Tag Archives: witch

Musik: Sixth June & Butterclock

6 Mrz

Sixth June

Serbien ist mehr als nur Balkanklänge. bildraum hat ein kleines Faible für Synthieklänge. Seien es nun wie zuletzt Kavinsky, Trust, Symmetry oder auch John Maus, Soft Metals, Xander Harris, Pictureplane und Ladytron. Sixth June sind Laslo Antal und die Sängerin Lidija Andonov. Beide stammen ursprünglich aus Belgrad – erst Jugoslawien dann Serbien und siedelten dann nach Berlin über. „Electronic Dark Pop“ nennen sie ihre Musik – frei von Remineszenzen an den Balkan. Die Musik klingt international herausgelöst aus einem regionalen Kontext – die 80er und Depeche Mode klingen an. Die Lieder sind melancholisch aber doch eingängig. Das erste Album „everytime“ erschien 2010 auf „No Emb Blanc„. Der Namen gebende Titel „back for a day“ von der 2011er EP bei Mannequin hat Ohrwurmqualitäten. Die Musik bleibt immer greifbar, ist niemals überproduziert und hat daher wohl eine längere Halbwertszeit als so manches andere derzeit omnipräsenten Synthwerke.




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Butterclock

Butterclock“ ist eine junge Pariserin die inzwischen auch in Berlin und Brooklyn zuhaus ist. Die Künstlerin ist erst mit einigen Track im Netz in Erscheinung getreten – stilistisch scheint sie Witchhouse und düsteren RnB Klängen nahe zu stehen. Man mag Anklänge von Zola Jesus oder Bat for Lashes heraushören, aber wenn man die einzelnen Tracks verfolgt, fällt auf, dass Butterclock sehr experimentierfreudig ist. Öfter arbeitet sie auch mit bildraum-Favorit oOoOO („oh“, EP 2010, neue EP April 2012) zusammen. Unter anderem bei ihrem Track „Hustling“ oder auf der neuen oOoOO EP bei „NoWayBack„. Eine Künstlerin die man auf jedenfall im Auge behalten sollte – weibliche Vocals samt (Dark) RnB und angewitchten Klängen sind nach wie vor envogue.



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Mixtape: ZombieRave by MaterSuspiriaVision

5 Jan

2010 hatte bemerkenswerte musikalische Ausgeburten. Wollte ich mal teilen mit allen Hexenhäuslern, Bassdoktoren und sonstigen musikalisch aufgeschlossenen Menschen. Durchaus ein wenig originell aber trifft wohl nicht den Allgemeingeschmack. Siehe auch die Tracklist. Zunächst ein paar Hörproben und dann „willenlos“…

 

 

willenlos

ZOMBIE RAVE MIXTAPE

0. Resident Evil Intro
1. In-trance - Te quiero (Beast Drag Mix)
2. C&C Music Factory - Gonna make you sweat (Woodoo Mix)
3. Fabio Frizzi - Voci dal Nulla (from The Beyond)
4. MOON - Le red
5. Sash - Ecuador (Sandokan VS the Zombies Mix)
6. Cranberries - Zombie (Zombie Rave Mix)
7. Snap - Rhythm is a dancer (AIDS-3D Mix)
8. ℑ⊇≥◊≤⊆ℜ - In my NO Religion
9. Pregnancy Pact - u taek ur craq
10. Felix - It will make me crazy (Return of the living dead)
11. Faithless - Insomnia (Zombie Dub Mix)
12. AIDS-3D - Zombie
13. Skinny Puppy - Testure (Dark Beach Mix)
14. Theme from Maniac Mansion - The Game (Drag Mix)
15. Praga Khan - Injected with a Poison (Zombie Rave Mix)
Interlude - Cranberries have lost their Zombie notes
16. ℑ⊇≥◊≤⊆ℜ - JBID
17. Theme from Tetris - The Game (Drag Mix)
18. Technotronic - Pump up the Jam (Zombie Dub Edit)
19. Technotronic - Pump up the Jam (Ghost Drone Mix)
20. Snap - Rhythm is a dancer (Ghost Drone Edit)
21. ℑ⊇≥◊≤⊆ℜ - DELERIUM Silence (Zombie Rave Mix)
22. Bluemchen - Herz an Herz (Zombie Rave Mix)
23. ABBA - The Winner takes it all (Drag, Drone n' Destroy)





 
 

Aktuelles Genre: Witch House

11 Nov

Hexenhausdarstellung im Original von  Bernhard Oberdieck, weitere ansprechende Darstellungen des Illustrators finden sich auf  www.kinderbuchillustration.com

Lo-Fi Klänge aus dem Hexenhaus

Der Stoff, aus dem schaurige Novemberabende sind. Vor ein paar Monaten wurde auf Bildraum die Musikrichtung „Chillwave“ vorgestellt. Heute soll eine weitere Vorstellung folgen. Oftmals wird gesagt, es wäre der düstere Gegenentwurf zur Chillwave-Bewegung: Die Rede ist von Witch House. Das Hexenhaus. Aber wird sind nicht bei Grimms Märchen gelandet, denn die Interpreten neigen zwar zu märchenhaften Bandnamen und Liedtiteln, aber nehmen ihr musikalisches Handwerk durchaus ernst. Witchhouse – oder auch Screwgaze genannt-  ist eine ziemlich junge Angelegenheit, das erste Mal tauchte die Bezeichnung 2009 in diversen Blogs auf, ebenso wie die ersten Tracks Ende 2009 auf YT Runde machten. Die Band Salem könnte man als Wegbereiter für diese junge Strömung bezeichnen. Doch der Wandel in den Musikgenres passiert immer rasanter – wie die Moden in anderen gesellschaftlichen Bereichen eben auch. Gestern noch Dubstep, New Rave oder Bassline – heute schon UK Funky, Karnival, Juke oder eben Witchhouse. Die Spannung ist groß ob Chillwave nächstes Jahr noch ein Thema sein wird – doch verstärkt durch die 60s Anleihen von Lo-Fi Sorgenfrei Bands wie Best Coast oder dem für Anfang Januar heiß erwartete Album von Tennis könnten sich die Garagen Dreampopper durchaus ein wenig festsetzen in den gehorsamen Gehörgängen magazinselektierter Szenegänger. Doch zurück zur dunklen Seite der Macht. Was sind nun die Merkmale von Witchhouse?

Merkmale

Zunächst mal fallen seltsame geometrische Symbole in allen möglichen Kombinationen als Namen verwendet auf, wie diese hier:

▲†‡†▼□■□■□■oOoOO///▲▲▲\\\

Diese scheinbar willkürliche Aneinanderreihung von Zeichen und Symbolen steht für die Bandnamen von 5 Bands, u.a. Black Pyramid, Mourning Star und rrritualzzz. Interessanterweise gab es in digitalen Fotocommunities auch einen Trend den Bildtitel durch Vereinfachung der Bildkomposition mittels Schriftzeichen festzulegen. Würde man dem obigen Zeichensatz zufällige Töne zuordnen und diese zu einer Karusellfahrt durch einen Lo-Fi Synthie anregen, dann käme man vermutlich kennzeichnenden Soundelementen von Witch House schon ziemlich nahe. Hinzu kommen Drum-Machines mit 80er Attitüde, Deley und Reverb Effekte und eine einfach klar zu erkennende aber schwer in Worte zu fassende Grund Geräuschkulisse. (Durch Hören aber eindeutig zu identifizieren). Einflüsse kommen aus Musikrichtungen. Die dunkle Seite der 80er klingt durch, daneben treten mehr oder weniger stark Anklänge von Dubstep (in Hyperdub oder Buriel Manier), New Wave, Goth Wave, IBM, Industrial, Dark Ambient und Gangsta Rap auf. Künstler wie Crystal Castles und Fever Ray können zu Witch House Brücken schlagen.Der Gesang ist oft elektronisch verzerrt und die Texte gelegentlich für den in die Hexenkunst uneingeweihten sinnentleert… doch auch hier liegt die Kraft wieder mehr in den Symbolen als in der Verständlichkeit.

Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch die Video-Bildsprache, die dazu beiträgt, düstere und okkulte Bilder zu erzeugen. Man findet oft Ausschnitte aus Filmen der Stummfilmepoche, Horrorfilme oder auch psychodelische Effekte. Psychobilly des 21. Jahrhunderts. All dies trägt dazu bei, dass Witch House sicher eine der skurilsten, aber auch interessanten neuen Musikströmungen ist. Ein Großteil der Künstler veröffentlicht noch eigenständig online, man darf gespannt sein ob das Hexenhaus in den Hauptfokus der Popkultur gerät.Auf jeden Fall ist diese Musikströmung nicht unbedingt leicht zugänglich, aber da gerade wohl noch die Pionierphase herrscht muss man dem Ganzen vielleicht auch noch ein wenig Zeit geben.

Natürlich dürfen einige Musikvideos zum Genre bei einer Vorstellung nicht fehlen. Die Musik könnte etwas verstörend sein, Anspieltip ist White Ring (meiner Meinung nach auch die Gruppierung mit dem meisten Potential > myspace, CC lässt grüßen… vielleicht auch noch Balam Acab, ein 19jähriger Student aus New York der auch gut  mit  elektronischen Klängen alá FlyLo und Gonjasufi kokettiert). Für eine langsamere Annäherung an das Genre von außen seien Health oder Star Slinger empfohlen.

White Ring - Suffocation
White Ring - lxC999
White Ring - Roses
Balam Acab - See Birds
Balam Acab - Regret Making Mistakes
Salem - Skullcrash
Salem - King Night
†‡† - rrritualzzz - ▲
oOoOO - Seaww
LAKE R▲DIO - Every Little THING

Kein Witch House, aber ein Meisterwerk dunkler mythischer elektronischer Musik, das sich nur als Gesamtstück genossen in seiner Wirkung erschließt: Das Album By the throat von Ben Frost aus Island

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