen und Trolle können sich als Untermalung für einen dunklen Winterabend durchaus sehen lassen. Auch aus diesem Album möchte ich zwei Lieder vorstellen, zum einen „Lucid“ und dazu noch „WormsHead“.

Lucid

WormsHead

Streiflicht: Phonofestival

•11. September 2009 • Kommentar schreiben

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Die Roboter kommen!

In Bergen findet noch bis Samstag das Phonofestivalen statt, ein Musikfestival, das vom hiesigen Uni Radio organisiert wird. Auf mehrere Locations in der Stadt verteilen sich pro Abend drei verschiedene Acts. Das Motto in diesem Jahr ist alles rund um Roboter. Die thematische Palette reicht von vielen musikalischen Auftritten über Aktionskunst und Diskussionsrunden bis hin zu experimentiellen Videoinstallationen.

Nennenswert:

JJ  THE TELESCOPES  Mickey Moonlight Alaska in Winter  Hiawata Move D:

Um ein wenig Abwechslung im Alltag zu bekommen, hab ich mich als Volunteer für das Festival gemeldet, umgehe so die Gebühr für den Festivalpass, komm in Kontakt zu Norwegern und interessanten Abendveranstaltungen. Das Phonofestivalen bedient unterschiedliche Musikrichtungen, angefangen von Elektro über Indierock bis hin zu Metal. Natürlich weiß der geneigte Leser meines Blogs bei welcher musikalischen Strömungen ich mich einfinden werde. Das „Landmark“ in der „Kunsthall“ Bergen ist der Ort der Wahl.

Der Tageablauf sieht für einen Volunteer aus wie folgt: Gegen 11 einfinden in der Räumlichkeiten des Radios, dann 2-3h Mischpulte, Mixer etc. durch die Stadt von Ort zu Ort fahren (besonders spannend für mich als Fahrer: Der Innenstadtverkehr von Bergen). Dann ein paar Sandwiches zubereiten für die hungrige Crew und die Künstler. Danach geht es dann hinaus in den Berufsverkehrstau um vom außerhalb liegenden Flughafen einen Künstler (Ekkohaus) abzuholen… Nicht wirklich stressig und recht amüsant. Mal sehn wie dann die avantgardistischen Auftritte in der Kunsthalle sein werden. Als kleine Kostprobe: Lily Electric – Don’t change the suit when it’s you

 

Street Art in Bergen II

•4. September 2009 • 1 Kommentar

Nach der umfassenden Übersicht über die Bergener Styles nun eine Besonderheit in der Fjordstadt. In der Nähe der bekannten Grieg-Halle wird ein Stencil von einer Glasscheibe vor Weiterverarbeitung geschützt und wie eine Sehenswürdigkeit präsentiert. Merkwürdig insofern, da Street Art eine dynamische Kunstrichtung ist, die gezielt auch den Zerfall des Kunstwerkes als Stilmittel zitiert. Aber wenn ich mich nicht täusche, werden bekannte Street Art Künstler (wie z.B. C215) nach Bergen zu Ausstellungen eingeladen und hinterlassen dann in der Stadt noch ein paar ihrer Werke. Über deren Wert könnte man jetzt streiten, aber vielleicht versucht man so, auch die einheimische Straßenkunst in ihrer Qualität anzuheben. Diese einheimische Szene reflektiert die „benutzten“ Werke aber auf ihre eigene Art und Weise:

Die Interaktion der Bats

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Das mit Glas geschützte Stencil.

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Kommentar in einer grafischen Fußnote (siehe roter Kreis oben).

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Auch an anderer Stelle…

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For true. Diese Schablonenfledermäuse bereichern die Street Art Szenerie in Bergen ungemein. Diese Form der Interaktion konnte ich bisher auch außerhalb Norwegens noch nicht so häufig beobachten. Einige weitere Bilder zum Thema werden folgen, wenn es nicht wie angedroht 10 Tage regnet.

Teil I – Street Art in Bergen

Street Art in Bergen I

•4. September 2009 • 1 Kommentar

Bergen ist Unesco Weltkulturerbe. Eine Bekannte die im touristischem Zentrum, dem alten Handelsviertel „Bryggen“ arbeitet, bezeichnet die Gegend vermutlich passend als „Disneyland“. Der schöne Schein der pulsierenden Touristenstraßen wird gewahrt, während ein paar Gassen weiter, der Zustand der Häuser und Straßen schon nicht mehr so einladend erscheint. Doch auch diese Bereiche werden von Menschen frequentiert – keine Touristen – aber von Einheimischen und nicht zu letzt von jenen, die in diesen Vierteln leben. Leben bedeutet nicht, eine Stadt gleich einem touristischen Museum zu erleben, sondern den alltäglichen Umgang mit seiner Umgebung „Stadt“. Ein Ausdruck dieser Lebensweise im hier und jetzt ist die inzwischen als Gegenwartskunst anerkannte Street Art.

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C215 (London) stattete Bergen einen Besuch ab.

 

Platz für Neues

Keine Kunst ohne Grundlage. Wenn man sich das Gebäudematerial in Bergen vor Augen führt, hat man zum einen noch relativ große Stadtviertel mit alten hölzerner Bausubstanz und zum anderen auch viertel mit Betonblockbausünden der 70er und 80er Jahre. Interessanterweise scheint es ein ungeschriebenes Gesetz der Street Art Künstler in Bergen zu sein, dass die alten Holzhäuser nur in sehr geringem Maße als Präsentationsplattform für Street Art dienen. Natürlich, hin und wieder findet man ein tag, aber die großformatigen Werke haben allesamt „totes“ Material als Untergrund. Vielleicht, weil die schmucken bunten Holzhäuser in ihren unregelmäßigen Formen selbst wie künstlerische Installationen aussehen.

Auf den ersten Blick findet man in Bergen vor allem schnelle gezogene und lieblose tags. Der zweite Blick offenbart dann einige großformatigere Graffittis, die aber im überwiegenden Teil von schlechter Qualität sind. Aufkleber, Spuckis etc. findet man nur sehr selten an Laternen. Meist überwiegen Veranstaltungsankündigungen und politische Meinungsbekundungen. Die Cut Outs und Stencils dagegen sind nicht so zahlreich wie in den meisten mittel- und westeuropäischen Metropolen aber durchaus von guter Qualität. Interessant ist die Reflektion von älteren Werken, beziehungsweise von Interaktionen der Öffentlichkeit mit Street Art. Insgesamt kann man sagen, dass Bergen nicht unbedingt eine Vorreiterrolle im Bereich der Street Art einnimmt, aber durchaus einige sehenswerte Gestaltungstendenzen aufweist.

Bildmaterial

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Zunächst zwei Beispiele weniger gelungener Street Art wie man sie sehr häufig in Bergen sieht. Links ein tag am Stadtplatz, rechts ein Stencil mit Schmierparole. Alles sehr schnell gearbeitet, wobei der tag links durch sein Verlaufen eine gewisse Dynamik erhält und die Farbe der Schablone sich gut von der Farbe des Hauses abhebt.

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Hier zwei wertigere Vertreter. Schön der grafische Stil des Cut Outs „Fru Ktose“ und auch die Schablone rechts ist detailreicher gearbeitet worden als im ersten Fall.

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Die größe der einzelnen Werke variiert sehr stark. Während die rundfunkkritische Schablone nur DinA4 Format aufweist, schmücken die interessant gezeichneten Hände eine 3m hohe Wand eines Parkhauses.

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Immer wieder findet man auch politische / gesellschaftskritische Parolen. Dem Schriftzug nach dürfte es sich aber um andere Urheber handeln als bei den aufwendiger gestalteten Werken. Es gibt in der Innenstadt einige soziale Brennpunkte, vor allem der Konsum von harten Drogen in Parkanlagen fiel mir auf. Hinter der Fassade der zwangsverordneten Komplettsehenswürdigkeit ist eben nicht alles Holz was bunt ist.

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Zwei weitere Cut Outs. Den Charakter rechts findet man in ähnlicher Aufmachung auch an einigen anderen Plätzen der Stadt. Dennoch ist auch diese Gestaltungsform nicht zu weit verbreitet.

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Diese beiden Elemente gehören nicht wirklich zur Bergener Street Art. Da das Bekleben mit kleinformatigen Ausdrucken/Aufklebern in Bergen nicht sonderlich verbreitet ist, fallen die Hansa Rostock Aufkleber (denke ich habe mehr als 5 verschiedene an Laternen gesehen) umso stärker auf. Bei der Installation rechts handelt es sich um eine vom Zahn der Zeit angenagte Friseurreklame (Haarklipp und so…). Doch dies führte zu einer Interaktion…

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DinA4 Ausdrücke greifen das Motiv des Friseurladens auf. Humor nach meinem Geschmack.

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„Komm herein, hier ist Platz für alle!“ – entsprechend war das eingezäunte Gebäude dann auch verziert…

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Street Art minimalistisch… aber auffällig. Erinnert an die archaischen Bilder von Höhlenmalereien.

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Ein sehr großes Cut Out (3m Durchmesser) – ein wenig abseits gelegen, aber sehr beeindruckend.

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Graffitti – die Stühle haben es mir mehr angetan.

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Schaufenstergestaltung in einem 2nd Hand Laden.

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Vorzeigekunst mit Botschaft. Auch sehr gut. Handgezeichnet, weiß, DinA4, geklebt… eine einfache Botschaft die ankommt. Ich hoffe mit dieser kleinen Übersicht einen Einblick in den Entwicklungsstand der Street Art in Bergen gegeben zu haben. Sind doch diese Bilder und Installation mehr der Herzschlag des modernen Bergen, als das sich nicht mehr verändernde, wie unter einer Glashaube geschützte touristische Zentrum. Nichtsdestotrotz werden auch wieder paar Postkartenansichten kommen…  

Eine umfassende Sammlung zu Bergener Street Art, die auch die Straßennamen der meisten hier gezeigten Werke beinhaltet, weist dieser Blog auf: http://streetart-bergen.blogspot.com/

Teil II: In einem weiteren Artikel befasse ich mich mit der grafischen Interaktion der Künstler untereinander.

Roadtrip mit bemerkenswerter Musikuntermalung

•25. August 2009 • Kommentar schreiben

Nun sind es schon etwas mehr als 3 Wochen, dass ich in Norwegen angekommen bin. Man hat sich im Fantoft Studentboliger eingelebt und ein gewisser Alltagsrhythmus stellt sich ein. Gesundheitlich wähne ich mich hoffentlich endlich auf dem Weg der Besserung, denn so ohne Sport (die Wanderung Sonntags mal ausgenommen) und Friluft-Aktivitäten fühl ich mich unausgeglichen. Aber hier zunächst mal das Roadtrip-Video meiner Anreise nach Norwegen. Sozusagen die ersten Erfahrungen mit der Kamera verarbeitet im Versuch etwas stichhaltiges zu gestalten. Wenn jemand weiß wie ich .wmv Videos von 4:3 auf 16:9 Format bekomme (strecken) bitte melden. 

The Gadsdens – Lent

Besonderer Augenmerk sollte auf die Musik gelegt werden. The Gadsdens – Lent! Diese noch fast unbekannte englische Band hat mit diesem Lied einen potentiellen Hit geschaffen, der einfach nur zu wenig weit verbreitet ist, um einem größeren Publikum erschlossen zu werden. Daher hab ich das Video auch unter diesem Titel in Youtube reingestellt. Überall wo dieser Song läuft, erhält man Nachfragen, welche Band dies den sei. Aber man überzeuge sich selbst….

Myspace der Gadsdens

Feiern in Fantoft

•23. August 2009 • Kommentar schreiben

Eine bakterielle Infektion meines linken Lungenflügels hält mich momentan ein wenig davon ab, größere Aktionen mit Kamera oder im sportlichen Bereich zu starten. Wobei ich mich schon wieder auf dem Weg der Besserung wähne. Einstweilen gibt es einen Eindruck des sich etablierenden Freitag Abend im Fantoft Studentboliger… Moritz und ich halten die Fahne der Musikkultur(oder -unkultur) hoch. Insbesondere vielen Dank an Moritz, dass er alles Nötige zum Auflegen mit nach Norwegen gebracht hat…
Das Video ist der erste Edit-Versuch von Material meiner neuen Outdoor-Camcorder Panasonic SW20. An und für sich bin ich mit der Qualität sehr zufrieden, nur das Format müsste noch auf 16:9 umgeschalten und die Kameraführung spannender werden.

Postcardification II

•21. August 2009 • Kommentar schreiben

Noch ein paar weitere Impressionen…
Burning HeavensSunsetLichtstreif am HorizontWolkenlabyrinthLichtgestaltenNatlandfjellTriadeDie Blaue GrenzeSunrise UlrikenLoefstaken NebelschwadenBalkonienRot mit AnkerStonecrash

Postcards from Bergen I

•21. August 2009 • 2 Kommentare

Einige Bilder aus den ersten Erasmuswochen… Weitere mehr oder weniger brauchbare Informationen offenbart eine Berühung mit dem Mauszeiger…

crownpostcard from postcardUlrikenseilbahnpostcardificationZauberseeWasser das fälltBad Weather PostcardEinsames BootIdyllischSprungschanzeBootsparade OsloschärenhafenSonnenuntergang nähe Göteburg

Skandinavische Achterbahn

•17. August 2009 • 2 Kommentare

Ich bin kein Erstsemestler mehr…

So die ersten 14 Tage in Norwegen sind vorbei. Was gibt es zu berichten seit dem letztem Eintrag an dieser Stelle? Achja, die von Mentoren begleitete Einführungswoche fand statt. Leider mit meiner Beteiligung. In einem Satz zusammengefasst möchte ich festhalten, dass ich Stadtrallies, Erstsemesterparties und das norwegische Trinkverhalten äußerst merkwürdig finde. An der Universität war ich natürlich auch, um mich zu registrieren, Vorbesprechungen zu besuchen und mehr oder weniger wertvolle Informationen abzugreifen. Ich bin schon ein wenig auf den ernsthaften Unibetrieb gespannt.

Unser fahrbarer Untersatz in der ersten Woche

Unser fahrbarer Untersatz in der ersten Woche

Meine Kurse umfassen einen Norwegisch Sprachkurs, einen Kurs zur Norwegischen Landeskunde (mit 3 Exkursionen) und einen zu Geoinformation.
Während der Woche gab es dann immer wieder beachtlichen Leerlauf, so dass sich bis letzten Freitag ein gewisser Fahrstuhleffekt einstellte. Nun gut, immerhin hab ich mit Tobias (einem der weiteren Bonner) ein wenig die nahe Umgebung erkundet – sehr schön das Königs“schloss“ mit Park am nahen Fjord, weniger spannend der Nachbau einer 1992 von einem Satanisten abgefackelten Stabkirche. Eine von Sicherheitsmaschendrahtzaun umgebene Holzkirche entspricht nicht meinem Geschmack. Eine Sehenswürdigkeit der Art „durch Tourismusproklamation zur Zwangssehenswürdigkeit gemacht“.
Freitags rief ich dann alte Tugenden in Erinnerungen und suchte in Google Maps nach einer landschaftlich reizvollen Laufstrecke. Der größte See hat ungefähr 500m Länge… dadurch könnte man jetzt auf die Länge der Strecke zurückschließen (natürlich könnte ich auch Google Earth installieren, aber dazu bin ich noch zu faul gerade). Nicht ganz ohne ist der Höhenunterschied von 400m, ganz flüssig konnte ich nicht durchlaufen, aber das zu schaffen ist ja schon mal ein motivierendes Ziel. Einer der beiden Aufstiege ist nachts beleuchtet (etwas surreal wenn Straßenlaternen ohne weiter erkennbaren Sinn im Hochmoor rumstehen), das sollte sich während der dunklen Tage auszahlen.

Seenrunde

Seenrunde

Freitag war dann auch die erste richtig organisierte Wohnheimsfeier im 18. Stock. Moritz (der Regensburger Psychologiestudent) lieferte durch sein DJ-Set die passende musikalische Untermalung. Im Lauf der Nacht gab es noch dreimal Feueralarm, weil irgendein Honk im 10. Stock den Alarmknopf eingeschlagen hat. Nunja, nach dem Ersten flüchtete niemand mehr. Man kann nur hoffen, dass es nie ernsthaft brennt, sonst gäbe es ein internationales Barbequeue nie dagewesenen Ausmaßes.

18. Stock - berühmt berüchtigt

18. Stock - berühmt berüchtigt

Samstag und Sonntag hat es dann 48h geregnet. Bergen wurde seines Rufes als regenreichste Großstadt Europas mehr als gerecht. Aber nun ist der Himmel wieder weiß-blau… und da in der Küche im 16. Stock eben eine Münchnerin, eine Innsbruckerin, ein Innsbruck-Zuagroaster und drei Landshuterinnen in ein Frühstücksgespräch verwickelt waren, wähnte ich mich fast im bayerischen Voralpenland. Erinnerungen an die Zivizeit. Allein die allgegenwärtigen Möwen künden vom nahen Fjord.

Was sonst noch zu berichten ist:

Klobürsten-Klau

Also irgendwann hatte ich mal die einzige weiße Klobürste im ganzen Fantoft Studentboliger. Doch diese wurde mir geklaut. Sachdienliche Hinweise bitte an mich weiterreichen.

Trampolins und Kopfhörer

In jedem norwegischen Garten steht eines dieser merkwürdigen Outdoortrampolins mit Schutznetz. Darunter liegen immer 53 verschiedene Gummibälle. Ich hab ja den Verdacht, dass es die Trampolins ebenso wie die Koss Kopfhörer als kostenlose Dreingabe zu norwegischen Handyverträgen gibt. Denn ein Kind hab ich darauf noch nie rumspringen sehen. Die Koss Kopfhörer sind in Bergen-Stadt so eine Art Alltagsuniform, wir haben aufgehört die  Handyvertragdreingabeträger zu zählen.

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Kopfhörer aber weder Kinder noch Bälle

Ernährung

Würste (Auf norwegisch: Wienerpölser mit Pölsersennep, Kilopreis 5 Euro oder so), Fertigpizza (geschmacklos geschmackslos, Stückpreis 2,60 Euro aufwärts – also ok), Nudeln mit Tomatensoße (wie in Bonn) und das was mir in den anderen Küchen des Wohnheims so zufällt. Es fehlt eine billige Mensa und ich sollte unbedingt mal wieder Pilze sammeln oder Angeln um den Speißeplan ein wenig aufzupeppen.

poelse

Mhm lecker....

Norwegische Überlebensstrategien

Also prinzipiell kann man die Norweger in zwei Gruppen körperlicher Fitness aufteilen. Ich vermute dahinter zwei verschiedene Überlebensstrategien für den langen dunklen Winter. Auf der einen Seite die Sportverrückten, die ab dem Kleinkindalter bei jedem Wetter in leichter Kleidung und mit Turnschuhen die Berge hochlaufen. Auffallend der hohe Anteil Frauen, welche gleich den Walküren der nordischen Mythologie zum Ulriken emporschweben, als ob der Souvenirshop am Gipfel die Walhalla selbst wäre. Mitunter beeindruckend und ich versuche diese Strategie zu übernehmen.
Daneben gibt es aber auch eine Moppelfraktion, die gerade Vorräte am eigenen Körper bunkert, von denen sie im Winter zehren kann. Was jetzt nicht heißt, dass diese Norweger fett oder hässlich wären. Sie sind einfach zufriedene Wonneproppen, die auch dann nicht verhungern würden, wenn der Eisriese Ymir höchstpersönlich einen Gletscher vor ihrem Hauseingang platziert.

Norweger

Norweger Typ 1 und 2

Spanier

Fröhliche und sympathische Menschen. Die passende Ergänzung zu unserem Zirkel in den obersten Stockwerken für die einstelligen Flure.

 

Jetzt geht’s erstmal in die Küche, bisschen Pölser essen.

Noch mehr lesenswerte Geschichten aus dem Fantoftghetto in Bergen gibts hier:

Tobias Blog

Norwegen – Ein erstes Lebenszeichen

•10. August 2009 • 1 Kommentar

10 Tage ist es nun her, dass ich von Deutschland aus aufgebrochen bin, um Norwegen – meine neue Heimat für 5 Monate – aufzusuchen. Mangels Internet ist der Kontakt zur Welt außerhalb des Mikrokosmos „Fantoft Studentboliger“ fast zusammengebrochen. Nur selten ermöglicht ein freies Wlan bruchstückhafte Kommunikation mit den Daheimgebliebenen. Doch was ist nun in der letzten Woche so alles passiert? Ich werde versuchen die Erlebnisse und Aspekte von Fahrt und Ankunft in Norwegen ein wenig zusammenzufassen. Los geht es natürlich am Startpunkt in Tännesberg, tief in der oberpfälzischen Peripherie an nahe der bayerisch-tschechischen Grenze.

 

 

Die Fahrt.

 

Tag 1

Tschechien? Ja Tschechien liegt nahe, daher war es auch nahe liegend, Tschechien zur ersten Nation zu machen, die wir auf unserer Fahrt aufsuchen. Denn so eine Palette Budweiser im Reisegepäck hat eine ungemein beruhigende Wirkung hinsichtlich horrender norwegischer Preise. Im übrigen war ich bei der Hinfahrt nicht allein unterwegs: Ich teilte mit Ingrid, einer Geographin aus Innsbruck, das Auto. Die Fahrt führte dann durch monotone dunkeldeutsche Landschaften, vorbei an zwei aktiven Blitzgeräten und Windkraftanlagen. Das Ziel dieser ersten Tagesetappe am 30.7.2009 war Hamburg. Ein kurzer Abstecher in die Innenstadt und eine Übernachtung in einem geschmackvoll eingerichteten Haus in Blankenese vollendeten den ersten Reisetag.

 

Tag 2

Der zweite Tag führte uns dann zunächst nach Dänemark. Wir suchten und fanden nach einiger Zeit auch das Meer, Seeluft und auf den Wellen schaukelnde Schiffe. Ansonsten war Dänemark eher flach und menschenleer. Die Menschen waren anscheinend alle gerade in Koppenhagen beim Einkaufen, wie einem die reich bevölkerte Fußgängerzone zu zeigen schien. Die adrette dänische Hauptstadt ließen wir auch hinter uns, denn es sollte weiter gehen bis nach Göteborg in Schweden. Beeindruckend die Fahrt über die großen Ostseebrücken.

Dänemark

Meer in Dänemark

Nachdem wir an der Grenze klar machen konnten, dass wir keine Katzen und Hunde in Schweden einführen werden, folgten wir in schönem Abendlicht der E6 entlang der schwedischen Westküste. In Göteborg stand der Einbruch der Nacht dann auch unmittelbar bevor. Wir mussten uns eine Schlafmöglichkeit suchen, zunächst an der Küste mit Sonnenuntergang an einem kleinen Segelhafen, doch viel zu windig und ungeschützt um dort schlafen zu können. Ein paar Kilometer im Hinterland fanden wir dann im Wildwuchs hinter einer Tennishalle eine kleine Wiesenfläche, auf der wir unter freiem Himmel übernachtet haben. Nicht unangenehm, der Natur in der Nacht so nahe zu sein.

 

Tag 3

Die Sonne weckte uns und mit ausgesprochen gutem Reisewetter ging es weiter durch Schweden. Malerische Landschaften mit rot gestrichenen Holzhäusern und weiten Getreidefeldern führten uns über kleine abgelegene Straßen auf einige Insel und an die schwedische Schärenküste. Die Zeit in den kleinen Fischernesten mit ihren roten und weißen Holzgebäuden schien stehen geblieben zu sein. Das musste also Skandinavien sein. Doch unser Ziel war ja Norwegen. So passierten wir den Grenzzoll und erreichten schließlich Oslo, die norwegische Haupstadt. Da niemand Lust hat, für 8 Euro die Stunde zu parken (Willkommen nordisches Preisniveau), suchten wir eine Insel gegenüber des Hafens der skandinavischen Metropole auf und genossen den strahlend blauen Himmel über Oslo und seines von lebhafter Schiffs-Betriebsamkeit erfüllten Fjords. Weiter ging die Fahrt über Kongsberg (mit parkscheinpflichtigen Supermarktparkplatz) ins waldreiche Numedal. Erstmals stiegen jetzt auch die Höhenzüge an und Skandinavien zeigte sich von seiner raueren Seite. Die Serpentinen einer Nebenstraße führte uns zu einem malerischen großen See (Name folgt unter Umständen) auf 750m Höhe. Erstaunlich die Dichte an Ferienhäusern an dessen Ufern, man sah, dass in Norwegen der Wohlstand zugenommen hatte die letzten Jahrzehnte. Und wir brauchten eine neue Schlafmöglichkeit. Mit scharfem Blick erspähte ich einen verlassenen Wohnwagen – Marke Tappert – in einem Fichtenforst. Unverschlossen, doch irgendwie wollte uns die etwas muffige Inneneinrichtung nicht gemütlich erscheinen. Flohstichangst. Also musste es weiter gehen, hinab Richtung Gol, an die Hauptverkehrsverbindung zwischen Bergen und Oslo. Kurz vor Gol fand ich das nächste mögliche Schlafdomizil in Form einer Hütte am Straßenrand. Und hier hatten wir Glück. Doch als wir mit dem Auto vorfuhren, waren wir überrascht, in der Arena einer ehemaligen Skisprungschanze zu stehen. Die Scheinwerfer und die Sprunganlagen verfallen-marode, dient der untere Teil heute als Mud-Park für BMX und Mountainbiker. Auf jedenfall ein tolles Szenario. Die Verande der Hütte wurde zu einer luxuriösen Nachtunterkunft umgestaltet und von der hoch über den Wald hinausragenden Startplattform hatte man einen wunderbaren Abendblick über die umliegenden Tallandschaften und auf das scheinbar fast senkrecht 80m unter uns geparkte Auto.

Sprungschanzenschlafplatz

Sprungschanzenschlafplatz

Tag 4

Am nächsten Tag stand zunächst Geilo mitsamt heißer Dusche in einem 5 Sterne Campingplatz als Zwischenziel auf der Fahrtroute an. Von dort führte die Straße hoch auf die weite Hochfläche der Hardrangervidda. Auf 1200m Höhe herrschen dort die gleichen klimatischen Verhältnisse wie auf 2200m Seehöhe in Kontinentaleuropa. Auf der linken Seite begleitete uns die karge Fjell Hochfläche: Sanfte von Flechten und Gräsern bewachsene Kuppen wechselten sich ab mit eiskalten Seen.

Fjellsee

Fjellsee

30mal größer als der Bayerische Wald ist diese karge Landschaft. Auf der rechten Seite dagegen zeigten sich Schneefelder und recht schroff die Gletscherkappe des Hardrangergletschers. Bilderbuchnorwegen. Das Wetter wurde zunehmend bedeckter, aber wir ließen es uns nicht nehmen, den Latefossen aufzusuchen – einen beeindruckenden Wasserfall in eine canyonartige Schlucht, der locker alle Südtirolerwasserfälle auf einmal in sich aufnehmen könnte.

Latefossen

Latefossen

Schließlich erreichten wir am Aurlandfjord wieder Seehöhe. Wir nahmen noch eine Umrundung des Sörfjords in Kauf, interessant die Kirschbaumplantagen an den steilen Fjordufern und die als „Moreller“ verkauften Kirschen am Straßenrand. Von hier an begleitete uns zum ersten Mal auf unserer Fahrt Regenwetter. Bergen musste ziemlich nah sein. Nach einer Fährüberfahrt über den Fusafjord ging es weiter über malerische Halbinseln in Richtung meiner neuen Uni-Stadt. Die Landschaft hier im Wirkungsbereich zwischen Atlantik und Bergspitzen mit seinen von kleinen Inseln durchsetzten Seen gefiel mir trotz Regens fast am Besten.

Verwunschener See

Verwunschener See

Mit Einbruch der Dunkelheit erreichten wir Bergen und einen Plattenbau. Plattenbau? Ja richtig, ich lebe hier im Ghetto der Stadt Bergen zusammen mit allen anderen „armen“ Ausländern. Ganz Norwegen scheint aus Holz zu bestehen, nur hier gibt es auf 200×200m so viel Beton wie in Jena-Süd. Aber man gewöhnt sich daran. Auch schon wieder geil. Ein hilfsbereiter Italiener zeigte uns ein unverschlossenes Zimmer wo wir übernachten konnten (ich schön auf blankem Holz, hätte es nicht geregnet hätte ich wieder draußen geschlafen), denn die Rezeption war bereits geschlossen. Achja, vorher gab es noch eine schlechte Pizza für 20 Euro. Hejsa Norge. Angekommen in Bergen – meiner neuen Heimat.

 

Bergen – Die erste Woche

Morgens ging es dann auch schon in die „Resepsjon“ (Norwegisch lesen ist für Deutsche mit ein bisschen Fantasie und Kreativität wirklich einfach). Natürlich standen am ersten Öffnungstag nur Deutsche dort an. Wie sagte jemand: „Die Belegung des Fantoft Studentenwohnheims ist wie Mallorca. Die Deutschen kommen als erste und belegen die besten Plätze.“ Tatsächlich sind vom 12. bis zum 18. Stockwerk die meisten 8er Wohngemeinschaften mit einer deutschen Überzahl belegt. Ich selbst wohn im 15. Stockwerk mit Blick auf Stadt und einen der 7 Bergenser Hausberge.

Mein Zimmer

Mein Zimmer

Auf der Suche nach jemanden der mir die Sache mit dem Internet erklären könnte landete ich in der Küche des 18. Stockwerks und lernte dort einen Regensburger Psychologie Studenten kennen und schon waren die ersten Bande im neuen Lebensraum geknüpft. Er war auch per Auto, einem 33 Jahre alten Mercedestransportbus (LT sonst was) nach Norwegen gekommen. Dies war dann auch die Keimzelle der Küchengemeinschaft 18. Stock. Ansonsten gab es weitere Deutsche, einige nette Holländer (auch pünktlich) und alteingesessene Bewohner.

Am nächsten Tag nahmen wir uns dann gleich den Ulriken, den höchsten Hausberg unserer Stadt vor. Strahlend blauer Himmel und eine tolle Fernsicht lohnten für den Aufstieg von 30 auf 694m. Schlossberg Tännesberg. Am Berg von berglaufenden Norwegerinnen überholt worden – erstmal trainieren dann werden die blau gelaufen.

Blick vom Ulriken auf Bergen

Blick vom Ulriken auf Bergen

Die nächsten Tage bestanden dann aus ausgiebigen Angeltouren an den Fjorden (Bestes Fangergebniss 11 Makrelen und 3 Köhler) und weiteren Bergtouren. Die Nächte waren natürlich kurz, weitere Menschen wollten kennengelernt werden. Die Fische bereichern ob der hohen norwegischen Lebensmittelpreise unseren Speiseplan.  Frische Makrele gefüllt mit Limetten und Meersalz, mit Butter bestrichen und dazu Kartoffeln. Ein Gedicht. Beim wandern fand ich dann einige Schubkarrenladungen Steinpilze, von denen aber nur 3,482% nicht wurmig waren. Genug für eine Pilzsoße mit Pfannkuchen – selbst gekocht vom Herrn KetchupmitNudeln. Das Lob der Mitesser war mir dafür sicher.

Mein Flur füllte sich auch langsam, 3 weitere Deutsche, eine Chinesin, ein Ägypter und ein Norweger. Zusammen putzten wir mehrere Stunden lang die von der spanischen Vorgängergeneration verwüstete Küche. Jetzt mag man dort sogar mal sitzen und essen. Auch Gerrit und Tobi, Bonner Geographen kamen waren inzwischen angekommen. in Der Tagesablauf mit Outdoorunternehmungen bei Tageslicht und netter Nachtatmosphäre gefällt mir recht gut. Einmal war ich bei einer Münchnerin in einer WG in der Innenstadt eingeladen. Interessant mal einen Einblick in die Feierkultur der Norweger zu bekommen, ebenso interessant der Kontakt zu einem Norweger, der den Anglern unter uns vielleicht einen Angeltrip mit dem Boot bescheren. Ansonsten ist es aber schon ein wenig irritierend was sich nachts in Bergen abspielt. Auf der einen Seite des öfteren sturzbetrunkene Norweger, die sich am Wochenende aus dem Vorschriften- und Preiskorsett ihres Alltags heraussaufen, auf der anderen Seite junge Erasmusstudenten die ihren Eramusaufenthalt stilecht zelebrieren wollen. Dazwischen wir „älteren“ Diplomstudenten, verwöhnt von einem nicht bachelorlike verwöhntem Studiengang.

Ein wenig problematisch für mich ist der Verschleiß meines persönlichen Eigentums. Die Angel gebrochen und auch mein Fahrrad und eine Goretex Jacke wurden bei einem Sturz in Mitleidenschaft gezogen. Das mit dem Fahrrad war eine gefährliche Geschichte, die glimpflich ausging. An einer Bordsteinkante sprang das Vorderrad aus der Gabel so dass ich im hohen Bogen vom Fahrrad flog und auf groben Schotter landete. Wenn ich die Eiterblase an meinem linken Ellenbogen aufsteche bin ich aber wieder hergestellt weitgehend.

Gestern Nacht schließlich fassten wir den bisher verrücktesten Plan einer Outdoorunternehmung. Als sich gegen 3 Uhr die Gruppe auf den Holzbänken vor dem Studentenwohnheim auflöste, nahmen sich eine Französin, der Regensburger und ich uns vor, zum Sonnenaufgang zum zweiten Mal auf den Ulriken zu steigen.

Morgendämmerung

Morgendämmerung

Um 4 Uhr morgens ging es dann den langen Weg hinaus in die stille Berglandschaft, ich als bayerische Bergziege vorneweg. Bei lichtblauem Himmel und ein paar Nebelschwaden über den Taleinschnitten erwies sich die Szenerie als wirklich beeindruckend. Der schönste Morgen bisher in Bergen, meiner Heimatstadt für die nächsten 5 Monate.

Morgens auf dem Fjell

Morgens auf dem Fjell

Morgen beginnt die Universität, ich bin gespannt was mich dort erwarten wird. Bisher bin ich wirklich sehr zufrieden mit meinem Aufenthalt hier.

 

Meine Grüße gehen raus an alle zurückgebliebenen, nach Bonn und anderswo in Deutschland.

Bis bald, euer Kilian

Rumpelkammern – When clubs go off the hook

•25. Juli 2009 • Kommentar schreiben

Derzeit einige der wohl international / regional mit druckvollsten live-sets… Für all jene die es lieben wenn der Club überkocht… Falls in Reichweite, hin und für mich mittanzen…

 

Rusko

UK – Progressive Dubstep
Live in Los Angeles, Lieder: Rats in the kitchen und Cockney Thug

 

Bloody Beetroots

Italy – Electro
Live im Bootshaus in Köln

 

Diplo

USA – Electro, WorldBeat
Live auf dem Melt! 2009

 

Schlachthof Bronx

München – Electro, WorldBeat, Balkan, BavarianBass

Ob sowas auch nach Bergen finden wird.. hm in meinem Zimmer dann vielleicht..

Melt! 2009 – Abseits der Hauptacts hingehört

•20. Juli 2009 • 2 Kommentare

Endlich wieder ein Festival

Aaaah Andi aaah aah Andreas oh … auch schon wieder geil. Kurz vor meinem Umzug nach Bergen/Norwegen ließ ich mich noch Last-Minute für das Melt! Festival überreden. Und ich hab es in keinster Weise bereut. Super Zeltnachbarn (Grüße in die Pfalz und nach Ulm), tolle Musik bis zum Sonnenaufgang, trockenes Zelt trotz Gewitterstürmen und eine sehr positive Gesamtstimmung. Vor allem friedlich, international.. Melt! 2010 wird schon mal angedacht…

Die Erwartungen in die Electro-Acts wurden erfüllt und teilweise deutlich übertroffen. Auch wenn ich dafür oft die Künstler auf der Hauptbühne verpasst habe. Aber ich denke, die großen Namen wie Oasis, BlocParty, Animal Collective oder Royksopp sind den der Indiemusik zugeneigten Lesern bekannt und die dazugehörige Musik auch, so dass da an anderer Stelle drüber berichtet werden soll. Ich hab mich lieber an die kleineren Bühnen gehalten – zusammen mit vielen Engländern, Holländern, Italienern und wenig Deutschen. Daher möchte ich ein paar mehr oder weniger verbreiteten Künstlern mit je einem Musikvideo auf meinem Blog vorstellen. Viel Spaß beim Entdecken und Reinhören und bitte nicht abschrecken lassen, wenn das ein oder andere Lied nicht gleich ins Ohr geht, die vorgestellten Genres sind sehr unterschiedlich.

Demnach den Tagesabläufen von Freitag bis Sonntag folgend:

TRG - Your friends like techno - EP

Rumänischer Dubstep – tiefgehende Elektronika das gegen Ende hin sehr nach vorne geht

Tim Exile - Family Galaxy

Electro aus einer anderen Sphäre…

Magnetic Man feat. Benga & Coki - Night Vision

Eine DER Dubstephymnen… Musik für das 21. Jahrhundert

La Roux - In for the kill (Skream rmx)

Nun, Dubstep ist ungewohnt für die meisten Indierock und Normalohren.. aber im Dubstep-Remix können die meisten Lieder nur noch zusätzlich gewinnen. Der relativ zeitnahe Live-Vergleich zwischen Original und Remix lässt mich eindeutig zu letzterem tendieren… Massive!

kode 9 & spaceape - 9 samurai

Dubstep again. Gewaltig und unaufhaltsam wie eine Naturgewalt

Super 700 - Somebody tried to steal my car

Gute Musik für die Seele – aus Berlin mit iranischstämmiger Sängerin. Wunderbar zum Träumen…

Daniel Haaksman - Pobum Coco (Originalmix)

Worldbeat trifft Elektronik… leider zu einem undankbaren regnerischem Zeitpunkt am auflegen gewesen – so gehörte der Strand mir und einer Hand voll anderer Leuten. Aber traf dennoch so ziemlich genau meinen Geschmack.

Anna Ternheim - No Subtle Man

Anscheinend wurde diese Musik für zu ruhig und einfühlsam gehalten, als das sie an mich herangetragen worden wäre – aber ja, ich mag das. Sehr sogar.

Buraka Som Sistema - Kalemba (wegue wegue)

Worldbeat Elektro Dancehall Hiphop Mashup aus Portugal vom Feinsten.. großartige Liveshow

Diplo feat Lazor Major feat Switch - Pon de floor

Bei Diplo wär ich beinah explodiert beim tanzen… das sollte Hinweis genug sein was DAS für eine show war… Bestes DJ set mMn. bei Melt! 2009

Bonaparte - Anti Anti

Wirkt komisch, brennt sich aber ins Gedächtnis. Es hat sich ja rumgesprochen inzwischen, dass Bonaparte live mit das Verrückteste auf die Beine stellt, was man zu sehen bekommt…

Kakkmaddafukka - Crazy on the dancefloor

Indie von der Band mit dem besten Namen!?

Fagget Fairys - Feed the horse

Evil T.A.T.U. kann ich da nur sagen.. schon mal vorgestellt hier. Dänische Lesben mit bosnisch-islamischen Background auf Electro.

Le Corps mince de Françoise - Cool and bored

Finnische Mädels auf Speed – Live mMn. besser als im Video aber auch so gut… hat meine Laune Sonntags angehoben

2 Street-Fotografien

•9. Juli 2009 • Kommentar schreiben

Street – darunter werden gern sämtliche Machwerke verkauft, die irgendwo auf Straßen aufgenommen wurden und dann in schwarzweiß konvertiert worden sind. Das kann ich auch manchmal ein wenig. Museumsmeile Bonn und Alexandria Ägypten…

Seelenlichtspiegel

Seelenlichtspiegel

Talk to your Alter Ego

Talk to your Alter Ego

Krummau – Český Krumlov

•2. Juli 2009 • 1 Kommentar

Kleinod an der Moldau

Wenn von einer historischen Stadtschönheit in Tschechien gesprochen wird, ist meist die Rede von Prag, der Goldenen Stadt. Aber neben Prag bietet Tschechien noch viele weitere sehenswerte kleine und mittlere Städte. Marienbad und Budweis gehören für den deutschen Urlauber sicher mit dazu. Doch eine kleinere Stadt hat es ob ihrer Schönheit und ihrer reizvollen Lage bis zum Weltkulturerbe der UNESCO geschafft: Böhmisch Krummau, zu tschechisch Český Krumlov. Die Stadt hat knapp 14.000 Einwohner und liegt in Südböhmen an einer Moldaudoppelschleife.

Bis zum Ende des zweiten Weltkrieges war der überwiegende Teil der Bevölkerung von Krummau deutschstämmig. Nach der Vertreibung gehörte Krummau zur CSSR. Bereits 1963 wurde der historische Stadtkern unter Denkmalschutz gestellt, so dass das malerische mittelalterlich-barocke Ensemble erhalten blieb. Die Stadt wird überragt vom Schloss der Fürsten zu Schwarzenberg, dass wie eine Miniaturausgabe des Hradschin wirkt. Auch einige schön renovierte Kirche überragen die normalen Bürgerhäuser, die mit ihren bunt verzierten, teilweise in der Sgraffitto Technik verzierten Fassaden, enge Gässchen säumen. Der Status des Weltkulturerbes macht sich ein wenig negativ bemerkbar. Japanische Reisegruppen, „Billig“-Restaurants und Souvenierläden haben die meisten Individualgeschäfte verdrängt. Um dem Ansturm der Massen zu entgehen, empfiehlt sich eine Reisezeit außerhalb der Saison. Dann kann man die einsame Ruhe für sich genießen und nicht zuletzt wenn ein wenig Nebel oder Nieselregen über der Stadt hängen, wird man vom morbiden mittelalterlichen Charme vereinnahmt.

Für die Anreise von Deutschland aus empfiehlt sich der Zug vom Grenzübergang Haidmühle/Nove Udoli. Über Tusset, Cerny Kriz geht es dann nach Oberplan zum Moldaustausee, von dort fürht die Fahrt dann schließlich nach Krumma. Nicht verpassen darf man dabei, in den kleinen Bahnhofs“spelunken“ das leckere tschechische Bier zu probieren. Platan, Gambrinus oder eben das hervorragende Eggenberg in Krummau selbst (vll. sogar mit Brauereibesichitigung). Auch die Fahrt durch die Moorlandschaft entlang der Moldau lohnt sich, da diese Gegend durch ihre ehemalige Randlage am Eisernen Vorhang von größeren menschlichen Eingriffen bislang verschont wird. Sogar eine kleine Elchpopulation gibt es am Moldaustausee.

Alles in allem ist Krummau ein lohnendes Ziel für einen Tagesausflug, das man auch mit Budweis oder dem Moldaustausee kombinieren kann. Die nun folgenden Bilder geben einen kleinen Eindruck von der Atmosphäre in der Stadt.

Acrylick - Bonita

Český Krumlov

Schlossturm

Schlossturm

Kirche über der Moldau

Kirche über der Moldau

Kopfsteingasse

Kopfsteingasse

Moldauschleife

Moldauschleife

Zu den Natur- und Landschaftsbildern geht es HIER.

MAMMUT Cima Outdoor Jacket

•23. Juni 2009 • Kommentar schreiben

Wenn meine Seele eine Jacke wär, dann diese

Mammut Cima

Mammut Cima

Heut mal wieder ein kleiner Bericht zu einem meiner Lieblingskleidungsstücke. Im Rahmen eines Geländepraktikums im Gletschervorfeld des Mortaratsch Gletschers am Fuß des Piz Palü in der Schweiz brauchte ich 2007 eine neue Outdoor-Jacke. Meine Wahl fiel auf die Mammut Cima Jacket in schwarz – eine Entscheidung die ich nie bereut habe. Was zunächst bei einer Neuerwerbung eine Rolle spielt ist natürlich der Preis. Und für Mammut-Qualität zahlt man ordentlich. Für die zwei- und dreilagigen Outdoorjacken muss man meist über 300 Euro berappen. Aber die Investition hat sich gelohnt.

Bei der Cima handelt es sich um eine leichte aber doch sehr robuste Outdoorjacke, die durch die Möglichkeit eine Unterjacke einzuzippen auch im Winter ihre Ganzjahrestauglichkeit unter Beweis stellt. Durch ein ausgeklügeltes Belüftungssystem und funktionalen Schnitt bietet sie einen hohen Tragekomfort und im Gegensatz zu den weitverbreiteten JW Jacken ist sie auch wirklich wasserdicht.

Zu Mammut muss man ja nicht viel sagen. Das Schweizer Unternehmen hat sich als Hersteller von qualitativ hochwertiger Outdoor, Kletter und Snowboard Kleidung auf dem Markt etabliert.

Mammut

Mammut

Zu den Ausstattungsmerkmalen:

  • Material: GORE-TEX® XCR® 2-Layer SRP40 MN, GORE-TEX® XCR® 2-Layer Osprey, 100% Nylon
  • abnehmbare, verstaubare und vielseitig verstellbare Kapuze
  • 2 Seitentaschen mit RV
  • 1 von aussen bedienbare Napoleontasche
  • 2-Wege-Front-RV
  • Unterarm-RV für zusätzliche Ventilation
  • Gorilla Tape-Verstärkung
  • einhändig regulierbare Kragenweite
  • einhändig verstellbarer Saumkordelzug
  • Zip-In-RV-System für Innenjacke vorhanden
Outdoor Einsatz

Outdoor Einsatz

Soweit die „technischen“ Details. Doch wo hat sich diese Jacke nun bewehrt. Dabei hatte ich sie in der Schweiz, in Bayern und Österreich, in Tschechien, in Ägypten,in Belgien und in Norwegen. Aber durch ihre schwarze Farbe, den schlichten Schnitt und die minimalistische Erscheinung macht man mit ihr auch in der Stadt eine gute Figur. Gedeckte Farben bevorzuge ich bei Jacken in jedem Fall – diese augenkrebsbunten JW und NF Jackeninvasion in deutschen Innenstädten kann man sich ja nicht mehr lange ansehen. Neben verschiedenen Bergtouren, auch bei Regen, Wanderungen und Geländeaufenthalten im Rahmen des Studiums möchte ich gerne zwei Situationen hervorheben, in denen ich mich auf die Jacke verlassen konnte: Zum einen bei einem mehrere Meter tiefen Sturz beim Fotografieren in den Felshalden des Kunzensteins. Um meine Kameraausrüstung zu retten hab ich sie mit beiden Händen auf den Bauch gepresst und bin dann ohne die Möglichkeit mich abzufangen auf der Seite und auf dem Rücken mehr oder weniger weit abgestürzt. Ich selbst hatte mehre blutige Schürfwunden doch an der Jacke war keinerlei Verschleiß festzustellen. Was mich wirklich überrascht hat ob der schmerzhaften Rahmenhandlung. Der andere Fall bezieht sich auf eine sehr rasante halb laufende Besteigung der Benediktenwand unter Zeitdruck. Bei Sonnenaufgang startend begleitete mich die Jacke von der äußerst kalten Talsohle bis hinauf zum Gipfel wo sich insbesondere in schattigen Partien ein eisig beißender Wind manisfestierte. Aber die Cima hat diesen Temperaturextremen standgehalten. Erst als die Sonne stärker wurde, verstaute ich sie. Auch hier hat die Jacke sich als sehr flexibel und vielseitig erwiesen.

Alles in allem kann ich die Outdoor Jacken von Mammut nur empfehlen: Sie sind ihren Preis wert, zuverlässige Partner in der Natur und auch in der Stadt bei widriger Witterung.

La Brass Banda

•22. Juni 2009 • Kommentar schreiben

bavarian-gypsy-brass- balkan

La Brass Banda

La Brass Banda

Es ist Zeit über diese Band zu schreiben. Denn wenn eine bairisch singende Band in Bonn auf einer Clubparty gespielt wird, dann will das was heißen. Bei der Worldbeatparty im Nyx musste ich inmitten von Balkanbeatklängen aufhören, als auf einmal vertraute Sprachlaute an mein Ohr drangen. Die Masse der Besucher hat die Liedzeilen natürlich für balkanesen Kauderwelsch gehalten – aber es war bairisch. Die Brass Banda am Rhein…

Im Alpenraum macht diese innovative Band in letzter Zeit von sich Reden: La Brass Banda. Ihr Sound wird beschrieben als Bayerischer Gypsy Brass, als Balkan Funk Brass oder noch viel besser Alpen Jazz Techno.  Aber im Endeffekt ist es die Musik, welche die fünf Burschen einfach spielen wollen, ohne sich in das Korsett einer Stilzuordnung zwängen zu wollen. Klar, man hört die bayerischen Wurzeln immer wieder mal raus, aber die musikalischen Einflüsse reichen von Mittelamerika, über Afrika bis hin zum Balkan. Alles in allem ergibt sich so ein wilder Blechmusikmix der sofort in die Beine fährt und zum Tanzen anregt. Die Band sagt von sich selbst, dass sie eine Philosophie der Einfachheit erschaffen hat. Sie leben den Rock’n'Roll so, wie sie sich ihn vorstellen, in einer bayerischen Prägung mit Blasmusik.. getragen von ungenierten Texten, zuckenden Offbeats und wummernden Bässen.

Und da ich das für eine sehr gute Sache halte, will ich das ganze doch gern im Netz weiter spreaden…

zunächst mal ein 2008er Auftritt anlässliche des Straßenfestes des Optimol Record Shop in Minga:

und hier noch ein herrlicher Mitschnitt vom DonauInselFest in Wien – der für die Live Qualitäten des Quintetts spricht

Weitere Lieder, auch mit anderen musikalischen Wurzeln, finden sich auf MySpace.

Informationen zur Band gibts auf ihrer Homepage.

Portraitversuche Indoor Altstadt Bonn…

•15. Juni 2009 • Kommentar schreiben

Tapetenfreuden

Ende Mai hab ich mal nach längerer Zeit wieder gezielt Portraitfotos gemacht. Spontan meldete sich die Juli bereit eine nur für paar Tage offenstehende Location für paar Bildversuche zu nutzen. Wegen der „Kunst“(…)-Ausstellung „Das Springende Reh“ der Alaunus Akademie in Alfter war ein größerer Altbau an der Maxstraße in Bonn frei begehbar. Diese Gelegenheit 70er Jahre Tapeten als Hintergrund zu bekommen wollte ich nicht ungenützt verstreichen lassen. Alles in allem eine lustige Angelegenheit – vielleicht nicht immer völlig Ernst abgewickelt – aber zusammen mit einer lustigen Diskussion mit den Ausstellungsverantwortlichen war es dennoch ein netter Nachmittag. Warum zwei Menschen mit Kamera aber eine Ausstellungskonzeption beeinflussen und die Wahrnehmung der Besucher verändern in den einzelnen Räumen hab ich bis heute immer noch nicht verstanden. Denn wenn der Besucher den Raum erst betreten hat, wird er doch selbst zum Teil des veränderten Raums und verändert ständig selbst durch seine Mobilität die Anordnung der Rauminhalte und das Gleichgewicht in diesem. Nunja.. ich hab mich amüsiert.

Frontal

Frontal

Holzbohlen

Holzbohlen

Weitere Bilder – wie immer - HIER.

Guade Prints aufm Leiberl – dynamic recordstore in Wien

•10. Juni 2009 • Kommentar schreiben

Endlich mal interessante Shirts

Beim schlendern durch die Einkaufsmeile der Neubaugasse in Wien fällt mir plötzlich an einer Seitenstraße ein eher unscheinbares Plakat auf, dass für „Records, DnB, Tekwear, Breakbeats, Dubstep, Clothing and Accessoires“ Werbung macht. Klang vielversprechend, ist es auch. Manchmal lohnt es sich, auch in der Stadt mit offenen Augen nach den besonderen Dingen des Alltags Ausschau zu halten. Der ca. 25m² große Laden präsentiert sich beim Betreten in leichtes Zwielicht getaucht. Ein Atmospheric Drum n Bass Song bot die passende Untermalung. An den Plattentellern und den Kisten mit den neuestem Vinyl steht Kundschaft, welche augenscheinlich die Musik zum Lebensgefühl auserkoren hat. Ich lies den Blick mal durch die Perlen der Dubstep-Kiste wandern… irgendwann muss ich mir auch noch einen Plattenspieler anschaffen, zu gut ist das Gefühl, wahre analoge Musik in den Händen zu halten. Skream, Rusko, Caspa, Burial… wow! An den hohen Wänden werden die Shirts mit ihren teilweise sehr interessanten Prints präsentiert, ebenso an drei Kleiderständern. Die Beratung ist sehr freundlich und offen.. Wohlfühlatmosphäre.. eine Umkleidekabine gibts (noch) nicht, dafür kann man in den angrenzenden Raum gehen, der als Büro und Versandlager gleichzeitig dient. Toll, endlich authentische Atmosphäre. Ich kann jedem der nach Wien kommt und halbwegs mit den genannten Musikrichtungen konform geht empfehlen, diese kleine Schatzkammer aufzusuchen.

Die Shirts sind US Importe.. einerseits von den Herstellern der DJ-Technik, Tekwear, blutig martialistisch von Iron Fist und nicht zuletzt mit kongenialen Aufdrucken von Acrylick. Eines der Shirts hab ich erstanden, aber die Verlockung ist groß, sich mit weiteren einzudecken…

Sollen die Bilder für den Laden sprechen – Favoriten:

Acrylick - Bonita

Acrylick - Bonita

Acrylick - Hungry

Acrylick - Hungry

Acrylick - Mindcontrol

Acrylick - Mindcontrol

Acrylick - Audible Essence

Acrylick - Audible Essence

Dynamic Recordstore Wien

Homepage

Dynamic Recordstore
Esterhazygasse 32
1060 Wien
Austria

Wien im Frühjahr – Alaska im Winter

•9. Juni 2009 • Kommentar schreiben

Soundtrack für eines meiner Leben

2006 landete ein Album auf CD in meinem Regal mit Musik, die ich in dieser Form gespielt bis dahin noch nicht gehört hatte: Gulag Orkestar – das erste Album von Beirut. Der Soundtrack der Sehnsucht für alle Freunde von Ost- und Südosteuropa. Noch immer steht er ja an – der große Roadtrip durch den Balkan hinab und den Osten wieder hoch. Aber nicht mehr 2009, denn Skandinvaien ruft ab Anfang August, aber zurück in die Gegenwart zunächst: Beirut ist inzwischen in der Belle Étage der Indie Musik angekommen und wird weitverbreitet gepriesen.
Aber es nahm mich Wunder, ob es auch andere Künstler gibt, die ihren Instrumenten ähnliche Töne entlocken. In Wien fand ich dann schließlich zugang zu einem ähnlichen Interpreten (vielen Dank an J. an dieser Stelle für die Hörproben): Alaska in Winter.

Brandon Bethancourt ist der Frontmann von „Alaska in Winter“. Die Musik weist elektronische Einflüsse auf, bemerkenswert ist, dass Brandon von der „Art School“ in Albuquerque, New Mexico geflogen ist. Danach hat er während des Winters ein Semester lang in einer kleinen Kabine weit draussen in „the Middle of Nowhere“ Alaskas Musik aufgenommen. Daher auch der Projektname „Alaska in Winter“. Bethancourt kam danach zurück nach New Mexico und bot an seinen Freunden, Zach Condon (Beirut), Heather Trost (A Hawk and a Hacksaw), Hari Ziznewski (Rap), Stefanie Lamm, Rosina Roibal, Hilary Bethancourt, und Naila Dixon mit seinen Kompositionen zu helfen.
Inzwischen lebt Bethancourt in Berlin wo er das „Sophomore“ Album Holiday aufgenommen hat, welches am 17. November 2008 in Deutschland veröffentlicht wurde. Er tingelt durch das alte Europa um die verschiedenen musikalischen Einflüsse in seinen Werken zu verarbeiten… gewisse Ähnlichkeiten mit Beirut mögen bestehen, doch auch viel Eigenständiges.

Wunderbare Musik zum Träumen und zum Gedanken auf die Reise schicken…

Alaska in Winter - Balkan Lowrider Anthem 

Alaska in Winter - The Homeless and the Hummingbirds

Alaska in Winter - Berlin Rosen Remix

Hier gehts zum Myspace von Alaska in Winter. Interessanterweise hab ich eben auf der Myspace Seite gelesen, dass AiW im September in Bergen spielen werden auf dem Phonofestival. Nun denn, da werd ich wohl dabeisein.

Unterwegs im Kainzbachtal

•3. Juni 2009 • Kommentar schreiben

Von Libellen und anderen seltenen Dingen

Schon sind wieder ein paar Tage vergangen, dass ich hier etwas verfasst habe. Die Gründe sind vielfältiger unitechnischer und lebenslustiger Natur. Nachdem das Gros der Referate für dieses Semester abgearbeitet und über Pfingsten eine Woche frei ist, bin ich mal wieder in meine Heimat, die Oberpfalz, gefahren. Die 3 Tage hier nutzte ich intensiv für den Weg zurück zur Natur. Kontrastprogramm zum Bonner Studentenleben – Die Kamera war natürlich dabei.

Zunächst sei erwähnt, dass in meiner Heimatgemeinde Tännesberg bayernweit auf die Fläche gesehen die meisten Naturschutzprojekte umgesetzt wurden. Dazu gehören Freistellungen von mit Fichtenmonokulturen aufgeforsteten Bachtälern, die Pflege von Waldwiesen und die Anlage von Feuchtbiotopen für den hier noch heimischen Schwarzstorch. Insgesamt sind im weitläufigen relativ ungestörten Waldgebiet Tännesberger Forst noch einige seltene Spezies der Vogelwelt vertreten. Zu nennen sind der schon erwähnte Schwarzstorch und der Uhu. Aber auch Eisvogel, Fischadler und Wiedehopf konnte ich hier schon beobachten. Nun gut, der Fischadler lag tot auf dem Eis eines zugefrorenen Teiches. Daneben gibt es natürlich noch viele weitere schützenswerte Arten aus Fauna und Flora. Orchideen, Heuschrecken, Libellen und Schmetterlinge sind mit teilweise gefährdeten Arten vertreten.

Hier eine Übersichtskarte des größten Projekts „Renaturierung des Kainzbachtals“:

Kainzbachtal

Kainzbachtal

Zunächst möchte ich die Bilder von drei Libellenarten vorstellen. Denn schon wieder ist die Zeit knapp. Heute um halb 2 geht mein Zug nach Wien.. aber ich bin zuversichtlich nächste Woche wieder einiges hier einzustellen.

Azurjungfern bei der Paarung

Azurjungfern bei der Paarung

Weibliche Plattbauchlibelle

Weibliche Plattbauchlibelle

Westliche Quelljungfer

Westliche Quelljungfer

Weiter Spinnen- und Insektenmakros gibt es HIER