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LLL: Light Asylum | Lazer Sword | Laurel Halo

16 Mai

Zeitgenössisch

Mit drei Ls bekommt man einen guten Querschnitt des aktuellen Geschehens in der elektronischen Musik. Die Alben sind die logische musikalische Konsequenz der Entwicklungen der letzten Jahre. Laurel Halo auf Hyperdub (wie Burial, Hype Williams oder Ikonika) und Lazer Sword auf Monkeytown (Modeselektor Label) werden auf Labeln veröffentlicht, die wie wenig andere innovative Sounds (hier in London, dort in Berlin) unter Vertrag nehmen.

 

Light Asylum – Mexican Summer (2012)

Das Album von Light Asylum erinnerte beim ersten Hören an eine Mischung aus John Maus und Austra. Aufgefallen sind Shannon Funchess und Bruno Cavellio v.a. als Vokalisten u.a. bei Telepathe, Teengirl Fantasy oder TV on the Radio. Die vorab veröffentlichten Tracks ließen eine zeitgemäße Interpretation von 80er Jahre Klängen erahnen. Industrial, Synth-Punk und No Wave werden durch Light Asylum auf den heutige Stand geupdatet. Totale Eigenständigkeit bekommt das Album durch den Grace Jones ähnlichen und unheimlich variablen Gesang von Shannon Funchess.





Lazer Sword – Memory (2012)

Auf Modeselektors Monkeytown Label veröffentlichen diese beiden Herren ihr Debüt. Es geht bunt zu bei Lando Kal und Low Limit als Lazer Sword… eine Orgie an den Reglern. Musikalisch bewegt man sich auf den basslastigen Spuren der Labelvorderen, durch einen Hang zu Experimenten bekommt das ganze einen guten Schub Eigenständigkeit. Höchst unterschiedliche Stile werden hier zu einem Ganzen versatztwerkt. Horizonterweiternd.





Laurel Halo – Quarantine (28. Mai 2012)

Ende Mai erscheint das mit großer Spannung erwartete Debütalbum von Laurel Halo bei Hyperdub. Auf ihren beiden EPs King Felix und Hourlogic trat sie nachhaltig als Schöpferin elektronisch untermalter gegenweltlicher Popmusik in Erscheinung. Der Gegenentwurf zum Mainstreampop. Entsprechend hoch ist die Erwartungshaltung an ihr Debütalbum. Man darf sich auf Arthouse Pop im besten Sinne mit dominanten Vocals freuen.






 

 

bildraum mixtape #8: Nepomuk. – Shoot The Moon

2 Apr

The Knife | M83 | Chromatics | Crystal Castles | Kavinsky | Alaska in Winter | Trust | Ladytron | The Golden Filter | Wolfram | Pictureplane | Symmetry | SPK

 

Ovation an „Drive“

„Drive“ mitsamt Soundtrack könnte als eine art ästhetisches Konzentrat der aktuellen (Retro-)Popkultur durchgehen. Der Neo-Noir-Thriller der zu Jahresbeginn auch in Deutschland angelaufen ist zitiert die Krimis und Thriller der 70er und 80er Jahre. Wortkarge Einzelgänger kämpfen sich durch die Nacht. Je mehr Individualität für jeden verwirklicht zu sein scheint, desto faszinierender sind gerade diese Charatktere, welche sich nonkonform zu gesellschaftlichen Dogmen verhalten. Modern ist dagegen Bild- und Klangwelten: Durch den gezielten Einsatz von Farbe und Musik wird das Gefühl von Verlorenheit und Einsamkeit erst richtig akzentuiert. Arthouse trifft Grindhouse.

 

Nachtfahrt – Das Mixtape

Diese Klangästhetik war eine der Motivationen für dieses Mixtape. Musik für das nächtliche Dahingleiten über Autobahnen und Landstraßen. Ein Soundtrack für die imagiären Filme die man auf sich alleingestellt hinter dem Lenkrad abspult. Da ich sowieso ein kleines Synthfaible hab, war es nur eine Frage der Zeit, bis dieses Werk hier entstehen würde: Das Mixtape verbindet die Gegenwart mit der Vergangenheit – Dabei sind altgediente Ikonen wie The Knife, Crystal Castles, Alaska in Winter, Ladytron und Pictureplane. Dazu kommen aktuelle hymnische Anleihen wie Nightcall von Kavinsky, Lady von Chromatics und Midnight City von M83. Außerdem gegenwärtige unbekanntere Synth- und Gothtronicsounds von Symmetry, Trust, Soft Metals, Sixth June oder Wolfram.  Abgerundet wird das Ganze von 80er „Metal Dance“ und Industrialklängen von SPK, Hard Corps und Neon. Das ganze ergibt einen schön treibenden Ritt durch die Dunkelheit.

 

– free download –

 

Tracklist

01. |  Unknown - Police Radio Officer
02. |  The Knife - Heartbeats
03. |  Pictureplane - Goth Star
04. |  Symmetry - The Nightshift (Reprise)
05. |  Kavinsky - Nightcall (feat. Lovefoxxx)
06. |  Symmetry - Thicker Than Blood
07. |  Alaska in Winter - Streetgang Pt. 2 & 3
08. |  Chromatics - Lady
09. |  Alden Tyrell - What Your Eyes Can Do
10. |  M83 - Midnight City
11. |  Trust - This Ready Flesh
12. |  Neon - Voices
13. |  Trust - Bulbform
14. |  Soft Metals - The Cold World Melts
15. |  Crystal Castles - Baptism
16. |  Ladytron - Destroy Everything
17. |  The Golden Filter - Solid Gold
18. |  Hard Corps - Je Suis Passée (Dub)
19. |  Xander Harris - Opening Credits
20. |  SPK - Metal Dance
21. |  Annie - Songs Remind Me Of You
22. |  Wolfram - Out Of Control feat. Paul Parker
23. |  Sixth June - Back For A Day
24. |  The Knife - Pass This On

 

 

Musik: Sixth June & Butterclock

6 Mrz

Sixth June

Serbien ist mehr als nur Balkanklänge. bildraum hat ein kleines Faible für Synthieklänge. Seien es nun wie zuletzt Kavinsky, Trust, Symmetry oder auch John Maus, Soft Metals, Xander Harris, Pictureplane und Ladytron. Sixth June sind Laslo Antal und die Sängerin Lidija Andonov. Beide stammen ursprünglich aus Belgrad – erst Jugoslawien dann Serbien und siedelten dann nach Berlin über. „Electronic Dark Pop“ nennen sie ihre Musik – frei von Remineszenzen an den Balkan. Die Musik klingt international herausgelöst aus einem regionalen Kontext – die 80er und Depeche Mode klingen an. Die Lieder sind melancholisch aber doch eingängig. Das erste Album „everytime“ erschien 2010 auf „No Emb Blanc„. Der Namen gebende Titel „back for a day“ von der 2011er EP bei Mannequin hat Ohrwurmqualitäten. Die Musik bleibt immer greifbar, ist niemals überproduziert und hat daher wohl eine längere Halbwertszeit als so manches andere derzeit omnipräsenten Synthwerke.




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Butterclock

Butterclock“ ist eine junge Pariserin die inzwischen auch in Berlin und Brooklyn zuhaus ist. Die Künstlerin ist erst mit einigen Track im Netz in Erscheinung getreten – stilistisch scheint sie Witchhouse und düsteren RnB Klängen nahe zu stehen. Man mag Anklänge von Zola Jesus oder Bat for Lashes heraushören, aber wenn man die einzelnen Tracks verfolgt, fällt auf, dass Butterclock sehr experimentierfreudig ist. Öfter arbeitet sie auch mit bildraum-Favorit oOoOO („oh“, EP 2010, neue EP April 2012) zusammen. Unter anderem bei ihrem Track „Hustling“ oder auf der neuen oOoOO EP bei „NoWayBack„. Eine Künstlerin die man auf jedenfall im Auge behalten sollte – weibliche Vocals samt (Dark) RnB und angewitchten Klängen sind nach wie vor envogue.



soundcloud

Musik: Symmetry – Themes for an Imaginary Film

17 Feb

Ein alternativer Soundtrack für Drive?!

Drive“ hat in den letzten Monaten als ästhetisches Gesamtkunstwerk im Gegenwartskino Maßstäbe gesetzt. Johnny Jewel, der Produzent der hinter Symmetry (und Glass Candy und Chromatics und dem Label Italians do it better ebenso) steht war zunächst auch im Soundtrack von Drive involviert – letztendlich wurde aber v.a. die Produktionen von Cliff Martinez integriert. Unter seinem Pseudonym Symmetry veröffentlichte Johnny Jewel zum Jahreswechsel aber die „Themes for an Imaginary Film„. Das Projekt nimmt den Zuhörer mit auf eine Asphaltreise – Nachtfahrten, einsame Landstraßen, Highways. Das Album hält was das Cover verspricht. Ein Filmsoundtrack zu einem Film den es offiziell nicht gibt (wobei Drive als Konnotation naheliegend ist)… Die imaginäre Geschichte wird durch eingängige Melodien und Syntharrangements erzählt. Insgesamt finden sich auf diesem Soundtrack 37 Titel bei einer Laufzeit von zwei Stunden. So wird die Musik selbst zum Film – ein die realen Stimmungen musikalisch einfangender Begleiter auf langen Nachtfahrten. Ein sehr schönes Konzeptalbum, das aus den heute üblichen oft nur halbstündigen Veröffentlichungen angenehm heraussticht. Titel wie The Nightshift, Midnight Sun, Behind The Wheel, The Fading Faces, Ghost Town, Cruise Control etc. greifen Motive auf, die man selbst bei Fahrten in der Dunkelheit „erfährt“. Durchaus eine Empfehlung. Die analoge Veröffentlichung als 2CDs bzw. 3LPs erfolgt am 28. Februar 2012.





Das ganze 2h Projekt als Soundcloud Stream:

 

 

 

 

 

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