Tag Archives: german

Musik: Phon.O Album: Black Boulder

6 Jun

10 Jahre Berliner Dub-Techno-Schule

Wo Rustie mit funky warmen Kristallen Akzente setzte schwebt nun der dunkeldüstere Kristallblock von Phon.o. Phon.o war mit meine erste Einstiegsdroge in die bassfreundliche Musik. Anno 2005 das erste Mal mit Dubstep und Grime konfrontiert entdeckte ich damals parallel die recht produktive Berliner Dub-Techno-Schule mit Al Haca Soundsystem, Tolcha, RQM als MC, Jahcoozi, Modeselektor und natürlich Phon.o. Niemand konnte vorausahnen welcher Hype Dubstep werden würde zu Beginn der 10er Jahre. Die Berliner Elektrodubgeschichten (unvergessen auch: Rythm & Sound) blieben dagegen relativ „im Untergrund“ verankert, wenn man jetzt mal von Moderat absieht. Hierbei wären wir auch schon beim Label: 50Weapons, dass unter der Federführung von den beiden Moderat-Jungs steht.

Nun also ein Album bei einem Label, dass zuletzt mit den Veröffentlichungen Anstam, Lazer Sword, Major Lazor und Benjamin Damage & Doc Daneeka jüngst für Aufsehen sorgte. Carsten Aermes aka Phon.o dropt ein spannendes Werk auf dem verschiedene Spielarten der Bassmusik eine durchgehend befriedigende Fusion eingehen. Dub-Techno, burialesker Dubstep, Future Garage, Hardwax-Schule, UK Funky und futuristische HipHop Beats seien mal als lose Rahmenbegriffe in den Ring geworfen. Das Glockenspiel von Beginn des Albums wird bald hinter sich gelassen und die Bassläufe werden druckvoller. Die Atmosphäre bleibt dabei immer düster und dicht. Insbesondere „Leave a Light on“ mit Vocalist Tunde Olaniran hat Ohrtwurmcharakter. Robot Kochs 2011er Scheibe funktioniert ganz gut in Kombination mit Black Boulder. Man könnte das Ganze auch ins Spannungsdreieck zwischen Burial, SBTRKT und Zomby einordnen. Ein gelungenes erstes Album auf 50Weapons des aus dem Harz stammenden Phon.o.

 

 

 

Plakat-Design: Kieler Woche

16 Apr

Inspiration: Minimalistisches von 1958 bis Heute

Die Kieler Woche ist eine jährlich stattfindende Segelregatta, die seit Ende des 19. Jahrhunderts in Kiel ausgetragen wird. Sie gilt als eines der größten Segelsportereignisse der Welt. Besonderes Interesse haben auch die Veranstaltungsplakate der Kieler Woche aus den letzten Jahrzehnten verdient. Die Motive sind oft sehr künstlerisch und minimalistisch (z.B. im Vergleich zu den jährlichen Oktoberfestplakaten). Ungwöhnlich für eine Großveranstaltung. Namhafte internationale Grafiker haben mit ihren Entwürfen inzwischen eine beeindruckende Galerie des Plakat-Designs geschaffen. Die vollständige Plakat-Rückschau inklusiv der Namen der verantwortlichen Designer findet sich hier. bildraum zeigt einige der schönsten Entwürfe (die Plakate sind leider nur in dieser Auflösung verfügbar):

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Musik: Die besten Alben des Jahres 2011

9 Jan

Top30 – Lieblingsscheiben und Zukunftsmusiken

2012 ist schon wieder eine Woche alt und mit „reichlicher“ Verpätung gegenüber den üblichen Hipsterplattformen wie Pitchfork reicht auch der bildraum noch eine kleine Übersicht der Lieblingsalben im vergangenen Jahr nach. 2011 als Musikjahr war grundsätzlich gefühlt nicht so sympathisch wie 2010. Das lag einerseits daran, dass nicht alle Alben die hochgehegten Erwartungen erfüllten (James Blake, 2562, Hyetal, Emika, Balam Acab etc.) andererseits wohl daran, dass die Betriebssamkeit in geschätzten Subgenres wie Chillwave oder Witchhouse doch um einiges nachgelassen hat. Überraschend stark zeigten sich elektronische Veröffentlichungen aus heimischen Gefilden.. mit Dominik Eulberg, Robot Koch, Moomin und Roman Flügel schaffen es vier Platten locker in die Top30, Robag Wruhme, Steffi und Kreidler scheiterten knapp. Mit den Dial und Freude am Tanzen Platten wird schon offenkundig, dass 2011 dort weiter machte, wo 2010 mit Pantha du Prince und John Roberts aufhörte. Nämlich überall rund ums House. Deep House, Detroit House, Techhouse usw. allüberall bis hinüber in technoide Gefilde. Einzuordnen in diesen musikalischen Kosmos sind Dominik Eulberg, Roman Flügel, Morphosis, Sandwell District, The Field, John Heckle, Altered Natives, Omar-S, GusGus und Moomin. Also ein Drittel Steady Beats in der Top30. Einen weiteren wichtigen Teil nehmen die von englischer Clubmusik inspirierten Werke zwischen Post-Dubstep, Uk Funky, FutureGarage , Footwork und sonstigen elektronischen Bastardereien ein. Namentlich vertreten durch Kuedo, Zomby, Rustie, Robot Koch, BNJMN, Martyn, SBTRKT, Sepalcure und Machinedrum. Noch ein Drtittel. Das verbliebene Drittel teilen sich Araabmuzik, Holy Other und Oneohtrix Point Never anderselektronisch mit den Gesangsindietronicpoppern von Metronomy, Austra, Alaska in Winter, Sin Fang, Jamie Woon, John Maus und Summercamp. Einige Alben wie jene von Feist, Dillon, The Horrors und Modeselektor wurden nicht ausreichend gehört um sie in die Wertung mit einfließen zu lassen. 2012 wird interessant sein, ob sich das Verhältnis der genannten Musikströmungen zueinander ändern wird…

1. Metronomy – The English Riviera

2. Kuedo – Severant

3. Zomby – Dedication

4. Rustie – Glass Swords

5. Robot Koch – The Other Side

6. Dominik Eulberg – Diorama

7. Austra – Feel It Break

8. Alaska in Winter – B-Sides & Other Missed Opportunities

9. Roman Flügel – Fatty Folders

10. BNJMN – Plastic World

11. Martyn – Ghost People
12. Holy Other – With You EP
13. Araabmuzik – Electronic Dream
14. Oneohtrix Point Never – Replica
15. SBTRKT – SBTRKT

16. Morphosis – What Have We Learned
17. Sandwell District – Feed-Forward
18. The Field – Is This Power
19. John Heckle – The Second Son
20. Sepalcure – Sepalcure

21. Altered Natives – Tenement Yard Vol. 2
22. Omar-S – It Can Be Done But Only I Can Do It
23. Sin Fang – Summer Echoes
24. GusGus – Arabian Horse
25. John Maus – We Must Become The Pittless Censors Of Ourselves

26. Moomin – The Story About You
27. Summercamp – Welcome to Condale
28. Machinedrum – Room(s)
29. Pictureplane – Thee Physical
30. Jamie Woon – Mirrorwriting

Musik: Mit Dominik Eulberg & Robag Wruhme in den Klangwald

2 Mai

Wo Hase und Fuchs in den Club gehen

Zwei klangvolle Namen der deutschen Szene elektronischer Musik liefern in diesen Tage ihre neuen Werke in Albenlänge ab. Zum einen der aus dem Westerwald stammende Dominik Eulberg (ehemals Kommilitone am Geographischen Institut Bonn) zum anderen Robag Wruhme aus Jena. Eulberg erregte durch seine Minimal Techno Produktionen größeres Aufsehen in der Musikszene. Im Jahre 2004 war seine Maxi „Der Hecht im Karpfenteich“ das erste Mal großes Kino. Er veröffentlichte unter anderem auf Traumschallplatten und auf Sven Väths Cocoon Label. Das letzte Soloalbum „In heimischen Gefilden“ erschien 2007. Eulberg scheint auch ein wenig dem Zwiespalt zweier Welten erlegen zu sein wie ich ihn auch öfter verspüre. Hin- und hergerissen zwischen Urbanität und der Liebe zur Natur. Wir reden hier nicht von global orientierten theoretischem Ökofundamentalismus. Sondern von praktischem Naturschutz in den hiesigen Wäldern und Wiesen. Dem Interesse in der scheinbar „normalen“ Umwelt nach kleinen Schönheiten und Wundern zu suchen und sich von diesen auch zu kreativem Output inspirieren lassen. So sind Tier- und Naturgeräusche ein Merkmal von Dominik Eulbergs Musik – was auch auf seiner Homepage deutlich wird. Diese Produktionsweise brachte seiner Musik das Etikett „Öko-Techno“ (Groove) ein. So arbeitete er für sein in Kürze erscheinendes Album „Diorama“ mit dem Bund Naturschutz zusammen und forderte seine Hörer auf , ihm Anregungen für die „unbestechlichsten Wunder der Natur“ zuzusenden. Diese gingen wie das „Bachneunauge, Bärtierchen und Ragwurz“ als Titel mit in das Album ein. Das Album wird am 9. Mai auf TRAUM erscheinen und ein aufwendiges Diorama Artwork zu jedem der Tracks enthalten. Vorab gibts auf Youtube den – vielversprechenden –  Albumteaser zu hören:

Blühende Landschaften auch in Jena

Robag Wruhme dagegen stammt aus Jena, heißt mit bürgerlichem Namen Gabor Schablitzki und ist seit den 90ern in der deutschen Szene elektronischer Musik präsent. Egal ob solo oder zusammen mit Sören Bodner als  Wighnomy Brothers. Die Platten erscheinen – wie andere Veröffentlichungen der kleinen aber feinen Jenaer Szena – auf dem Label Freude am Tanzen. Die erste LP Wuzzelbud KK erntete 2004 viel Lob. Das neue Album Thora Vukk ist vor wenigen Tagen auf Pampa Records erschienen und entspannt einen ganz eigenen Soundkosmos zwischen Elektro, House und Techno. Die Albumstruktur folgt dem Prinzip dass die in Whrumscher Wortakrobatik benannten Tracks („bommsen böff“ & „wupp deck„) durch kürzere (Sound-)“Brücken“ verbunden werden. Es entspannt sich ein munterer Reigen vielschichtiger Klänge – um es mit den Worten der RotenRaupe zu sagen: „So fühlen sich Freiheit und Gelassenheit an wenn man sie mit Musik darstellt„. Wirklich schön. Hier der namengebende Track Thora Vukk:

Dortmunder Hexenküche: Vortex Rikers

30 Jan

Lo-Fi | Electro | Dark | Witchhouse | Post-Dubstep

Aus dem Herzen des Ruhrgebiets erreichen uns düstere elektronische Klänge. Im Epizentrum zwischen Elektro, Post-Dubstep und Witchhouse manifestiert sich die Geräuschkulisse der drei EPs von Vortex Rikers. Zwischen alten Zechen und Industrieruinen entsteht in Dortmund ein Teil des Soundtracks für das beginnende 21. Jahrhundert. Bemerkenswert und erfreulich zugleich, dass sich zu einem durchaus präsenten Genremix auch in Deutschland Aktivitäten finden. Das ganze geht mehr in Richtung Balam Acab und Water Borders als in den Salem Einschlag. Vermutlich sind die elektronischeren Auswüchse auch jene die musikalisch mehr Nachhaltigkeit/Einfluss aufweisen werden. Der Name Vortex Rikers stammt meiner Vermutung nach vom ersten Level des Singleplayer Modus von Unreal. Vortex Rikers hat im September 2010 und Januar 2011 die drei EPs „Untitled„, „Wake Up and Smell the Ashes“ und „White Queen“ veröffentlicht. Alle drei EPs können HIER frei runtergeladen werden. Bei dieser hohen Aktivität darf man sich sicher auf weitren Output freuden.

MySpace

Musikvideos:

%d Bloggern gefällt das: