Tag Archives: dokumentation

Dokumentation: Römerlager Bonn

17 Dez

Bonn Römerlager Uni Wohnheim

Ein in Beton gegossener Euphemismus

Dokumentarisch. Roh. Ein Viertel ohne Zweck. 17mm TSE. Asbest. Urban. Ehemalige universitäre Einrichtungen vom Leerstand bedroht. Westdeutscher Plattenbau. Kommunistische Post-Space-Architektur. Architektonisch schien alles möglich zu sein, allein ein Römerlager sucht man vergebens.

  • Alte rumänische Botschaft (jetzt Generalkonsulat)
  • Philosophische Fakultät mit PF Mensa
  • Wohnbauten "Römerlager" am Rhein

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Fotografie: Islandbilder auf ARTE

14 Okt

webformat begleitend zur buchmesse

Im Rahmen der gerade stattfindenen Buchmesse in Frankfurt zeigt arte eine Dokumentation über isländische Künstler und deren Verbindung zu ihrem Land und der nordischen Landschaft. Island ist dieses Jahr das Gastland auf der Buchmesse. Der Dokumentarfilm der Gebrüder Beetz Filmproduktionen wird durch ein Webfeature auf der arte Homepage interaktiv erweitert. Im Rahmen des Webauftrittes greifen meine Landschaftsfotografien atmosphärisch die Island charakterisierenden Schlagworte  HEIMAT | ERBE | INTUITION |  CHAOS | SEHNSUCHT | ISOLATION | INSPIRATION | MUT auf. Zum Webfeature gehts HIER. Ich freue mich über eine schöne weitere Referenz für mein photographisches Schaffen.

 

Meine Fotoserie über isländische Natur- und Landschaftsräume umfasst bisher vier Teile: Teil I | Teil II | Teil III | Teil IV. Es folgen einige Impressionen von der arte Seite und dem aktuellen Projekt:

 

 

 

Musik-Doku: Iceland: Beyound Sigur Rós

26 Apr

Die Musikszene von Reykjavik

Vor einiger Zeit hab ich an dieser Stelle eine Dokumentation über die Musikszene in der schwedischen Hauptstadt Stockholm vorgestellt. Eine kleine Übersicht über isländische Musikschaffende gabs auch bereits (Link). Einen ähnlichen Einblick in die Kreativszene von Reykjavik ermöglicht der Film Iceland: Beyound Sigur Rós. Produziert wurde die kleine Doku von Serious Feathers auf Non-Profit Basis. Ziel war es, die Vielfalt der isländischen Musikschaffenden zu präsentieren. Es werden Künstler vorgestellt, die noch nicht den internationalen Durchbruch wie Björk oder Sigur Rós geschafft haben, aber bereits hier und da in Musikkreisen für Aufmerksamkeit gesorgt haben. Zu Wort kommen Haukur Magnússon vom Reykjaviker Stadtmagazin „Grapevine„, Ólafur Arnalds, welcher die Brücke zwischen Klassik und anspruchsvoller Popmusik schlägt und die Gründer des isländischen Online-Musikhandels „Gogoyoko„. An unterschiedlichen Bands und Künstlern werden mittels Live-Auftritten Reykjavik!, Hafdis Huld, Berndsen, Mugison, Ólafur Arnalds, Lára Rúnars, Bloodgroup, For A Minor Reflection, Seabear, Sykur, Severed Crotch und mein persönlicher Island-Held DJ Musician vorgestellt. Sehr gut Cocktail! Sehen, hören und entdecken und sich freuen. Die Doku ist bisher nur auf der Seite von Serious Feahters zu sehen:

zum Film Iceland: Beyound Sigur Rós

Den Trailer gibts auf Youtube:

Reportage Island: Wale – Geschlachtete Riesen

13 Feb

Whale-Watching einmal anders

Einen lebenden Wal aus nächster Nähe zu sehen muss ein sehr eindrucksvolles Erlebnis sein. Das glückte mir in Island aber nur aus großer Ferne. Dafür wurde unsere Exkursionsgruppe mit dem Fang von Walen und der Verarbeitung dieser Meeressäuger konfrontiert. Denn eine der Exkursions-Stationen war die Walfleischfabrik in der Hvalfjördur-Bucht, siebzig Kilometer nördlich der isländischen Hauptstadt Reykjavik. Die Fotos in diesem Eintrag stammen vom Geographenkollegen Alexander Reif der durch seine längere Brennweite (432mm KB äquuivalent) näher am Geschehen war als ich. Vielen Dank für das zur Verfügung stellen der Bilder.

#1 Panoramaansicht der Fabrik Hvalfjördur mit Fangschiffen

Ein blutiges Handwerk

Die Walfangsaison war noch in vollem Gange. Der aus den Schloten der Fabrik aufsteigende Dampf kündete schon von weitem von den Aktivitäten der Walfänger – zwei Finnwale waren die Tagesausbeute an diesem Fangtag. Innerhalb von rund 30 Stunden müssen die Wale nach der Harpunierung geschlachtet werden. Als wir uns dem Gelände der Fabrik näherten, war das eine Exemplar bereits weitgehend zerlegt und der Kadaver des Zweiten lag mit aufgerissener Bauchhöhle an einer ins Meer führenden Betonrampe. Ein trauriges Bild dieser riesigen Säugetiere. Finnwale sind mit einer Länge von bis zu 25m die zweitgrößten Tiere der Erde. Die Verarbeitung erscheint barbarisch und archaisch.  Durch die Größe der Beute findet die Hauptverarbeitung unter freiem Himmel unter Einsatz von Haken, Spateln und riesigen Sägen statt. Das Ganze ist aber im Endeffekt Handwerk und gleicht nicht der industrialisierten Massenabschlachtung mitteleuropäischer Großschlachthöfe. Vielleicht berührt es daher den Betrachter auch mehr, da der Tod noch greifbar wird und nicht zu einer annonymisierten Produktkette von der wir nichts wissen wollen, solang das Fleisch fertig abgepackt im Supermarkt liegt.

Die Umweltschutzorganisation WWF schätzt, das es ca. noch 40.000 Exemplare weltweit gibt. Island ist eines der Länder denen von der Internationalen Walfangkommission (IWC) eine begrenzte Fangquote zugestanden wird. In der Saison 2010 wurden in Island je 200 Finn- und Zwergwale zum Abschuss freigegeben. 2009 tötete Island 81 Zwerg- und 126 Finnwale. Trotz des seit 1986 geltenden Walfangverbots werden laut WWF weltweit bis zu 2000 Großwale pro Jahr erlegt.

#2 Finnwal Kadaver bereit zum Anlanden
#3 Reinigung mit Gartenschlauch
#4 Abziehen der Haut
#5 Mensch und Haut

Schlachten für den Export

Die getöteten Tiere werden in der einzigen isländischen Walfleischfabrik am Hvalfjördur weiterverarbeitet. Island mit seinen wenigen Einwohnern kommt auf eine jährliche Verzehrrate von 5-15 Tonnen Fleisch. Ein einziger Wal allein bringt schon bis zu 10 Tonnen Fleischertrag. Sprich ca. 98% des Fleisches ist Exportgut. Hauptabnahmeziel ist vor allem Japan. Walsushi für die Schleckermäulchen. Andere Walfangnationen sind die Faröer Inseln, Norwegen,  Japan und einige traditionell jagende indigene Völker in Grönland, Nordamerika und Russland.

 
#6 & #7 Knochenüberreste nach der Verarbeitung

Walfangtradition auf Island

Die mitteleuropäische Sicht auf den Walfang im 21. Jahrhundert ist oft von tiefer Schockiertheit geprägt. Doch in Island – und in Norwegen – hat der Walfang nicht nur eine ökonomische Bedeutung. In Island hat diese Art der Jagd eine lange Tradition und eine tiefe gesellschaftliche Verwurzelung. Insbesondere in den Krisenzeiten des Mittelalters war Walfleisch eine Möglichkeit dem Hungertod zu entkommen. Ursprünglich wurde nicht aktiv gejagt, sondern an Stränden angeschwemmte Tiere erlegt. Im Jahre 1281 wird erstmals der Walfang mit der Harpune in einem isländischen Gesetzbuch beschrieben. Erst mit der gesamteuropäischen Bevölkerungszunahme im 19 Jahrhundert setzte sich das Töten der Wale im kommerziellen Stil durch. Der Walfang ist also auch ein Mittel des Protests und der Identifikation gegenüber internationalen Druck von außen. Ein wenig nachvollziehbar, wenn man sich in die Perspektive der kleinen aber stolzen isländischen Nation versetzt. So findet der Walfang auch eine breite Zustimmung in der isländischen Bevölkerung: Ca. 75% votieren pro Walfang.

#8 Handarbeit
#9 Säge zum Trennen der Wirbel
#10 Kieferknochen eines Finnwals

Kommerzieller Walfang im 20. Jahrhundert

Die Ausbeutung der isländischen Meere erfolgte zunächst durch ausländische Flotten. Nachdem die festlandnahen Gewässer rund um Skandinavien ausgebeutet waren, setzte die effiziente norwegische Walfangflotte ihre Jagd vor Island fort. Auch Deutschland und Frankreich war zeitlich befristet mit eigenen Fangflotten am Geschäft beteiligt. Um 1900 wurden durch die norwegischen Walfänger ca. 1300 Exemplare pro Saison in den Westfjorden getötet. Vorübergehend gab es von 1915-25 vor Island ein Walfangsverbot zum Bestandsschutz. Auch während des Zweiten Weltkriegs wurde der Fang eingestellt, da die Handelsbeziehungen zum Hauptabnehmer für Walöl – dem Deutschen Reich – unterbrochen waren. 1947 wurde dann die Walfangstation Midsandur in Hvalfjördur erbaut, um 1948 den kommerziellen Walfang wieder aufzunehmen. Jährlich wurden so in der Fangsaison von Mai bis September 350-450 Wale harpuniert und zerlegt. An der Weiterverarbeitung waren 200 Menschen beteiligt. Der Walfang trug damals mit 1,5% zum isländischen Exporterlös bei. 1985 trat dann ein Verbot des kommerziellen Walfangs in Kraft. Denooch wurden 120 Groß- und 80 Kleinwale jährlich zu „wissenschaftlichen“ Zwecken getötet und als Delikatesse nach Japan exportiert. Dies führte zu aggressiven Konflikten mit Umweltschützern. So wurden 1986 im Hafen von Reykjavik zwei Walfangschiffe versenkt und auch die Walfangstation in Hvalfjördur verwüstet. Erst 1988 wurde der Fang nach internationalen Handelsboykotten eingestellt.

Walfang heute und morgen?

1992 wurde das NAMMCO von Island, Norwege, Grönland und den Faröern gegründet, das „North Atlantic Marine Mammal Committee“, mit dem Ziel, die nordatlantischen Walbestände zu erhalten. Seit 2003 wurde wieder begonnen in Island Wale zu fangen. Heute wird vom marinen Forschungsinstitut von Island empfohlen jährlich 250 Zwergwale und 100 Finnwale pro Saison zu töten um eine Bestandsgefährdung zu vermeiden. Die Zukunft des Walfangs ist ungewiss. Doch in den letzten Jahren hat eine umweltverträgliche kommerzielle Nutzung von Walen immer weiter zugenommen: Whale-Watching-Touren für Touristen. Der Umsatz beträgt ca. 9 Mio. US $ pro Jahr – lukrativer als es der Walfang für die isländische Walfangflotte jemals gewesen war.

Fotografie: Streets of Reykjavik

5 Feb

Die Schönheit des Alltäglichen

Nachdem die beeindruckendste Landmark von Reykjavik – die Hallgrimskirche – fotografisch hier schon vorgestellt wurde, gehts jetzt hinaus in die Straßen der isländischen Hauptstadt. Doch vorneweg das Lied Sólin mun skína von der isländischen Band Rökkurró als Soundtrack für die nun folgenden Bilder. Unter anderem von einem Liveauftritt der jungen Musiker. Reykjavik selbst ist mit nur 120.000 Einwohner eine kleine Stadt. Aber mit einem besonderen Charme, nicht nur wegen dem globalen Einfluss den dortige Kulturszene ausstrahlt. Schnell merkt man nämlich, dass die Stadt anders ist als typische mitteleuropäische Städte. Es fehlen die großen Einkauf- und Fastfoodketten. Dafür gibt es Cafes und kleine Boutiquen. Überhaupt sind die kleinen Lädchen hinter den bunten Fassaden sehr reizvoll. Stunden kann man damit verbringen, sich auf den Sofas im Plattenladen 12 Tonar mit der einheimischen Musikszene zu beschäftigen. Manch einer mag denken, dass man die signifikanten Sehenswürdigkeiten von Reykjavik in ein paar Stunden abgeklappert hat. Doch diejenigen sind blind für den eigentlichen Reiz der Stadt, für das Lebensgefühl, für den Modestil und die Einwohner, die trotz oder vielleicht auch wegen der Finanzkrise aus einem unheimlich großen Potential kreativer Ideen  schöpfen. Daher möcht ich einladen zu einem kleinen Spaziergang durch die Stadt, so wie ich sie erlebt und gesehen habe. Per Klick gibts die Bilder – wie immer – in größer und mit Scharf.

 

Weitere Einträge über Island:

Überblick über Islands Musikszene
Landschaftsfotografie Island
Nordlichter fotografieren in Island

 

 

In den Straßen von Reykjavik

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