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Fotografie: FIRE & ICE

10 Feb

Metapher vom Sterben und Leben

Fotografie: Alte Industrie im Frühling

8 Apr

Um der eher tristen Fotostimmung des Bayerischen Waldes zur Schneeschmelze zu entkommen, bot sich ein Abstecher in das österreichische Mühlviertel mit dem Donautal an. Im Tal der Kleinen Mühl, einem den Nordwaldkamm entwässernden Nebenfluss der Donau, fand sich mit der ausgedienten Papierfabrik Obermühl gutes fotografischen Terrain. So entstanden die nachfolgenden Aufnahmen, Altindustrie kombiniert mit einer leichten Note Frühling. Auch bei diesen Bildern war direkt nach der RAW Konvertierung die Photoshop Aktion „bildraum retro flair“ im Einsatz und tat meiner Meinung nach gute Dienste hierbei.

Buschwindröschen

Altes Werkstattsgebäude

Den Namen wusste ich mal…

Demontierte Werkshalle

Neugierige Katz

Stillstand

Neues Leben auf einer Abraumhalde

Hier wohnt niemand mehr

Klassiker

Durchbrochen

Ausgedient

Das Herdfeuer ist erloschen

Nur das Knarzen des Türflügels ist zu vernehmen

Der Glanz vergangener Tage

Leere Flure

Verlorene Orte

6 Mai

Industrieruinen und ähnliches

Heute gibt es ein paar Bilder aus 2008, von denen ich zunächst nicht so wusste, wo ich sie zuordnen soll. Ich habe sie auf den human-Fotoblog gestellt, da sie ja doch (verlassenen) menschlichen Intensivraum darstellen. Die meisten der Fotos sind im Landschaftspark Bochum. In Stadtlandschaften liebe ich diese Orte die früher von reger Betriebsamkeit erfüllt waren und heute marode sind, leer stehen und eine geheimnisvolle Aura haben. Klagenden Augen und Mündern gleich durchbrechen die glaslosen Fensteröffnungen die roten Backsteinfassaden. Einladend genug, hindurchzuschreiten und sich auf diese verlassene Welt einzulassen.

Jahrhunderthalle

Jahrhunderthalle

Marode

Marode

Das Auge des Technokraten

Das Auge des Technokraten

Diese und weitere Industrialfotos finden sich in größerem Format HIER.

Die ehemalige Stimmung in diesen Hallen trägt vielleicht diese Gedicht des von mir sehr geschätzten Herrn Tucholsky:

Arbeit tut not –!

Es raucht der Schlot. Sirene gellt.
Arbeit tobt durch die deutsche Welt:
Noch mehr Tender –!

Graumorgens taumelt, lungenkrank,
der Mann aus seinem Menschenschrank.
Die Pfeife hetzt zum Eingangstor,
Kontrolluhr, Wächter und Hund davor …
Noch mehr Tender! Noch mehr Automobile!

Der Stumpfsinn treibt die Transmission.
Wir haben auch einen Leitspruch schon:
Arbeit tut not!
Die Fräser surren,
Hämmer hämmern, die Sägen schnurren …
Noch mehr Tender! Noch mehr Automobile!
Noch mehr Zangen! Noch mehr Spatenstiele!

Grau stickt Büroluft alle Lungen.
Hier hockt die Jugend; hier sitzen die Jungen.
Rabatte gellen durchs Telefon –
es klappert Underwood und Cohn:
Noch mehr Tender! Noch mehr Automobile!
Noch mehr Zangen! Noch mehr Spatenstiele!
Noch mehr Aktien! Noch mehr Industrie!
Und alles made in Germany!

Waren! An Waren profitieren!
Waren sinnlos produzieren!
Will einer sie haben? Kann einer kaufen?
Unser Land soll in Waren versaufen!
Klopfen, hämmern, schneiden und weben –
eine Kleinigkeit fehlt: das Leben.
Kleben, kochen, färben und braten –
Kinder, macht Kinder! der Staat braucht Soldaten!
Sind die Gräben einst voll, sinds die Gräber auch –
das ist des Landes so der Brauch.
Produziert Kinder! Unentwegt!
Sie werden euch später in Kalk gelegt.
Das ist Wirtschaftspolitik.
Und es bläst die Militärmusik:
Noch mehr Granaten! Noch mehr Automobile!
Noch mehr Kinder! Noch mehr Spatenstiele!
Noch mehr Bleche! Noch mehr Krane!
Noch mehr Werften! Noch mehr Vulkane!
In die Welt gepreßt bis zum Börsensieg –
Und wenn sie nicht wollen, macht Deutschland
Krieg!
Wer wird uns den rasenden Kaufmann bezwingen –?
Arbeit tut not:
Die Masse wirds bringen.

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