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Musik von Andy Stott, Lindström, Hauschka & Michael Mayer

26 Nov

Warme elektronische Klänge für den Vorwinter

Wenn man Seiten wie Resident Advisor oder Pitchfork als Gradmesser für das Musikjahr 2012 nehmen will, so fällt auf, dass die Zahl der Alben die mit den jeweiligen Seiten-Awards ausgezeichnet werden in diesem Jahr eher gering ist. Zu einem guten Teil gehören die Redaktions-Favoriten dann auch noch in Genres zwischen RnB und HipHop. Nach einer elektronischen Offenbarung im Stile von Rustie, Kuedo etc. wie letztes Jahr sucht man meiner Meinung nach in diesem Jahr vergebens. Klar es gab spannende Techno Alben (Sigha, Luke Hess, Redshape etc.) aber die eignen sich eher im geringen Maß als Soundtrack für einen Abend auf dem Sofa. Gleiches gilt nach meiner subjektiven Meinung für die meisten Veröffentlichungen mit dem Präfix „UK-“ (House, Funky…).

Daher heute ein paar Empfehlungen für entspanntes Hören:

Hauschka – Radar (Michael Mayer Remix)

Die Remix-Versionen der dem Club „Salon des Amateurs“ in der Düsseldorfer Kunsthalle gewidmeten EP sind überzeugend. Der Remix von Kompakt-Chef Michael Mayer ist mit eines der feinsten Musikstücke in diesem Quartal. An der Schnittstelle zwischen klassischer Klaviermusik und elektronischen Klängen überzeugen aber auch die anderen Remixe auf Hauschkas Salon des Amateurs – Remixe.

Michael Mayer ist ein gutes Stichwort. 2012 erschien nach dem Debüt „Touch“ im Jahr 2004 das zweite Album „Mantasy“ (neben einer großen Zahl an Remixen und Maxis in den letzten Jahren) des Kölner Label Chefs. Die Zeiten, als Köln der Nabel der Minimal-Bewegung war und Kompakt fast wöchentlich Veröffentlichungen launchte sind zwar vorbei, aber mit „Mantasy“ beweist Mayer, dass er noch immer elektronische Musik am Puls der Zeit produzieren kann. Ein Lieblingstrack:

Michael Mayer – Good Times feat. Jeppe Kjellberg

Ein Album das auch Spaß macht ist auch Lindstroms „Smalhans“. Lindstrom vereint sommerliche Skandinavien-Disco-Klänge mit analogen Synthie-Melodien und kommt dabei ganz ohne Vocals aus. Die Titel sind von Gerichten aus der norwegischen Küche inspiriert. Ist unleserlich und hört sich puristisch an. Mein Favorit:

Lindstrom – Vos-Sako-Rv

In eine völlig andere Stimmungsrichtung geht dagegen das Album „Luxury Problems“ von Andy Stott. Stott verfeinert seine schleppenden tiefen Techno Beats mit burialesken Vocal-Fetzen. Dieses Album bewegt sich ein wenig weg von dem Purismus der letzten Veröffentlichungen und wird von mehr Leben erfüllt. Das kommt dem Klangbild sehr entgegen, wenn man sich erstmal in die Tiefen des Albums hineingehört hat, offenbart sich musikalische Anderswelt. Man möge eintauchen in eines der eindruckvollsten elektronischen Alben dieses Jahres. Der Pulsschlag des nachfolgenden Tracks beginnt bei 2:20.

Andy Stott – Numb

 

Musik: Phon.O Album: Black Boulder

6 Jun

10 Jahre Berliner Dub-Techno-Schule

Wo Rustie mit funky warmen Kristallen Akzente setzte schwebt nun der dunkeldüstere Kristallblock von Phon.o. Phon.o war mit meine erste Einstiegsdroge in die bassfreundliche Musik. Anno 2005 das erste Mal mit Dubstep und Grime konfrontiert entdeckte ich damals parallel die recht produktive Berliner Dub-Techno-Schule mit Al Haca Soundsystem, Tolcha, RQM als MC, Jahcoozi, Modeselektor und natürlich Phon.o. Niemand konnte vorausahnen welcher Hype Dubstep werden würde zu Beginn der 10er Jahre. Die Berliner Elektrodubgeschichten (unvergessen auch: Rythm & Sound) blieben dagegen relativ „im Untergrund“ verankert, wenn man jetzt mal von Moderat absieht. Hierbei wären wir auch schon beim Label: 50Weapons, dass unter der Federführung von den beiden Moderat-Jungs steht.

Nun also ein Album bei einem Label, dass zuletzt mit den Veröffentlichungen Anstam, Lazer Sword, Major Lazor und Benjamin Damage & Doc Daneeka jüngst für Aufsehen sorgte. Carsten Aermes aka Phon.o dropt ein spannendes Werk auf dem verschiedene Spielarten der Bassmusik eine durchgehend befriedigende Fusion eingehen. Dub-Techno, burialesker Dubstep, Future Garage, Hardwax-Schule, UK Funky und futuristische HipHop Beats seien mal als lose Rahmenbegriffe in den Ring geworfen. Das Glockenspiel von Beginn des Albums wird bald hinter sich gelassen und die Bassläufe werden druckvoller. Die Atmosphäre bleibt dabei immer düster und dicht. Insbesondere „Leave a Light on“ mit Vocalist Tunde Olaniran hat Ohrtwurmcharakter. Robot Kochs 2011er Scheibe funktioniert ganz gut in Kombination mit Black Boulder. Man könnte das Ganze auch ins Spannungsdreieck zwischen Burial, SBTRKT und Zomby einordnen. Ein gelungenes erstes Album auf 50Weapons des aus dem Harz stammenden Phon.o.

 

 

 

Musik: Neues zwischen Indie & Tronic für 2012

27 Jan

First Aid Kit | Julia Holter | Perfume Genius

Grimes | Trust | Jonquil | Azure Blue

Totally Enormous Extinct Dinosaurs

Aussichtsreiche Albumtipps zwischen Indie & Tronic. Nun da der kleine Hype des letzten Halbjahres – das singende Instagram Bildchen Lana Del Rey – mit ihrem sepia-farbenem Debütalbum (Rezensionen auf SPON und in der SZ) auf dem Boden der Tatsachen zurückkehrt und sich bezüglich Erwartungshaltung und Ergebnis zwischen James Blake und Little Boots einreiht, ist es an der Zeit ein wenig nach vorne zu schauen. Den Anfang machen ein paar Empfehlungen zwischen Indie & Tronic. Folk und Synthpop positionieren sich stark. Neben bekannten Namen wie Sleigh Bells, School of Seven Bells, Holy Fuck, Miike Snow, Cloud Nothings, Azealia Banks etc. gibt es auch ein paar Musiker, die hoffentlich die Aufmerksamkeit bekommen werden, welche sie verdienen.

First Aid Kit

Die beiden schwedischen Schwestern sind bei weitem keine Unbekannten mehr. Ihr zweites Album „The Lion’s Roar“ das am Übergang von 2011 auf 2012 erschien ist fast ein wenig untergegangen. Was aber nichts macht – denn die „weiblichen Mumfords and Sons“ überzeugen umso mehr mit ihrem Folk. Die Lieder „Little Lion Man“ von Mumfords and Sons, „King and Lionheart“ von Of Monsters and Men und „The Lion’s Roar“ von First Aid Kit geben zusammen eine schöne Löwentrilogie ab.

Of Monsters and Men

Von den Isländern war ja vor kurzem erst zu lesen. Aber ihr musikalisches Schaffen kann man gar nicht genug hervorheben.

Trust

Trust mit dem Album TRST: Eine Mischung irgendwo zwischen Austra, Crystal Castles und John Maus. Das kann so einiges. Goth-Synthpop. Weitergehend in diese Richtung: Pictureplane oder Moon Duo.

Perfume Genius

Feinsinnige Lieder mit Klavier. Das zweite Album in diesem Frühjahr. Kann man sich drauf freuen…

Grimes

Toronto hat als Musikstadt einen erstaunlichen Output (Trust). Nach vielversprechenden EPs in diesem Jahr auch das Debüt von Grimes.

Julia Holter

Marienbad lässt Großes vom Album Ekstasis erwarten…

Totally Enormous Extinct Dinosaurs

TEED wird hoch als Durchbruchsartist in diesem Jahr gehandelt. Sein sommerlicher Track „Waulking Song“ ist das offizielle Festivallied vom Melt! 2012.

Jonquil

Kaum auf den üblichen Rechnungen vertreten. Aber verantwortlich für einen potenziellen Kandidaten „Sommerlied 2012“:

Azure Blue

Ebenso wenig präsent: Azure Blue. Die Skandinavier überzeugen dennoch mit eingängen Melodien… Man darf gespannt sein was da noch nachkommt…

Gem Club

Eine Empfehlung für Freunde von Perfume Genius: Klaviermusik inKombination mit Gesang und leichtem Indie-Einschlag…

Indie-Frühling: Toro Y Moi & Magic Man free downloads

9 Feb

Streamen & Frei herunterladen

Toro Y Moi – Underneath the Pine

Frühlingsgefühle allenthalben in der Stadt. Zweitausendundelf zeigt sich schon mal von der sonnigen Seite. Grund genug ein wenig in den Musiktruhen des Internets zu stöbern. Fundsache eins ist das neue Album von Toro Y Moi. Heute schon vorgestreamt auf Urban Outfitters. Nachdem die letztjährigen Veröffentlichungen von TYM zwar auf meinem Radar gelandet sind aber mich nicht vollends fesseln konnten – hört sich das kommende Werk durchaus nach einer der patenteren Neuveröffentlichungen des Jahres 2011 an. Ohne durch einen Hype wie um James Blake vorbelastet zu sein, könnte das Album richtig Wellen schlagen.  Erscheinungstermin ist der 22. Februar. Wollen wir es hoffen – denn Toro Y Moi hat den simplen Bedroom Chillwave schon lange hinter sich gelassen und bringt auf seinem neuen Album abwechslungsreiche elektronisch und 70ties/80ties angehauchte Dreampopklänge, die eine leise Vorahnung vom Sommer bieten:

Komplettes Album streamen

Kürzlich erschienener Toro Y Moi Mixtape Download fürs FactMag/UK

Magic Man – Real Life Color

Dem bedroom-recording noch nicht entwachsen sind Magic Man. Das ist auch gar nicht nötig, denn in dem was sie dort produzieren sind sie wirklich gut – und bei weitem besser als die meisten Mitstreiter in diesem Genre. Magic Man besteht aus dem Duo Sam Lee and Alex Caplow aus Boston. Die beiden lernten sich in Südfrankreich kennen und haben vor dort ausgehend ihre musikalische Zusammenarbeit begründet. Was bleibt zu sagen? Wirklich schöne Musik in der Nähe von Animal Collective – sozusagen sommerlich angehauchter Indie. Ohne zwanghaft alternativ wirken zu wollen. Und das Beste ist, dass 2010er Album „Real Life Color“ ist auf der Seite von Magic Man als freier Download verfügabr.

Magic Man Webseite mit Digital Album Download

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