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Information: luxundlaune wieder erreichbar

17 Okt

[Wegen eines Providerwechsels ist das Fotoforum luxundlaune derzeit (Oktober 2012) nicht zu erreichen. Zeitnah geht der Betrieb dort aber weiter, soweit der Umzug zum neuen Provider erfolgreich von den beteiligten Seiten durchgeführt wurde. Wenn es weiter geht vermerke ich es hier. Bis dahin kann man ja den feinen Herbst nutzen, um das ein oder andere Bild in den Kasten zu bekommen… Allzeit gut Licht!]

Läuft wieder: luxundlaune.com

Reportage Island: Wale – Geschlachtete Riesen

13 Feb

Whale-Watching einmal anders

Einen lebenden Wal aus nächster Nähe zu sehen muss ein sehr eindrucksvolles Erlebnis sein. Das glückte mir in Island aber nur aus großer Ferne. Dafür wurde unsere Exkursionsgruppe mit dem Fang von Walen und der Verarbeitung dieser Meeressäuger konfrontiert. Denn eine der Exkursions-Stationen war die Walfleischfabrik in der Hvalfjördur-Bucht, siebzig Kilometer nördlich der isländischen Hauptstadt Reykjavik. Die Fotos in diesem Eintrag stammen vom Geographenkollegen Alexander Reif der durch seine längere Brennweite (432mm KB äquuivalent) näher am Geschehen war als ich. Vielen Dank für das zur Verfügung stellen der Bilder.

#1 Panoramaansicht der Fabrik Hvalfjördur mit Fangschiffen

Ein blutiges Handwerk

Die Walfangsaison war noch in vollem Gange. Der aus den Schloten der Fabrik aufsteigende Dampf kündete schon von weitem von den Aktivitäten der Walfänger – zwei Finnwale waren die Tagesausbeute an diesem Fangtag. Innerhalb von rund 30 Stunden müssen die Wale nach der Harpunierung geschlachtet werden. Als wir uns dem Gelände der Fabrik näherten, war das eine Exemplar bereits weitgehend zerlegt und der Kadaver des Zweiten lag mit aufgerissener Bauchhöhle an einer ins Meer führenden Betonrampe. Ein trauriges Bild dieser riesigen Säugetiere. Finnwale sind mit einer Länge von bis zu 25m die zweitgrößten Tiere der Erde. Die Verarbeitung erscheint barbarisch und archaisch.  Durch die Größe der Beute findet die Hauptverarbeitung unter freiem Himmel unter Einsatz von Haken, Spateln und riesigen Sägen statt. Das Ganze ist aber im Endeffekt Handwerk und gleicht nicht der industrialisierten Massenabschlachtung mitteleuropäischer Großschlachthöfe. Vielleicht berührt es daher den Betrachter auch mehr, da der Tod noch greifbar wird und nicht zu einer annonymisierten Produktkette von der wir nichts wissen wollen, solang das Fleisch fertig abgepackt im Supermarkt liegt.

Die Umweltschutzorganisation WWF schätzt, das es ca. noch 40.000 Exemplare weltweit gibt. Island ist eines der Länder denen von der Internationalen Walfangkommission (IWC) eine begrenzte Fangquote zugestanden wird. In der Saison 2010 wurden in Island je 200 Finn- und Zwergwale zum Abschuss freigegeben. 2009 tötete Island 81 Zwerg- und 126 Finnwale. Trotz des seit 1986 geltenden Walfangverbots werden laut WWF weltweit bis zu 2000 Großwale pro Jahr erlegt.

#2 Finnwal Kadaver bereit zum Anlanden
#3 Reinigung mit Gartenschlauch
#4 Abziehen der Haut
#5 Mensch und Haut

Schlachten für den Export

Die getöteten Tiere werden in der einzigen isländischen Walfleischfabrik am Hvalfjördur weiterverarbeitet. Island mit seinen wenigen Einwohnern kommt auf eine jährliche Verzehrrate von 5-15 Tonnen Fleisch. Ein einziger Wal allein bringt schon bis zu 10 Tonnen Fleischertrag. Sprich ca. 98% des Fleisches ist Exportgut. Hauptabnahmeziel ist vor allem Japan. Walsushi für die Schleckermäulchen. Andere Walfangnationen sind die Faröer Inseln, Norwegen,  Japan und einige traditionell jagende indigene Völker in Grönland, Nordamerika und Russland.

 
#6 & #7 Knochenüberreste nach der Verarbeitung

Walfangtradition auf Island

Die mitteleuropäische Sicht auf den Walfang im 21. Jahrhundert ist oft von tiefer Schockiertheit geprägt. Doch in Island – und in Norwegen – hat der Walfang nicht nur eine ökonomische Bedeutung. In Island hat diese Art der Jagd eine lange Tradition und eine tiefe gesellschaftliche Verwurzelung. Insbesondere in den Krisenzeiten des Mittelalters war Walfleisch eine Möglichkeit dem Hungertod zu entkommen. Ursprünglich wurde nicht aktiv gejagt, sondern an Stränden angeschwemmte Tiere erlegt. Im Jahre 1281 wird erstmals der Walfang mit der Harpune in einem isländischen Gesetzbuch beschrieben. Erst mit der gesamteuropäischen Bevölkerungszunahme im 19 Jahrhundert setzte sich das Töten der Wale im kommerziellen Stil durch. Der Walfang ist also auch ein Mittel des Protests und der Identifikation gegenüber internationalen Druck von außen. Ein wenig nachvollziehbar, wenn man sich in die Perspektive der kleinen aber stolzen isländischen Nation versetzt. So findet der Walfang auch eine breite Zustimmung in der isländischen Bevölkerung: Ca. 75% votieren pro Walfang.

#8 Handarbeit
#9 Säge zum Trennen der Wirbel
#10 Kieferknochen eines Finnwals

Kommerzieller Walfang im 20. Jahrhundert

Die Ausbeutung der isländischen Meere erfolgte zunächst durch ausländische Flotten. Nachdem die festlandnahen Gewässer rund um Skandinavien ausgebeutet waren, setzte die effiziente norwegische Walfangflotte ihre Jagd vor Island fort. Auch Deutschland und Frankreich war zeitlich befristet mit eigenen Fangflotten am Geschäft beteiligt. Um 1900 wurden durch die norwegischen Walfänger ca. 1300 Exemplare pro Saison in den Westfjorden getötet. Vorübergehend gab es von 1915-25 vor Island ein Walfangsverbot zum Bestandsschutz. Auch während des Zweiten Weltkriegs wurde der Fang eingestellt, da die Handelsbeziehungen zum Hauptabnehmer für Walöl – dem Deutschen Reich – unterbrochen waren. 1947 wurde dann die Walfangstation Midsandur in Hvalfjördur erbaut, um 1948 den kommerziellen Walfang wieder aufzunehmen. Jährlich wurden so in der Fangsaison von Mai bis September 350-450 Wale harpuniert und zerlegt. An der Weiterverarbeitung waren 200 Menschen beteiligt. Der Walfang trug damals mit 1,5% zum isländischen Exporterlös bei. 1985 trat dann ein Verbot des kommerziellen Walfangs in Kraft. Denooch wurden 120 Groß- und 80 Kleinwale jährlich zu „wissenschaftlichen“ Zwecken getötet und als Delikatesse nach Japan exportiert. Dies führte zu aggressiven Konflikten mit Umweltschützern. So wurden 1986 im Hafen von Reykjavik zwei Walfangschiffe versenkt und auch die Walfangstation in Hvalfjördur verwüstet. Erst 1988 wurde der Fang nach internationalen Handelsboykotten eingestellt.

Walfang heute und morgen?

1992 wurde das NAMMCO von Island, Norwege, Grönland und den Faröern gegründet, das „North Atlantic Marine Mammal Committee“, mit dem Ziel, die nordatlantischen Walbestände zu erhalten. Seit 2003 wurde wieder begonnen in Island Wale zu fangen. Heute wird vom marinen Forschungsinstitut von Island empfohlen jährlich 250 Zwergwale und 100 Finnwale pro Saison zu töten um eine Bestandsgefährdung zu vermeiden. Die Zukunft des Walfangs ist ungewiss. Doch in den letzten Jahren hat eine umweltverträgliche kommerzielle Nutzung von Walen immer weiter zugenommen: Whale-Watching-Touren für Touristen. Der Umsatz beträgt ca. 9 Mio. US $ pro Jahr – lukrativer als es der Walfang für die isländische Walfangflotte jemals gewesen war.

Musik: Electric Lady Lab – Danish Dynamite

3 Feb

Lady Gaga unter Strom trifft Eurodance

Skandinavisches Elektropop Duo

Nun die Informationen zu diesem Duo aus Dänemark sind im Netz noch äußerst spärlich gesät. Irgendwo bin ich auf dem Snap Sample hängen geblieben und da ich ein (Trash-)Faible für Elektropop und Eurodance hab, konnte ich mich mit dem Sound von Electric Lady Lab durchaus anfreunden. Die beiden sind anscheinend die Ersten, denen Snap erlaubt hat „Rythm is a Dancer“ zu samplen. Das Album Flash! erschien am 10. Januar 2011 in Dänemark und erfreut sich dort anscheinend auch größerer Beliebtheit wenn man sich die View Zahlen der Youtube Videos ansieht. Die Kommentare lassen darauf schließen, dass das Ganze auch noch ein eher dänisches Phänomen ist. Aber wer weiß, vielleicht schwappt es ja rüber. Für alle die Musik zwischen Roisin Murphy, Little Boots und Lady Gaga etwas abgewinnen können ist Electric Lady Lab durchaus eine Hörempfehlung. Gude Laune! würde Sven Väth sagen.

 

MySpace

 

Electric Lady Lab - You & Me (mit Snap Sample)

 

Electric Lady Lab - It's over now

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