Tag Archives: neue elektronische musik

Musik: Kate Boy – Northern Lights / In Your Eyes EP

10 Dez

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Das Musik-Mirakel zum Jahresende 2012

Jedes Musikjahr hat seine Wunderkinder. Das Konzept wirkt relativ einfach: Man veröffentlicht umgeben von einer geheimnisvollen Newcomer-Aura einen eingängen Track, welcher bereitwillig von der Blogosphäre und Musikblogs aufgegriffen wird. In der Folge steigen dann die großen (Indie-)Musik Portale wie pitchfork darauf ein und schließlich läuft der Track auch auf einslive und irgendwann sogar auf SWR3. Beispiele aus den letzten Jahren gibts einige: Foster the People – Pumped Up Kicks, Monsters and Men – Little Talks, James Blake – Limit To Your Love oder Lana Del Ray – Video Games. In diesem Jahr scheinen die Schweden von“Kate Boy“ Aspiranten auf eine ähnliche Entwicklung im Jahr 2013 zu sein.

Seit einigen Wochen kursiert der Track „Northern Lights“ im Internet. Insbesondere seit pitchfork das Lied zum „Best New Track“ wählte, war klar, dass der Elektropopsong typisch schwedischer Machart schnell an Poplularität gewinnen würde. Leichte Anklänge von The Knife sind nicht zu verkennen. Aber da der ehedem so präsente Elektropop aus Schweden in der letzten Zeit ein wenig von der Bildfläche verschwunden ist, ist es erfreulich, dass nun anscheinend mit der EP von Kate Boy am 22. Januar auf IAMSOUND records ein qualitativ hochwertiger musikalischer Offspin aus Skandinavien zu erwarten ist.

Die Details die rund um die Veröffentlichung oder um die Band bekannt sind, scheinen sehr begrenzt. Hinter „Kate Boy“ sollen vier Musiker stecken, dreimal Schweden, einmal Australien. Ob und inwieweit Olof und Karin Dreijer von „The Knife“ mit der Produktion zu tun haben wird sich vermutlich erst im kommenden Jahr herausstellen. Die Gerüchteküche dahingehend ist in jedem Fall kräftig am brodeln. Auch inwieweit der Name „Kate Boy“ „Kate Bush“ die Referenz erweist, wird vielfach diskutiert.

Also viele offene Fragen, wenig Antworten und zwei gute Elektropoptracks mit denen man doch gerne Vorlieb nimmt, bis im Januar vermutlich genaueres zu erfahren ist.

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Musik von Andy Stott, Lindström, Hauschka & Michael Mayer

26 Nov

Warme elektronische Klänge für den Vorwinter

Wenn man Seiten wie Resident Advisor oder Pitchfork als Gradmesser für das Musikjahr 2012 nehmen will, so fällt auf, dass die Zahl der Alben die mit den jeweiligen Seiten-Awards ausgezeichnet werden in diesem Jahr eher gering ist. Zu einem guten Teil gehören die Redaktions-Favoriten dann auch noch in Genres zwischen RnB und HipHop. Nach einer elektronischen Offenbarung im Stile von Rustie, Kuedo etc. wie letztes Jahr sucht man meiner Meinung nach in diesem Jahr vergebens. Klar es gab spannende Techno Alben (Sigha, Luke Hess, Redshape etc.) aber die eignen sich eher im geringen Maß als Soundtrack für einen Abend auf dem Sofa. Gleiches gilt nach meiner subjektiven Meinung für die meisten Veröffentlichungen mit dem Präfix „UK-“ (House, Funky…).

Daher heute ein paar Empfehlungen für entspanntes Hören:

Hauschka – Radar (Michael Mayer Remix)

Die Remix-Versionen der dem Club „Salon des Amateurs“ in der Düsseldorfer Kunsthalle gewidmeten EP sind überzeugend. Der Remix von Kompakt-Chef Michael Mayer ist mit eines der feinsten Musikstücke in diesem Quartal. An der Schnittstelle zwischen klassischer Klaviermusik und elektronischen Klängen überzeugen aber auch die anderen Remixe auf Hauschkas Salon des Amateurs – Remixe.

Michael Mayer ist ein gutes Stichwort. 2012 erschien nach dem Debüt „Touch“ im Jahr 2004 das zweite Album „Mantasy“ (neben einer großen Zahl an Remixen und Maxis in den letzten Jahren) des Kölner Label Chefs. Die Zeiten, als Köln der Nabel der Minimal-Bewegung war und Kompakt fast wöchentlich Veröffentlichungen launchte sind zwar vorbei, aber mit „Mantasy“ beweist Mayer, dass er noch immer elektronische Musik am Puls der Zeit produzieren kann. Ein Lieblingstrack:

Michael Mayer – Good Times feat. Jeppe Kjellberg

Ein Album das auch Spaß macht ist auch Lindstroms „Smalhans“. Lindstrom vereint sommerliche Skandinavien-Disco-Klänge mit analogen Synthie-Melodien und kommt dabei ganz ohne Vocals aus. Die Titel sind von Gerichten aus der norwegischen Küche inspiriert. Ist unleserlich und hört sich puristisch an. Mein Favorit:

Lindstrom – Vos-Sako-Rv

In eine völlig andere Stimmungsrichtung geht dagegen das Album „Luxury Problems“ von Andy Stott. Stott verfeinert seine schleppenden tiefen Techno Beats mit burialesken Vocal-Fetzen. Dieses Album bewegt sich ein wenig weg von dem Purismus der letzten Veröffentlichungen und wird von mehr Leben erfüllt. Das kommt dem Klangbild sehr entgegen, wenn man sich erstmal in die Tiefen des Albums hineingehört hat, offenbart sich musikalische Anderswelt. Man möge eintauchen in eines der eindruckvollsten elektronischen Alben dieses Jahres. Der Pulsschlag des nachfolgenden Tracks beginnt bei 2:20.

Andy Stott – Numb

 

Tronic: Lone, Unison & Summer Heart

7 Mai

Elektro, Witchhouse & Dreamtronic

 

Lone – Galaxy Garden (2012)

Zeit für Musik. Dabei ist mit Lone ein Künstler der zwar schon länger präsent ist als Rustie, mit seinem neuen Album aber für mich dortweitermacht, wo Rustie, Kuedo, Sepalcure und Machinedrum etc. letztes Jahr aufhörten. Nachdem das Scuba Album nicht vollends überzeugen könnte liefert Lone sein zweites Album auf gutem Niveau ab. Einige Tracks stechen sicher heraus (Crystal Caverns 1991, das Feature mit Machinedrum in As A Child und Lying in the Reeds). Es gibt ein feines buntes Mosaik zwischen Raveklängen der frühen 90er und Footwork Beats. Ein Ausrufezeichen – erschienen bei R & S Records.



Summer Heart – About a Feeling (2012)

Aus Schweden: Elektrifizierte Lieder zwischen Chillwave und Dreampop in der Tradition der Tough Alliance. Funktioniert in einigen der Tracks hervorragend, insbesondere die teilweise zum freien Download verfügbaren Titel auf Soundcloud verdienen Beachtung (Pfeil nach unten Symbol bei den Playern, Lied I & II). Gute Laune Sommer Musik am offenen Fenster. Melodien für Millionen. Third Wave ist sehr stark.

Unison – Unison (2011)

Dieses schöne französische Witchhouse Scheibe wurde bereits im letzten Jahr veröffentlicht, jetzt wurde ich durch einen Genre Beitrag auf arte darauf aufmerksam. Das Album bietet eine schöne Mischung aus Drone und Ambient Sounds, der Gesang und Arrangements erinnern hier und da an Salem, White Ring oder die Crystal Castles. Was durchaus positiv zu sehen ist. Es lohnt sich in jedem Fall für Tracks wie das auch in den 90ern wurzelnde Intimacy immer wieder mal nach Westen zu blicken.



 

 

 

 

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