Tag Archives: melancholisch

Musik: The Magnetic North

3 Jul

Hymnen an das schottische Naturell

The Magnetic North widmen sich mit ihrem „Symphony Of The Magnetic North“ Album den Orkney-Inseln. Das neueste Projekt der altgedienten englischen Musiker Simon Tong und Erland Cooper vertont diese wilde Landschaft an der Nordspitze der britischen Inseln, die zugleich Heimat. Das Album wurde  authentisch auf den Inseln aufgenommen um die Atmosphäre vor Ort einzufangen (u.a. in einem Landhaus mit Meerblick und in einer Kirche zusammen mit dem Stromabank Pub Choir). So wurde jeder einzelne Track zu einer Hymne an die herb-schönen Landschaften Schottlands. Doch die musikalische Gestalt des Albums wandelt sich vom ersten bis zum letzten Track: „Was vorher noch nach symphonisch maritimen Arcade Fire klang, wird nun zu urban-elektronischen Radioheads. Und immer mit dabei: schier endlose Soundflächen.“ (zündfunk)

So enstand ein von der Landschaft inspiriertes Album, das genau den Eindruck wiedergibt, den ich selbst bei meiner Schottlandreise im letzten Jahr hatte. Melancholie gibt sich mit magischen schon fast vergessenen Geschichten die Klinke in die Hand. Ein wenig mag man sich an isländische Musik erinnert fühlen. Aber dieser Vergleich muss nicht schlecht sein, da sowohl die Orkney Inseln als auch Island sowohl die ähnliche Landschaftsgestalt als auch die gleiche abgelegene Insellage gemeinsam haben. Mein Albenfavorit ist „Orphir„, wo der Chor besonders zur Geltung kommt.

 

 

 

 

Musik: Robot Koch – The Other Side

3 Dez

Ein übersehenes Album des Jahres 2011

Wenn Musik Menschen mit völlig unterschiedlichen Hörgewohnheiten anspricht, kann sie nicht schlecht sein. Dies trifft auch auf Robot Kochs letztes Werk „The Other Side“ zu, dass in den letzten Wochen doch von verschiedenen Leuten im bildraum Dunstkreis goutiert wurde. Es erschien am 7. Oktober  beim Label „Project Mooncircle„. Ein Album für den Winter, überraschend ruhig mit einer fast melancholischen Grundnote. Einen großen Beitrag dazu liefert der Sänger John LaMonica, der in 5 der 13 Tracks mitwirkt. Dabei entstanden kleine herausragende Kunstwerke wie Nitesky (gleichzeitig Schlusstrack in meinem letzten Mixtape). Eingebettet ist das ganze in futuristisch anmutende Soundlandschaften. Musik von der anderen Seite des Mondes – maschinelle Tonschnipsel treffen auf gläserne Drums. Berliner Post-Dubstep. Ein Album das nicht für die Tanzfläche geschaffen wurde, sondern für das intensive Hören. Die Features setzen mehr auf Stimme als auf bekannte Namen. Angenehm. Teilweise wurde jahrealtes Material in diesem Album eingewebt – eine Erinnerung auch an den eigenen Werdegang von Robot Koch. Der Track Tapedeck erinnert an die Wurzeln seine Musikschaffens und ist gleichzeitig eine Liebeserklärung an ein Medium das im Mainstream ausgestorben ist aber in der Unterkultur ein kleines Revival feiert. So beschreitet der Künstler neue Wege, die sich nicht vor englischen ’11er Werken wie von Kuedo. Sully oder BNJM verstecken muss. Adventempfehlung!

Robot Koch feat. John LaMonica – Nitesky

Robot Koch – The Other Side

Robot Koch feat. John La Monica – Glass Drops

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