Tag Archives: Norwegen

Fotografie: Husedalen – Das Tal der Wasserfälle

16 Jan

Eine fotografische Tagestour in Norwegen

 

Von Kinsarvik zur Hardangervidda

Gehzeit:  ca. 6 Stunden
Distanz: 16km
Höhenmeter: 550m Wasserfälle,  1000m Hardangervidda

 

Ausgangspunkt für die Wanderung ist das kleine Kraftwerk des Kinso bei Kinsarvik. Kinsarvik ist eine kleine Küstensiedlung an einem Seitenarm des Hardangerfjordes. Von beinahe Meeresniveau geht es bei der Tour hinauf bis an die Kante der Hochebene Hardangervidda. Man durchschreitet abwechslungsreiche Vegetationszonen bis zur baumlosen Tundra auf 1000m Höhe. Im Juni kann man so drei Jahreszeiten durchwandern, Sommer am Fjord, Frühling im Bereich der Wasserfälle und Winter auf der Hardangervidda. Am Weg liegen vier mächtige Wasserfälle des Kinos:  Tveitafoss (100m Fallhöhe), Nyastølfoss (180m Fallhöhe), Nykkjesøyfoss (80m Fallhöhe) und Søtefoss (240m Fallhöhe). Die Wanderung war eine der schönsten Tagestouren die ich in Norwegen gemacht hab und ist sehr empfehlenswert durch die abwechslungsreichen Landschaftbilder die man durchquert. Es besteht die Möglichkeit  bis zum Fuße des letzten Wasserfalls zu wandern und dort an einem malerischen Bergesee wieder umzukehren oder zuvor an einer Abzweigung der Beschilderung zur 1024m hoch gelegenen Hütte Stavali auf der Hardangervidda zu folgen.

 

Architektur: Zwei Häuser des 21. Jahrhunderts

7 Jan

Minimalistisch reduziertes Wohnen

Vorstellung zweier zeitgenössischer Hausprojekte bei denen Holz, Glas und Beton eine ästhetische Symbiose eingehen. Skandinavien und die baltischen Länder sind bekannt als Mikrokosmen eigener Design- und Formensprachen. Doch auch  bei den architektonischen Innovationen muss der internationale Vergleich nicht gescheut werden. Keine Lofts auf den Dächern der Großstadt, sondern einfache Baumaterialen eingesetzt auf dem Land und in der Natur. Perfektion durch Reduktion. In Litauen das extravagante Wohnhaus das eben mehr bietet als nur Wohnraum und in Norwegen ein Hotelbau aus der Natur zurück in die Natur. Rahmenlose Fenster gewähren  faszinierende Durch- und Ausblicke. Einziehen ohne Reue in beiden Fällen. Aus fotografischer Sicht ist anzumerken, dass der Fotograf von Projekt B der talentiertere war… Architekturfotografie – auch ein Arbeitsfeld.

Projekt A – Juvet Landscape Hotel

Norwegen
Jensen & Skodvin Arkitektkontor

Projekt B – Wohnhaus auf dem Land

Litauen
Architekturbüro Natkevicius & Partners

Norwegen – Wenn die Nacht hereinbricht über Bergen

14 Jan

Abschied aus Norwegen

Hier zeige ich die letzten Bilder die ich in Norwegen gemacht habe. Noch einmal kam Besuch aus Bonn. Am betreffenden Wochenende nahmen wir uns die Fjellfestning, die Fjell Festung auf Sotra nahe dem Ort Fjell als Ausflugsziel vor. Diese Festung wurde während des zweiten Weltkrieges von den Deutschen ausgebaut, um die wichtige Hafeneinfahrt nach Bergen zu schützen. Dafür wurde einer der Kanontürme des Kriegsschiffes „Gneisenau“ dort fest als zentrales Element einer ausgedehnten Bunkeranlage montiert. Das Gebiet ist relativ Interessant und frei zugänglich, u.a. stehen auch noch zwei originale 10,5 cm Flak Geschütze herum, wie auf den ersten beiden Bildern zu sehen ist.

Danach suchten wir noch das offene Meer auf. Die Sonne meinte es nicht gut mit uns, aber noch einmal begabg ich mich nahe an die tosende wilde Gischt, wie die beiden weiteren Bilder zeigen.

Auch in Bergen war ich nochmal unterwegs. Die Bilder zeigen zunächst mein Wohnheim Fantoft und Hochhauskollegen in ihrer ganzen Hässlichkeit im gleißenden Licht der Abendsonne. Es folgen bemerkenswerte Lichtstimmungen über Bergen und Ulriken, welche die Stadt in goldenes Licht tauchten. Mein Weg führte mich weiter zum Königsschloss vor Abendrot und zum Sonnenuntergang am Fjord „beim König“.

Die Nachaufnahmen zeigen das Weltkulturerbe Brüggen mit seinen alten hölzernen Handelshäusern und die Festung Arhus mit dem Palas Haakonshallen.

Somit ging ein halbes Jahr in Norwegen zu Ende. Es waren schöne Monate, mit interessanten Menschen, spektakulären Ausflügen, aber insbesondere im September mit Regen und allen Vor- und Nachteilen eines Wohnheimlebens. Viele Dinge die ich mir vorgenommen habe konnte ich besuchen und gute Bilder mit nach Hause bringen. Andere wie die Lofoten warten noch auf ihre Entdeckung. Norwegen, ich kehre zurück und vermutllich werde ich auch hier noch den ein oder anderen Bericht online stellen.

Norwegen – Der Kannesteinen

9 Jan

Die Natur als Künstler

Ca. 4 Meter hoch erhebt sich pilzförmig als Laune der Natur der Kannesteinen. Man findet ihn nördlich des Sognefjordes auf der Insel Malöy im kleinen Nest Oppedal am Meerufer. Die eigentümliche Form des Felsens entstandt durch Brandungserosion: Zunächst entstanden tiefe Strudellöcher, die sich im Lauf von Jahrtausenden vereint haben, so dass die Brandung jetzt nur noch am „Stiel“ angreifen kann. Irgendwann werden die Gesetze der Schwerkraft den Felsen wohl zu Fall bringen, aber noch beeindruckt er als interessantes Fotomotiv. Beim Fotografieren ist zu beachten, dass der Bereich um den Stein herum unter dem Einfluss der Gezeiten steht. Sprich unachtsam liegengelassenes Equipment kann schon mal ein wenig nass werden. Am kleinen Parkplatz sollte man beim Parken die Handbremse anziehen.

Unbekanntes Norwegen – Die Trollkirche

8 Jan

Im Heiligtum der Felsunholde

Beeindruckende und bekannte Naturschönheiten hat Norwegen viele zu bieten. Die Fjorde, Wasserfälle, Preikestolen und auch den Kjaerag-Bolten. Etwas wofür Norwegen, ja ganz Skandinavien, weniger bekannt ist, sind Höhlen. Die Trollkirche ist eine davon.

Zwischen Molde und Eide direkt an der RV64 liegt der Parkplatz von dem ein ausgeschildeter Weg zur mehrere hundert Meter höher gelegenen Höhle führt. Der Aufstieg mag anstrengend sein, ist aber nicht allzu lang und man wird für die Mühen belohnt. Die Höhle selbst wurde während der Wärmeperioden zwischen den Eiszeiten durch Schmelzwasser aus einer lokalen Kalk/Marmorlinse ausgewaschen. Die Raummaße mögen mit 70m Länge und 1,5-3m Höhe nicht beeindruckend sein. Doch das Höhlensystem (eigentlich sind es 3 Höhlen) weist zwei Besonderheiten auf. Zunächst in der „untersten“ Höhle: Am hintersten Ende weitet sich der Gang. Magisch fällt Tageslicht in den sich nach oben öffnenden größeren Höhlenraum und ein 14m hoher Wasserfall ergießt sich in einen kleinen See. Unwirklich und verzaubert wirkt die Szenerie, die Farben leuchten und das monotone Rauschen des Wassers entführt einen in das Reich der Märchen und Legenden. Wer möchte nicht glauben, dass hier sich die Trolle nachts treffen würden. Die zweite Höhle erreicht man durch einen gesicherten Abstieg über eine Metallleiter. Auch hier erreicht man einen hohen Hohlraum in den sich ein Wasserfall ergießt. Man steht vor der „Altartafel“, die sich ganz aus Marmor über dem kleinen Wasserfall mehrere Meter hoch erhebt. Feierlich wie die Apsis einer Kirche, daher wohl auch der Name. Wiederum fällt durch Spalten rötlich leuchtend Tageslicht in den Höhlendom. Die dritte Höhle dagegen bietet keine so spektakuläre Sehenswürdigkeit, weißt dafür unterschiedliche Gangsysteme auf. Sie ist durch ein mitunter nicht zu leicht findendes Loch erreichbar. Wie schön müssen diese Höhlenwasserfälle im Winter aussehen. Schließlich liegt über den Höhlen noch ein See. Als Tobias und ich die Örtlichkeit besuchten, war dieser leider schon zugefroren. Aber durch den Marmoruntergrund wird dieser im Sommer auch zauberhaft aussehen. Wer will kann noch weiterwandern zu den Trollzacken, die sich am Gipfel der Bergkuppen überhalb dieser Karstphänomene befinden. Dabei handelt es sich um eigentümliche scharfkantig aufragende Felszinnen. Für einen Besuch der Höhlen empfehle ich festes Schuhwerk und eine gute Stirnlampe, da die Decken gelegentlich doch sehr niedrig und das Kalkgestein scharfkantig ist. Für Fotografieren im Höhleninneren tut ein leichtes Reisestativ wie das Slik Sprint Pro EZ einen guten Dienst, wie die nachfolgenden Fotos beweisen:

Verzaubert wirkt der kleine See in den sich ein14m hoher Wasserfall ergießt.

Zusammen mit Tageslicht fällt Wasser durch eine Öffnung in der Decke

Die eigentliche Trollkirche mit der „Altartafel“

Licht und Wasserspiele

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