Tag Archives: schmetterling

Fotografie: Bonn im Quadrat

12 Jul

Stadt – Leben – Menschen

Wieso eigentlich Bonn? Von außen betrachtet scheint Bonn ein wenig undefiniert zu sein. Ehemaliges Bundeshauptdorf und Vorort von Köln. 300000 Einwohner von denen man bei zwei Dritteln nicht weiß wo sie wohnen sollen. Bonn ist nicht sexy. Aber Bonn ist konstant. Bonn bleibt. Man selbst wird älter, aber Bonn wird nicht älter, wird nicht jünger, Bonn bleibt Bonn. Irgendwo zwischen Museen-, Kultur- und Universitätsstadt. Kreativ ist Bonn nicht… eher konventionell.. selbst die Unternehmen wirken konventionell: Die Post, die Telekom, Haribo, Orgeln von Klais und Weck Einmachgläser. Bonn überrascht nicht. Aber die Stadt ist lebenswert. Am Rhein, am Alten Zoll, die Poppelsdorfer Allee, die schönen Viertel wie Südstadt, Musikerviertel oder Altstadt, die Gründerzeitbauten, die Kunstmuseen, der Hofgarten und die Poppschloss-Wiese. Bonn ist ein bisschen wie Bayern. Vertraut, nicht direkt hart am Puls der Zeit aber gut aufgestellt für die Zukunft. Wo die Kinder mit Porsche Cayenne und Q7 in den Kindergarten gefahren werden muss die Welt doch noch in Ordnung sein? Zumindest für einige und für den Rest bleibt ein Bier am Busbahnhof und bisschen Heroin. Mittendrin statt nur dabei und auch schon wieder urban.

Bonn unterscheidet sich vom Ruhrpott dadurch, dass es nie eine große Industriestadt war. Bonn war und ist preußisches Beamtentum und das Tor zur Rheinromantik. Von den meisten Punkten Bonns aus sieht man das Siebengebirge: Drachenfels, Ölberg, Löwenburg und Petersberg. Allein diese Bergsilhouette führt dazu, dass ich es (tagsüber) nie bereute hier studieren. Wer weiß was Berlin an kreativen Möglichkeiten geboten hätte – aber eines sicher nicht… das Gefühl nah an der bergigen Natur zu sein und immerhin 400 Höhenmeter auf kurze Distanz überwinden zu können. Wer einmal vom Rodderberg aus den Sonnenaufgang über dem Siebengebirge erlebt hat, weiß was ich meine. Keine finsteren Nadelwaldhänge sondern freundliche Laubwälder die dazu einladen, dem städtischen Treiben auf kurzem Wege zu entfliehen.

Scheint also schon ganz in Ordnung zu sein diese gemütliche Stadt am Rhein. Selbst wenn es mich hinausziehen sollte in die Metropolen und Einsamkeiten dieser Welt würd ich mich wohl bei einer Rückkehr sofort wieder wie zu Hause fühlen, denn wie ich bereits geschrieben habe – Bonnn bleibt Bonn.

Aus diesem Anlass und weil sich die Diplomprüfungen dem Ende zuneigen, hier ein paar Impressionen aus Bonn. Lieblingsorte und nette Menschen. Streetphotography und Stilleben aus 2009-2010. Quadratisch, praktisch, gut.

Musik: Neues von Zomby, Beirut, Marian und Dasiy, Kitty & Lewis

7 Jun

Neue Alben von alten Bekannten

 

Zomby

Zombys neues Album „Dedication“ kurz vor der Veröffentlichung (11.7.) auf 4AD. Einen kleinen Hinweis was uns erwartet gibt der vorab veröffentlichte Track „Natalias Song“. Elektrifizierte Klänge künden von der Einsamkeit urbaner Hektomatikwelten. Sehr weit vorne.

Download

 

 

Beirut

Zach Condon – uns allen besser bekannt als Beirut – hat auch neues Material veröffentlicht. Zwei Jahre nach „March of the Zapotec EP“ kommt er mit der Single „East Harlem“ und der B-Seite „Goshen“ zurück. Vorne sonnig hinten melancholisch. Auch schon wieder geil.

Download

 

 

Daisy, Kitty & Lewis

Das englische Trio mit dem Vintageblut veröffentlichte jüngst sein neues Album „Smoking in Heaven“. Das heißt musikalische Handarbeit und Authentizität gepaart mit großem Tanzbedürfnis. „I’m Going Back“ und „I’m So Sorry“ geben einen Eindruck davon, was einen erwartet…

 

 

Marian

Ist Marian nach Moderat die nächste Supergroup elektrofizierter Musik aus Deutschland?  M&Ms: Schmelzen im Ohr, nicht in der Hand. Bei Marian handelt es sich um eine Zusammenarbeit von Marek Hemmann + Fabian Reichelt. Das Debütalbum „Onyl Our Hearts To Loose“ erscheint am 13. Juni bei – wo auch sonst – Freude am Tanzen. Weil sie so schön ist, überlass ich die Kurzbeschreibung dem trndmusik Blog: „Das neue Werk besteht aus Musik, die Platz lässt für eigene Gedanken, die Geschichten erzählt und zurückkehrt klassischen Song-Strukturen, ohne die eigene Ästhetik aufzugeben. Es ist Popmusik, im besten Sinne: elektronisch, melodisch, treibend, und natürlich absolut clubtauglich.“ Vielversprechend.

 

Makros des Schlehengeistchen

Die in diesem Artikel integrierten Bilder zeigen ein Schlehengeistchen-Pärchen bei Sonnenaufgang. Aufgenommen am Rodderberg bei Bonn-Mehlem. Irgendwie schienen mir die Bilder ganz gut zu „Zomby“ zu passen – auch zu den Klängen. Daher die Kombination. Dominik Eulberg würde sich freuen… Was es noch zu sagen gibt: Der Fachmann nennt das Schlehen-Federgeistchen Pterophorus pentadactyla und zählt die Tiere zur Familie der Federmotten. Die Flügelspannweite beträgt ca. 3cm… aus der Nähe betrachtet sehen die Insekten mit ihren gefiederten Flügellappen, der weißen Färbung und den großdimensionierten dunklen Augen relativ geheimnisvoll aus… daher sind sie auch ein recht dankbares Fotomotiv.

Sommernachtsmusik – Neu(er)es von Indie bis Soul

5 Jul
Fotografie: Bläuling bei Sonnenuntergang in der Nähe von Bonn

Musikalischer Notstand?

Die Fußballweltmeisterschaft ist zweifelslos das dominierende Medienereignis des bisherigen Sommers. Die eigentliche warme Jahreszeit – jenseits des Fußballsommers – tritt in den Medien fast ein wenig ob des WM-Berichterstattungsrummels in den Hintergrund. Doch zum Glück gibt es in diesen Tagen auch noch neue Musik abseits des Vuvuzuelagetöses. Darunter sind ein paar feine Lieder, die der Soundtrack zu unseren ganz persönlichen Sommererlebnissen werden können, ganz ohne Kollektivwahnsinn, sondern nur für die kleinen schönen Momente des Alltages.

Zum Beispiel Totally Enormous Extinct Dinosaurs mit Garden – ein verträumt gewebter Klang- und Gesangsteppich. Vielen Dank an CJ für das Scouting… ein wunderschönes Lied.  The Morning Benders dagegen veröffentlichten dagegen kürzlich mit Big Echo ein schnörkelos schönes Indie-Pop Album in den USA… hier repräsentiert durch Excuses. Foster the People stellen mit Pumped up Kicks einen geeigneten Soundtrack zu einem sommerlichen Roadtrip. Das Spiel mit Namen beherrscht dagegen eine Band: JAMAICA – fernab von jeglichem mit dem Namen verhafteten Klischee zelebriert sich die Band schon ein paar Wochen einfach selbst mittels EnerGi(e)tarren (Ironisch trashige Wortneuschöpfung passend zum Video) und der Abhandlung der eigenen Bandzukunft in I think I love U2. Desweiteren tritt auch Soul einmal mehr in den Mittelpunkt des Interesses – zunächst mit Cee-Lo energiegeladenem Georgia. Außerdem nicht unerwähnt bleiben darf in diesem Zusammenhang das schon relativ bekannt gewordene aber wunderbare Thighten Up der Black Keys – insbesondere für all jene die das sehenswerte, offizielle Video noch nicht kennen.

Das Siebengebirge bei Sonnenaufgang

24 Jun

Gefühlt liegt Bonn für mich ja schon sehr weit im Norden Deutschlands. Sozusagen schon unmittelbar am Strand. Alles nördlich von Bonn ist psychologisch wahrgenommen flach. Aber hier, am südlichen Ende des Rhein-Ruhr Agglomerationsraumes, beginnt tatsächlich schon die Wildnis Natur. Wer an der Bonner Rheinpromenade den Blick flussaufwärts gleiten lässt, erblickt mit „Posttower“ und den „Langer Eugen“ zwei Hochhäuser, welche wie gigantische steinerne Wächter am Südrand des Stadtgebiets aufragen. Dort wird das Rheintal enger und die Felsen,  hier in der Gegend oft Ley genannt, treten bis an die Ufer des Stroms heran. Die letzte Barriere, die der Rhein auf seinem Weg nach Bonn umspült ist der Drachenfels, die sagenumwobene äußerste Felsbastion des Siebengebirges.

Bis zu 460m ragen die „Berge“ dort auf. Absolut gesehen nicht viel, aber wenn man bedenkt, dass der Rhein dort auf einem Niveau von 58m ü.NN fließt sind 400 Höhenmeter doch schon ein netter Anstieg. Nach dem Morgen am Alten Zoll schien es konsequent, sich das Siebengebirge als Motiv von der gegenüberliegenden Rheinseitevorzunehmen. Der Rodderberg, ebenfalls eine Vulkanruine wie die Basaltschlöte des Siebengebirges, schien hierfür der geeignete Punkt zu sein. Vom Motiv her sind die Ergebnisse in Ordnung, dagegen ist das Rauschverhalten der Eos400D schon ein wenig limitierend, weil dadurch der  Bearbeitungsspielraum eingegrenzt wird. Nette Begleiterscheinungen dieser bis in die frühen Vormittagsstunden schlaflosen Nacht war die Begegnung mit zwei Hasen auf wenigen Metern Entfernung in einem Klatschmohnfeld. Leider hatte ich zu dem Zeitpunkt gerade das Tamron 90mm Makro als Objektiv im manuellen Modus montiert, so dass ich dem doppelten flüchtenden Meister Lampe nicht mit dem Focus hinterherkam.

Alles in allem ein schöner einsamer Morgen am Rodderberg, der mit seinen Ausblicken und seiner Trockenvegetation dazu einlädt, die urbane Dichte Bonns für ein paar Stunden zu verlassen.

Fotografische Eindrücke

Siebengebirgs-Panoramen

Der eigentliche Grund meines Aufenthalts war aber der Versuch ein Sonnenaufgangspanorama des Siebengebirges aufzunehmen. Mit den Ergebnissen bin ich halbwegs zufrieden. Die Farben der entfernteren Bildelemente könnten klarer sein, andererseits hat der Dunst dazu geführt, dass der Himmel zu brennen scheint. (Wenn jemand eine Idee hat, wie man die Panos noch weiter bearbeiten könnte freu ich mich über einen Kommentar)

Per Klick vergrößern!

Per Klick vergrößern!
%d Bloggern gefällt das: