Tag Archives: historisch

Kölner Architektur im Detail: Kohleklappen in Ehrenfeld

9 Aug

Oft übersehen Gebäudeornamente auf Fußhöhe

Knapp über dem Boden.

Oft übersehen und unbemerkt.

Eine Überbleibsel einer ehemaligen Art der Energieversorgung mit Liebe zum Detail.

Besonders in Köln-Ehrenfeld aufgefallen. Die größte Dichte an unterschiedlichen Mustern / Strukturen findet sich nach meinen bisherigen Erkenntnissen in der Piusstraße.

Serielles fotografisches Dokumentieren.

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

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Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

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Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

Ornament Gründerzeit Kohleklappe Köln Architektur

 

 

Humor im Internet: Wie er früher war

19 Apr

Die Wurzeln einer Kultur

Spätestens mit 9gag ist die Humorkultur des Internets aus ihrem Nischendasein aufgetaucht und einer breiten Masse zugänglich geworden. Anfang bis 2010 waren trollfaces & memes noch „underground“ im Worldwideweb. Manch ein Digital Native weint der „guten alten Zeit“ hinterher (in jedem Nerd steckt ’ne Hipster Kitty). In den Niveauniederungen von 4chan, krautchan und pr0gram tummelte sich jene stetig wachsende Gemeinschaft junger internetaffiner Männer die eine eigene Humorkultur erschufen. Sind memes und trollfaces noch die angenehmeren Seiten dieser Entwicklung, so gab es stets auch eine Flut von Bildern, gif-Files, Videos und Screenshots, die politisch alles andere als korrekt waren. Die Hacker von Anonymous und Lulzsec hatten teilweise ihre Wurzeln in dortigen Communities. Heute sind insbesondere trollfaces auf sozialen Netzwerken allgegenwärtig. Auch wenn sie oft aus ihrem historischen Zusammenhang gerissen gepostet werden.

Heute möchte ich aber ein paar Bildquellen zeigen, die den Internethumor vor zehn Jahren illustrieren. (De-)Motivationals waren noch nicht erfunden, Wayne noch jung, WordArt & Comic Sans noch legitim, Katzen noch nicht dominant aber Pandas schon präsent. Mit stetig schnelleren Verbindungen nahm auch die Zahl von Bildern, Fotos, Gifs etc. im Internet exponentiell zu. Wohingegen Mitte der 90er Jahre noch textbasierter Witz dominierte (z.B. Signaturen im usenet) entstand gegen Ende des letzten Jahrtausend zum ersten mal so etwas wie ein internet-spezifischer Humor. Die Beispiele stammen v.a. aus deutschsprachigen Foren und Boards. Ein bisschen angestaubt in Bildqualität und Aktualität – aber vortreffliche Unterhaltung ist nach wie vor garantiert.Viele weiter „Lustige Forenbilder“ gibts seit Menschengedenken hier.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Genre? Nu RnB | Dark RnB | Post RnB

18 Mrz

Wieviel Subgenres verträgt ein Mensch?

Ein bisschen was tut sich in die Richtung spätestens seit dem Herbst. Füllmasse für das Vakuum nach Dubstep? Witchhouse hält mit Post-Dubstep und RnB Händchen. Vorne weg The Weeknd und Drake. Wobei in der Vehemenz in der das ganze zu Tage tritt, ist ein nachhaltiger Einfluss auf die Musik anzunehmen. Eine kleine Bestandsaufnahme dieser noch etwas unkonkreten Strömung & einige grenzüberschreitende Tracks:

The Weeknd - The Party & The After Party


Drake ft. The Weeknd - Crew Love (Shlohmo Remix)


Evy Jane - Sayso 


ARTK - Dizzle


Lapalux - Moments


Taquwami - Time After Time


Ricky Eat Acid - Only Girl


Bondax - All Inside


Shlohmo - The Way U Do


JMSN - Something


Patrice & Friends - Obvious


Koreless - 4D


Arktist - Rendezvous


James Blake - CMYK


Galapagos - Feel Things Inside

 

 

 

Portraitfotografie: Der Karner von Chammünster

12 Mrz

Historische Totenschädel im Beinhaus

Eine makabere Besonderheit weißt die Kirche von Chammünster nahe Cham in der Oberpfalz auf: Das einzige Beinhaus in weitem Umkreis, das noch mit Knochen gefüllt ist. Die Pfarrei ist eine der frühesten urkundlich erwähnten in der Gegend (975). Eindrucksvoll spiegelt die große dreischiffige Kirche aus dem 15. Jahrhundert mit ihren knapp Hundert mittelalterlichen Grabplatten von Adeligen die frühere Bedeutung wieder. Fotografisch am interessantesten ist – für mich – aber der ehemalige Karner. Die Oberpfalz wechselte während der Reformation mehrmals die Religion – unter calvinistischem Einfluss wurden viele Begräbniskulte wie etwa Beinhäuser verboten und die entsprechenden Gebäude auf den Friedhöfen zerstört. In den mittelalterlichen Karnern / Beinhäusern wurden die Knochen vor längerer Zeit Verstorbener aufbewahrt – sobald der meist um die Kirche angelegte Friedhof nicht mehr genügend Platz für neue Gräber bot. Die Knochen wurden ausgekocht und meist durch eine Luke in ein unter Bodenniveau liegendes Gewölbe hinabgewörfen. Bei der Zerstörung des Karners in Chammünster wurde in calvinistischer Zeit nur die oberirdischen Gebäudeteile zerstört, der Raum mit den Knochen wurde verschüttet, blieb aber erhalten und geriet in Vergessenheit. Erst im 19. Jahrhundert wurde er wiederentdeckt. Man zählte mehrere Tausend Totenköpfe und Knochen, ein Teil davon wurde begraben, der Rest aufgeschichtet. So sind heute neben der Aussegnungshalle in einem Tonnengewölbe noch 5000 Schädel und links von der Aussegnungshalle in einem unter Bodenniveau liegendem Raum die aufgeschlichteten Knochen zu sehen. Ein makaberer Ort – und eine Erinnerung daran, dass der Umgang mit dem Tod im Mittelalter ein anderer und alltäglicherer war als heute. Der nächstgelegene noch mit Knochen ausgestattete Karner ist meines Wissens in Melnik am Zusammenfluss von Moldau und Elbe nördlich Prag.

Die Kirche von Chammünster und das Kreuzrippengewölbe:

Fotografie: Entlang der Moldau zum Weltkulturerbe

29 Mrz

Cesky Krumlov & Moldaustausee

Ein paar weitere Fotografien von den Tagen in der Südostecke Deutschlands letzte Woche. Die Bilder sind in einem retro anmutenden Stil gehalten – zum einen weil die Reise nach Westböhmen für mich auch immer eine Reise in die Vergangenheit ist, zum anderen, weil die blassen etwas ausgebleichten Farben durchaus der tschechischen Landschafts- und Gebäudegenese nahe kommen. Vorneweg aber zunächst zwei Impressionen aus Passau vom Zusammenfluss von Inn und Donau. Eigentlich werden diese beiden Bilder der spektakulären Lage der Stadt am Zusammenfluss der beiden bereits genannten Flüsse und der Ilz gerecht. Aber dennoch sollen sie hier ihren Platz finden, da die alte Nibelungenstadt Passau ehedem das Tor zum Böhmerwald war und die sagenhaften Handelsroute „Der goldene Steig“ hier ihren Ausgang nahm, um die Höhenzüge zu überwinden um den Salztransport nach Tschechien sicherzustellen. Denn reiche Städte befanden sich hinter dem Waldgebirge: Prachatitz, Budweis und nicht zuletzt Krummau. Von einer modernen Erkundungstour ins malerische Krummau soll nachfolgend die Rede sein.

Historisches Passau von der Innbrücke aus


 

Entlang der Moldau

Im äußersten Osten Bayerns beginnt dieser kleine Roadtrip mit vielfältigsten Eindrücken. Ziel ist das Tal der Moldau und Cesky Krumlov, zu deutsch Krummau, eine stolze mittelalterliche Kleinstadt, die sich aufgrund ihres intakten historischen Kerns den Titel „UNESCO Weltkulturerbe“ verdient hat. Auf 1000m Seehöhe beginnt die Fahrt in den Hochlagen des Bayerisch-Böhmischen Waldes. Selbst Ende März ist die Landschaft noch unter einer geschlossenen Schneedecke versteckt. Von hier macht man sich auf ins Moldautal mit seinen alten Siedlungen, welche den Glanz der goldenen Stadt Prag vorwegnehmen. Klöster, Schlösser und kleine Städtchen locken entlang des lieblichen Flusslaufs. Doch bevor man in die Geschichte eintaucht verabschiedet sich die Gegenwart nicht ohne einen kleinen Schock: Aufgrund der Grenzlage tummeln sich im ersten Ort hinter der Grenze, Strazny, ein Haufen Geschäftemacher. Es lohnt sich nicht hier zu verweilen. Denn hat man die Prostituierten und Fidschi-Märkte an der Grenze bei Philipsreut erstmal hinter sich gelassen, taucht man ein in eine Landschaft fernab unserer Hektomatikwelt.  Es ist so, als wäre man ein paar Jahrzehnte in der Zeit zurückgereist. Die Dörfer wirken verschlafen. Hier geht man seinem Tagesgeschäft nach: Der Einkauf wird noch mit charakteristischen blümchenverzierten Plastebeuteln und geflochtenen Körben nach Hause getragen. Am späten Abend trifft man sich in den Dörfern auf ein Gambrinus oder ein Kozel in einer der kleinen Schankstuben. Hier und da irrt ein Hund oder ein Huhn umher und der Putz fällt von den Wänden. Die Zeit gibt so ein Stück Vergangenheit preis: Alte deutsche Beschriftungen wie „Wolfsmühle“ werden wieder lesbar. Denn der Landstrich entlang der Moldau war bis zur Vertreibung nach dem Zweiten Welktrieg hauptsächlich deutsches Siedlungsgebiet. Der Weg führt weiter zum Moldaustausee. Mit 48km Länge und 10km Breite ist er der größte Stausee  Tschechiens. Er wird auch als „Böhmerwald Meer“ bezeichnet. In Horni Plana / Oberplan ist der Ortskern und das Geburtshaus des Schriftstellers Adalbert Stifter ansprechend renoviert worden. Aber dennoch merkt man – trotz der geringen Entfernung zur Grenze – dass man im Ausland unterwegs ist. Das West-Ost Gefälle macht sich direkt an der Grenze besonders stark bemerkbar. 20 Jahre nach der Wende schwebt immer noch der Geist der Kommunismus und des Kalten Krieges über diesen Landstrich. Selbst neuere Beschilderungen sind anscheinend mit Schriftarten gesetzt, welche von der Ära des Warschauer Paktes inspiriert sind. Allein das – vor allem von holländischen Touristen besuchte – neue Tourismuszentrum  bei Lipno strotzt nur so vor moderner Bebauung. Der Stausee von Lipno selbst ist zu dieser Jahreszeit noch von einer Eisschicht überzogen, am Horizont ragen die schneebedeckten Gipfel des Hochwaldes auf. Bis knapp an die 1400m Marke reicht die höchste Erhöbung Plöckenstein.

Panorama des Moldaustausees von Horni Plana aus


Altes Tretboot nahe der Schilfkante

Doch je weiter man dem Tal der Moldau folgt, desto milder wird es. Beim Kloster Weißenbrot und an Schloss und Burg Rosenberg sind die Schneereste verschwunden und die stolzen Gemäuer erheben sich hoch über dem Fluss. Stets folgt die Straße den mal weiteren, mal engeren Schlingen der noch jungen Moldau. Im Sommer herrscht hier Hochbetrieb von Kanutouristen. Gelegentlich künden alte Industrieanlagen von der Nutzung der Wasserkraft, doch auf weiten Strecken wirkt die Natur unberührt. Besonders die Waldgebiete entlang der Grenze zu Deutschland und Österreich sind durch den Kalten Krieg in einen Dornröschenschlaf versetzt worden. Hier finden sich so seltene Tiere wie Elch, Luchs, Fischotter, Flussperlmuschel und Dreizehenspecht.

Böhmisch Krummau

Unvermittelt öffnet sich das enge Tal nach ungefähr 50km zu einem Kessel. Goethe würde sagen: Die Lage am Fluss musste eine Stadt anlocken. In früheren Zeiten strategisch günstig gelegen, wurde hier die Stadt Böhmisch Krummau, oder auch Cesky Krumlov auf den Felsrücken einer Moldaudoppelschleife angelegt. Überragt vom Schwarzenberg’schen Schloss wurde die Kleinstadt aufgrund des intakten mittelalterlichen Kerns und der spektakulären Lage in das UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen. Vor einiger Zeit berichtete ich HIER bereits über die Stadt und ihre Eigenheiten. Obwohl keine Saison ist, sind vor allem deutsche, österreichische und japanische Touristen in der Stadt unterwegs. Dennoch findet man auch noch manch stillen Winkel. Empfehlenswert ist die Bierverkostung in der Brauerei Eggenberg (Vorsicht: 0,0 Promille Grenze in Tschechien!) und das Cafe „Zwei lustige Witwen“ rechts von der Kirche unterhalb des Schlossturmes direkt am Moldauufer. Der Ausflug nach Krummau ist eine sehr schöne Autotour, zurück in die Vergangenheit und in die Idylle des Moldautals. Alternativ kann man vom Bahnhof Nove Udoli bei Haidmühle auch den Zug nehmen. Dabei verlässt man aber nahe Horni Plana das Tal des Moldaustausees und fährt auf direktem Weg nach Krummau. Die Moldau selbst fließt in einem weiten schluchtartig eingetieften Bogen zunächst nach Südwesten und danach nach Nordwesten in Richtung der Stadt.

Verschiedene Aufnahmen von Stadt und Schloss in Krummau








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