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Musik: Gutes zum Schluss – Jonti & Byetone

21 Dez

Beachtliche Alben am Jahresende

Von wegen Frühling. Zurückgespult zum Jahresende. Aus dem Unterholz in den Untergrund. Oder so ähnlich. Allüberall auf den Tannenspitzen sieht man Jahresendlisten sitzen. Aber auch am Schluss kann noch manch eine positive Überraschung kommen. So geschehen mit den guten Alben von Jonti und Byetone. Einmal nett und sommerlich verspielt, einmal sperrig aber von Substanz.

Jonti – Twirligig

Ein junger Mann geht von Südafrika nach Australien und zeichnet Frösche. Später seziert er die halbe moderne Musikgeschichte. Was kommt dabei raus? Pop-Impressionismus. Ein bisschen wie elektrifizierter Chillwave und Hypnagogic Pop gepaart mit den 70er Jahren und einer Steckdose – aber eben sehr konzeptionell. Man fühlt sich an Bibio und Toro y Moi erinnert. Das Album Twirligig erschien im Oktober auf dem Label Stones Throw. Sehr schön.




Byetone – SyMeta

Olaf Bender aka Byetone lässt sich Zeit für seine Releases. In diesem Falle drei Jahre. Auf „Death of a Typographer“ folgt „SyMeta“. Eine Entdeckungsreise in die Epoche des frühen Minimal Technos gekreuzt mit der Zeitlinie von Industrial Noise. Zeitlosigkeit. Zuhören statt Fastfoodelektro. Strombrett. Genre: Glitch, Minimal, Electronic.



Musik: Mit Dominik Eulberg & Robag Wruhme in den Klangwald

2 Mai

Wo Hase und Fuchs in den Club gehen

Zwei klangvolle Namen der deutschen Szene elektronischer Musik liefern in diesen Tage ihre neuen Werke in Albenlänge ab. Zum einen der aus dem Westerwald stammende Dominik Eulberg (ehemals Kommilitone am Geographischen Institut Bonn) zum anderen Robag Wruhme aus Jena. Eulberg erregte durch seine Minimal Techno Produktionen größeres Aufsehen in der Musikszene. Im Jahre 2004 war seine Maxi „Der Hecht im Karpfenteich“ das erste Mal großes Kino. Er veröffentlichte unter anderem auf Traumschallplatten und auf Sven Väths Cocoon Label. Das letzte Soloalbum „In heimischen Gefilden“ erschien 2007. Eulberg scheint auch ein wenig dem Zwiespalt zweier Welten erlegen zu sein wie ich ihn auch öfter verspüre. Hin- und hergerissen zwischen Urbanität und der Liebe zur Natur. Wir reden hier nicht von global orientierten theoretischem Ökofundamentalismus. Sondern von praktischem Naturschutz in den hiesigen Wäldern und Wiesen. Dem Interesse in der scheinbar „normalen“ Umwelt nach kleinen Schönheiten und Wundern zu suchen und sich von diesen auch zu kreativem Output inspirieren lassen. So sind Tier- und Naturgeräusche ein Merkmal von Dominik Eulbergs Musik – was auch auf seiner Homepage deutlich wird. Diese Produktionsweise brachte seiner Musik das Etikett „Öko-Techno“ (Groove) ein. So arbeitete er für sein in Kürze erscheinendes Album „Diorama“ mit dem Bund Naturschutz zusammen und forderte seine Hörer auf , ihm Anregungen für die „unbestechlichsten Wunder der Natur“ zuzusenden. Diese gingen wie das „Bachneunauge, Bärtierchen und Ragwurz“ als Titel mit in das Album ein. Das Album wird am 9. Mai auf TRAUM erscheinen und ein aufwendiges Diorama Artwork zu jedem der Tracks enthalten. Vorab gibts auf Youtube den – vielversprechenden –  Albumteaser zu hören:

Blühende Landschaften auch in Jena

Robag Wruhme dagegen stammt aus Jena, heißt mit bürgerlichem Namen Gabor Schablitzki und ist seit den 90ern in der deutschen Szene elektronischer Musik präsent. Egal ob solo oder zusammen mit Sören Bodner als  Wighnomy Brothers. Die Platten erscheinen – wie andere Veröffentlichungen der kleinen aber feinen Jenaer Szena – auf dem Label Freude am Tanzen. Die erste LP Wuzzelbud KK erntete 2004 viel Lob. Das neue Album Thora Vukk ist vor wenigen Tagen auf Pampa Records erschienen und entspannt einen ganz eigenen Soundkosmos zwischen Elektro, House und Techno. Die Albumstruktur folgt dem Prinzip dass die in Whrumscher Wortakrobatik benannten Tracks („bommsen böff“ & „wupp deck„) durch kürzere (Sound-)“Brücken“ verbunden werden. Es entspannt sich ein munterer Reigen vielschichtiger Klänge – um es mit den Worten der RotenRaupe zu sagen: „So fühlen sich Freiheit und Gelassenheit an wenn man sie mit Musik darstellt„. Wirklich schön. Hier der namengebende Track Thora Vukk:

Fotografie: Das Blaue Wunder

27 Apr

Ein Wald voller Bluebells

Das gute Wetters am Osterwochenende war eine günstige Gelegenheit sich in einer besonderen Disziplin englischer Landschaftsfotografie zu üben: Der Bluebells-Photography. Zu deutsch als Hasenglöckchen (lat: Hyacinthoides non-scripta) bezeichnet, tritt die mythenumwobene Frühlingsblume unter atlantischen Klimaeinfluss in Südengland massenhaft auf. Das hat zur Folge, dass im Frühjahr der Boden lichter Buchenbestände mit einem Meer aus Millionen blauen Blüten bedeckt ist. In England. Oder in Belgien. Oft sind diese Wälder wohlgehütete Geheimnisse zu denen zahlungsfreudige Kundschaft per Fotoworkshop gelotst wird. Als ich vor wenigen Tagen herausfand, dass es auch in Deutschland im sogenannten „Wald der Blauen Blume“ nahe Hückelhoven/Erkelenz ein Vorkommen gibt, war ich entsprechend erfreut. Für ein paar Stunden englischer Naturfreund ohne Tweed, dafür mit Kamera und Enthusiasmus. Der genannte Wald und ein paar kleine weitere Vorkommen sind die einzigen deutschen Standorte. Immerhin liegen sie in einer guten Fahrdistanz von Bonn aus. In England stellen sich dann alle namhaften Outdoor-Fotografen der Herausforderung,  die psychodelischen Blautöne kombiniert mit dem Frühlingsgrün der Buchen und dem hohen Kontrastumfang zwischen Lichteinfall und Schatten auf den Sensor zu bannen.  Erschwerend kommt hinzu, dass die Pflanzen je nach Witterung nur für kurze Zeit zwischen Mitte April und Mitte Mai blühen. Die deutschen Vorkommen sind – noch – ein Geheimtipp und auch ein sehr empfehlenswertes Ausflugsziel. Im Endeffekt ist je nach Lichteinfall die Leuchtkraft der Farben für deutsche Frühlingswälder (Buschwindröschen etc. lassen grüßen) sehr ungewöhnlich und keineswegs übersteuert auf den Abbildungen.

Fotografie: Architekturästhetik des Warschauer Pakts

31 Jan

Die alte rumänische Botschaft in Bonn

Futuristische Exzentrik pur.  
Conducator-Pop-Art.
Der Eigenheimtraum eines jeden Kosmonauten.





Futuristische Geräuschkulisse: Ramadanman & Midland

Dortmunder Hexenküche: Vortex Rikers

30 Jan

Lo-Fi | Electro | Dark | Witchhouse | Post-Dubstep

Aus dem Herzen des Ruhrgebiets erreichen uns düstere elektronische Klänge. Im Epizentrum zwischen Elektro, Post-Dubstep und Witchhouse manifestiert sich die Geräuschkulisse der drei EPs von Vortex Rikers. Zwischen alten Zechen und Industrieruinen entsteht in Dortmund ein Teil des Soundtracks für das beginnende 21. Jahrhundert. Bemerkenswert und erfreulich zugleich, dass sich zu einem durchaus präsenten Genremix auch in Deutschland Aktivitäten finden. Das ganze geht mehr in Richtung Balam Acab und Water Borders als in den Salem Einschlag. Vermutlich sind die elektronischeren Auswüchse auch jene die musikalisch mehr Nachhaltigkeit/Einfluss aufweisen werden. Der Name Vortex Rikers stammt meiner Vermutung nach vom ersten Level des Singleplayer Modus von Unreal. Vortex Rikers hat im September 2010 und Januar 2011 die drei EPs „Untitled„, „Wake Up and Smell the Ashes“ und „White Queen“ veröffentlicht. Alle drei EPs können HIER frei runtergeladen werden. Bei dieser hohen Aktivität darf man sich sicher auf weitren Output freuden.

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