Tag Archives: verwunschen

Fotografie: Auf Rotkäppchens Spuren…

6 Nov

…im herbstlichen Nebelwald

 

Den Wolf hab ich nicht getroffen. Nichtsdestotrotz ist der Oberpfälzer Wald – genauer der hinter meiner Haustür beginnende Tännesberger Forst – bei Hebst und Nebel immer für ein paar verzauberte Waldeindrücke gut. In der vergangenen Woche war der Oberpfälzer Wald zwischen seinen nördlichen und südlichen Eckpfeilern Entenbühl (901m) und Schwarzkopf (cz: Cerchov, 1061m) die Linie an der aus dem Böhmischen Becken hereinströmender Hochnebel mit dem Sonnenschein in Bayern konkurrierte. Sehr wechselhafte Lichtverhältnisse waren garantiert. Teilweise war das Wetter in benachbarten Orten so unterschiedlich (sonnig klar zu nebelig bei Nieselregen), wie es normal nur über größere Entfernungen der Fall ist. Aber jetzt Impressionen aus der herbstlichen Märchenwelt (wenn ich mir das mal wieder so ansehe ist die 500px breite Präsentation hier auf dem Blog eigentlich viel zu klein… ):

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Außer Konkurrenz

…spontaner erster Versuch im Wald ein Auto fotografisch festzuhalten: Audi A3

 

 

Fotografie: Verwunschene Orte an der Westküste Portugals

25 Okt

Vom Zauber alter Königspaläste und des Atlanitks

Von Lissabon war an dieser Stelle in den letzten Wochen ja schon öfter die Rede – doch auch das Umland der portugiesischen Hauptstadt weißt einige sehenswerte Orte auf, die einen Abstecher lohnen – insbesondere wenn es in der Innenstadt zu heiß wird ruft die Küste und das Bergland.

Quinta de Regaleira in Sintra

Von Lissabon war an dieser Stelle in den letzten Wochen ja schon öfter die Rede – doch auch das Umland der portugiesischen Hauptstadt weißt einige sehenswerte Orte auf. Ein Ziel vieler Tagestouristen ist die Königsstadt Sinta. Diese kleine Stadt im nördlich von Lissabon gelegenen Bergland strotzt geradezu vor Parks und Palästen. Ehedem war sie der Sommersitz der portugiesischen Könige Gleich sieben richtig große Anlagen findet man dort – dabei ist die Quinta de Regaleira sicher mit die am mystischten angehauchte. Ein reicher Geschäftsmann verwirklichte sich am Ende des 19. Jahrhunderts seinen Traum von Schloss und von einem besonderen Park. Die Grotten und Quellen des Gartens sind an mythologische Inhalte angelehent und verbinden sich mit dem üppigen Grün der Bergwälder zu einem geheimnisvollen Reich der Sagen und Legenden. Der Film „Pans Labyrinth“ lässt grüßen. Am beeindruckendsten ist sicher die „Initiation Well“ – ein unterirdischer Turm. 27m tief führt hier eine große Wendeltreppe ins innere der Erde. Verschiedene künstliche Höhlen und Grotten münden in die Stufenspirale ein. Durch das Eindringen in das Erdinnere und das Zurücktreten an das Tageslicht werden die Seelenbilder archaischer Fruchtbarkeitsrituale aufgegriffen. Natürlich ist das ganze auch ein dankbares Fotomotiv.



Botanischer Garten Belem

Im Stadtgebiet von Lissabon selbst findet man den „Jardim Tropical“ im Stadtteil Belem; so ziemlich genau hinter dem populären Hieronymus Kloster gelegen. Während sich vorne im heiligen Gemäuer die Touristenströme ergießen, ist es im botanischen Garten angenehm ruhig. Die Atmosphäre der mit vor allem tropischen Pflanzen bestückten Parkanlage ist geradezu zauberhaft. Der morbide Charme der städtischen Bauten macht auch nicht vor dem Garten halt – so finden sich schön verzierte Gewächshäuser, an denen der Zahn der Zeit nagt, ein ehemaliger Adelssitz und viele weitere Gebäude und Themengärten in der Anlage. Die Vegetation wird dennoch relativ gut gepflegt, so dass es wirklich schön ist zwischen Palmen, Wasserflächen und mit gewaltigen Wurzeln versehenen Urwaldbäumen zu wandeln. Wie man sieht, ist der Garten auch eine sehr gute Kulisse für Portraits:

Adraga Beach

Das klassiche Baderevier Portugals ist ja die Algavre an der Südküste. Doch auch im Umland von Lissabon finden sich sehr schöne Strände. Die meterhohen Brecher des Atlantiks machen das Baden zwar zu einer nicht ungefährlichen Angelegenheit – aber zum Surfen und am Strand liegen sind die Gegebenheiten sehr gut. Neben den typischen feinsandigen Stränden möchte ich besonders zwei Badebuchten erwähnen. Zum einen den „Praia de Adraga“ – einen der schönsten Strände die ich bisher gesehen habe. Nicht umsonst wurde dieser Strand vom Guardian Magazin zu einem der 20 schönsten Strände Europas gekürt. Feinster Sand wird umschlossen von hohen dunklen Felsmassiven welche wiederum von Grotten durchbrochen sind. Vor der Küstenlinie ragen aus dem Wasser markante Felsnadeln, an denen sich die Wellen in wild schäumender Gischt brechen. Zusätzlich ist der Strand nicht so überlaufen wie die näher zur Hauptstadt gelegenen. Die beste Gelegenheit dem monotonen Heranrollen der Wellen zu lauschen. Oder zu Fotografieren – drei verschiedene Shootings konnt ich in den 4h in denen ich vor Ort war beobachten. Natürlich machte ich auch ein paar Bilder… Ein weiterer empfehlenswerte Strand ist der „Praia de Ursa“ – der Strand des Bärens. Selbst war ich nicht vor Ort, weil dieser nicht direkt anfahrbar ist und eine relativ Steile Wanderung in der Nähe vom Copa Roca – dem westlichsten Punkt Europas – nötig ist um den Strand zu erreichen. Doch die zyklopenhaft aufgetürmten Felstürme auf den Fotos die ich gesehen hab, versprechen eine noch beeindruckendere fotografische Kulisse als beim Praia de Adraga (wo wiederum der Strand schöner ist). Der eben genannte westlichste Punkt Europas wirkt durch sein weißes Leuchtturmhaus wirklich wie der Abschluss jeglicher Landmasse. Auch die Orte an der Küste zeigen sich pittoresk. Besonders Azhenas do Mar liegt eindrucksvoll an der atlantischen Steilküste. Vom dortigen Miradouro lassen sich auch die Angler beobachten, die von überhängenden Felsnasen Dutzende Meter in die Tiefe angeln. Die Menschen sind wie überall in Portugal nett – man isst abends frischen Fisch (Steinbarschfilet!) und in der empfehlenswerten (wenn man den Charme eines einfach Landhotels mag in dem seit Jahrzehnten die Zeit stehengeblieben ist) Pension Real in Praia de Macas schläft man in edelen alten Möbeln mit direktem Blick auf den Atlantik. Portugal und Lissabon – ein empfehlenswertes Reiseziel.


Verwunschene Plätze: Der Doost

23 Jul

Blockmeer

Raus in die Natur

Jetzt wo der Hochschulbetrieb vorerst wieder brach liegt, ist wieder mehr Zeit auch für außerurbane Aktivitäten. Vor langer Zeit erschien hier ein Beitrag zur Wolfslohklamm im Lerautal bei Leuchtenberg / Oberpfalz / Bayern in der diese als „Lieblingsplatz“ bezeichnet wurde. Nun soll ein weiteres Kleinod der Natur in der touristisch nicht überrepräsentierten Oberpfalz  hier vorgestellt werden: Der „Doost“. Dieses Blockmeer befindet sich in einem 10ha großen Naturschutzgebiet unweit von Diepoldsreuth (Gemeinde Floß). Bereits 1937 wurde das Geotop unter Naturschutz gestellt. Entstanden ist das Felsenwirrwarr durch eiszeitliche Prozesse und spätere Erosion, so dass die 50cm – 5m großen Blöcke vom leise unter den Steinen dahinglucksenden Bach „Girnitz“ freigelegt wurden. Die archaischen Ortsbezeichnungen lassen erahnen, dass der Ort von Sagen und Legenden umwoben ist. Der Name „Doost, Dost, Tost“ soll laut dem Sprachforscher Andreas von Schmeller vom tosenden Rauschen des Baches kommen.

Doost, Blockmeer, Wollsack, Granit

Felsen, Wasser, Bach

Entstehungsgeschichte:

„Als in geologisch jüngerer Zeit (vermutlich im Tertiär) eine oberflächennahe tiefgründige Verwitterung einsetzte, bildeten die Entlastungs-Klüfte [im Granit] besonders gute Angriffsflächen für die Erosion. Die rundliche Form der Blöcke kam dabei also nicht durch Abrollen (wie bei Geröll oder Kieselsteinen) zustande sondern durch geometrisch bedingte Gesetztmäßigkeiten. Ähnlich, wie bei einem Eiswürfel eher die Ecken und Kanten wegschmelzen verwitterten die Granitblöcke zur rundlichen Formen [=Wollsackverwitterung]. Auch die Eiszeiten haben zu dieser Fels-Formation beigetragen. Im Fichtelgebirge hat man nämlich festgestellt daß bereits 5 Grad Hangneigung in Zusammenhang mit tiefgründig gefrorenem Boden, der nur oberflächlich wenige Wochen im Jahr auftaut, zur Verfrachtung großer Blöcke hangabwärts führen kann. Dieser (kleinräumige) Transport hat zu der Konzentration der Blöcke im flachen Talgrund geführt. Die Girnitz [=der Bachlauf] hat lediglich in noch jüngerer Zeit den Verwitterungs-Sand weggeführt, den „letzten Schliff“ gegeben und die Blöcke so malerisch freipräpariert.“ (Freunde der Mineralogie und Geologie Weiden)

So ist dieses Naturschutzgebiet mit seinen Schönheiten sicher einen Ausflug wert. Vor zwei Jahren hab ich dort schon mal Fotos gemacht, aber sie erfüllen heute nicht mehr so recht meine Ansprüche. Daher soll dieser Beitrag gleichzeitig Motivation sein das Felsenmeer Doost mal wieder mit der Kamera aufzusuchen.

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