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Frühlingssonne

18 Mrz

Frühlingssonne wärmt die Haut während sich die Finger suchend finden. Intime Momente in denen allein die Lippen sagen welche Hoffnung dem Mensch zu Eigen ist. Ein sinnliches Ablesen – dennoch bleibt Unsicherheit bei Wünschen und Gefühlen die weiter gehen als das, was man derzeit zu leben imstande ist. Die Angst sich zu verlieren bevor man sich wirklich kennt, gibt dem Menschen eine leichte Ahnung dessen, was er fühlen würde, wenn dies alles doch nur eine Erinnerung an einen Traum wäre.
Denn jeder Sonnenstrahl an einem Frühlingstag würde unweigerlich die Erinnerung an diesen Traum wieder ins Bewusstsein zurückrufen. Und somit auch die traurige Erkenntnis, dass dies alles nur ein Hirngespinst gewesen ist.

Verlorene Orte

6 Mai

Industrieruinen und ähnliches

Heute gibt es ein paar Bilder aus 2008, von denen ich zunächst nicht so wusste, wo ich sie zuordnen soll. Ich habe sie auf den human-Fotoblog gestellt, da sie ja doch (verlassenen) menschlichen Intensivraum darstellen. Die meisten der Fotos sind im Landschaftspark Bochum. In Stadtlandschaften liebe ich diese Orte die früher von reger Betriebsamkeit erfüllt waren und heute marode sind, leer stehen und eine geheimnisvolle Aura haben. Klagenden Augen und Mündern gleich durchbrechen die glaslosen Fensteröffnungen die roten Backsteinfassaden. Einladend genug, hindurchzuschreiten und sich auf diese verlassene Welt einzulassen.

Jahrhunderthalle

Jahrhunderthalle

Marode

Marode

Das Auge des Technokraten

Das Auge des Technokraten

Diese und weitere Industrialfotos finden sich in größerem Format HIER.

Die ehemalige Stimmung in diesen Hallen trägt vielleicht diese Gedicht des von mir sehr geschätzten Herrn Tucholsky:

Arbeit tut not –!

Es raucht der Schlot. Sirene gellt.
Arbeit tobt durch die deutsche Welt:
Noch mehr Tender –!

Graumorgens taumelt, lungenkrank,
der Mann aus seinem Menschenschrank.
Die Pfeife hetzt zum Eingangstor,
Kontrolluhr, Wächter und Hund davor …
Noch mehr Tender! Noch mehr Automobile!

Der Stumpfsinn treibt die Transmission.
Wir haben auch einen Leitspruch schon:
Arbeit tut not!
Die Fräser surren,
Hämmer hämmern, die Sägen schnurren …
Noch mehr Tender! Noch mehr Automobile!
Noch mehr Zangen! Noch mehr Spatenstiele!

Grau stickt Büroluft alle Lungen.
Hier hockt die Jugend; hier sitzen die Jungen.
Rabatte gellen durchs Telefon –
es klappert Underwood und Cohn:
Noch mehr Tender! Noch mehr Automobile!
Noch mehr Zangen! Noch mehr Spatenstiele!
Noch mehr Aktien! Noch mehr Industrie!
Und alles made in Germany!

Waren! An Waren profitieren!
Waren sinnlos produzieren!
Will einer sie haben? Kann einer kaufen?
Unser Land soll in Waren versaufen!
Klopfen, hämmern, schneiden und weben –
eine Kleinigkeit fehlt: das Leben.
Kleben, kochen, färben und braten –
Kinder, macht Kinder! der Staat braucht Soldaten!
Sind die Gräben einst voll, sinds die Gräber auch –
das ist des Landes so der Brauch.
Produziert Kinder! Unentwegt!
Sie werden euch später in Kalk gelegt.
Das ist Wirtschaftspolitik.
Und es bläst die Militärmusik:
Noch mehr Granaten! Noch mehr Automobile!
Noch mehr Kinder! Noch mehr Spatenstiele!
Noch mehr Bleche! Noch mehr Krane!
Noch mehr Werften! Noch mehr Vulkane!
In die Welt gepreßt bis zum Börsensieg –
Und wenn sie nicht wollen, macht Deutschland
Krieg!
Wer wird uns den rasenden Kaufmann bezwingen –?
Arbeit tut not:
Die Masse wirds bringen.

Ein Gedicht

23 Apr

Ich will an dieser Stelle auch hin und wieder zusätzlich zu den Fotografien ein paar alte geschriebene Dinge wieder der Öffentlichkeit präsentieren. Den Anfang macht dieses kleine Gedicht aus dem Januar 2003.  Erinnerungen eben. Damals wurde von einem Freund die Seite „JustThink“ aufgebaut, wo es eine rege Schreibtätigkeit an Gedichten, Geschichten und Gedankenspielereien von Gleichaltrigen gab. Teilweise sind die dort veröffentlichten Werke persönlich sehr berührend und sollten nicht in Vergessenheit geraten. Wer sich ein bisschen einlesen will, kann sich einfach registrieren und dann eintauchen in die Gedankenwelt junger Menschen kurz nach der Jahrtausendwende.

Unsichtbare Mauern

mauer

 Unsichtbare Mauern

 

Unsichtbare Mauern stehn ringsum

keiner reißt sie ein

meine Lippen bleiben stumm,

kann mich nicht von selbst befrein

führe mich zurück ans Licht

aus der Nacht in die ich sank

zeig mir wie man Mauern bricht

mein Vertrauen ist dein Dank!

 

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