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Waldfotografie: Bayerischer Wald im Winter

2 Mrz

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Der Wald im Winter

Die Jahreszeiten Mitteleuropas schätzt man fotografisch erst so richtig, wenn man in einer Region war in der saisonale Gegensätze kaum vorhanden sind. Frühling, Sommer, Herbst und Winter bringen Abwechslung in die Landschaft. Das selbe Waldstück erscheint im Wandel der Jahreszeiten höchst unterschiedlich. Die größte Veränderung bringt sicher der Winter mit sich, von einer lebendig-grünen Umgebung wandelt sich der Wald zu einer fast monochrom erscheinenden grafischen Landschaft. Der Vergleich mit Tuschezeichnungen liegt nahe, da die dunklen akzentuierten Linien, dort der Schnee der die Rolle des Papier in der Zeichnung übernimmt.

Für den Fotografen und seine Ausrüstung ist der Winter gleichzeitig die größte Herausforderung. Mehrere Lagen Kleidung im Zwiebelprinzip helfen ganz gut, das Equipment zahlt der Kälte durch geringere Akku-Laufzeiten Tribut. Wenn der Schnee meterhoch liegt, erschweren sich auch die Zugangsmöglichkeiten deutlich – Schneeschuhe, Langlauf- oder Tourenski sind dann das geeignete Mittel um sich abseits der geräumten Straßen vorwärts zu bewegen.

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Unterwegs im Bayerischen Wald

Eines meiner liebsten Reviere für die winterliche Fotografie ist der Bayerische Wald. Deutschlands zweithöchstes Mittelgebirge, aber deutlich weniger warmen Westwetterlagen ausgesetzt als der etwas höhere Schwarzwald. Wenn man den Böhmerwald mit hinzunimmt, ist auch ein erheblich größeres Gebiet zu den Hochlagen zu rechnen als beim badischen Pendant. Noch heute findet man meist von Anfang Dezember bis Ende März eine geschlossene Schneefläche in den Kammlagen vor, Schneehöhen bis drei Meter kommen vor und die Temperatur sackt fast jährlich bis auf -35°C ab. Die Region wird zurecht als „bayerisch Sibirien“ bezeichnet. Optimale Voraussetzungen für die winterliche Waldfotografie also.

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Auf Motivsuche im Winterwald

Normalerweise lauf ich dann einfach mal auf Skiern oder Schneeschuhen los und lass mich überraschen, auf welche Details ich unterwegs stoße. Meist sind die Hochlagen ergiebiger als die Täler, nur bei Inversion kann sich das ganze auch mal umdrehen. Da man nie wirklich zu 100% vorausahnen kann, in welcher Weise Reif und Schnee die Wälder verwandeln, heißt es mit offenen Augen durch die Landschaft zu ziehen um die Motive auch zu entdecken. Eine größere Rolle spielt dabei die Fähigkeit, den dreidimensionalen Raum des Waldes sich als zweidimensionale Fläche vorzustellen, wie es auch beim späteren Foto der Fall ist. So gelingen auch im scheinbaren Chaos von Stämmen und Ästen gute Kompositionen. An bedeckten Tagen zeichen sich Lichtnuancen im Wald nur leicht ab, aber genau dieses zarte Licht-Schatten-Spiel ist fotografisch lohnend. Und jeder Schritt will gut überlegt sein. Es kann zutiefst ärgerlich sein, wenn man erst nachträglich feststellt, dass ein Blickwinkel fotografisch hervorragend funktioniert hätte bevor die unversehrte Schneefläche durch störende Fußspuren zerrissen wurde.

Die Wintersaison 2018 neigt sich zwar langsam dem Ende zu, aber noch findet man lohnende Motive. Nicht nur im Bayerischen Wald sondern auch in den meisten anderen höher gelegenen Mittelgebirge. Viel Erfolg!

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Musik: Memory Tapes, Sinkane, Philip Glass Reworks & Echo Me

30 Nov

Weg ins Licht, Licht am Horizont, Nebel, Wald, Märchenhaft,

Last Minute Kandidaten für die Alben-Jahrescharts

Während bereits die ersten Jahrescharts 2012 veröffentlicht werden (im November…) werden gerade jetzt noch einige Platten veröffentlicht, die ähnlich wie Robot Kochs Album aus 2011 im Jahresendrummel unterzugehen drohen. Aber wer nicht reinhört und sich damit zu Weihnachten beschenkt ist selbst schuld.

Memory Tapes – Grace/Confusion LP

Hinter Memory Tapes steckt Dayve Hawk aus New Jersey, der 2008 zur Chillwave Hoch-Zeit unter den Namen „Memory Cassette“ und „Weird Tapes“ mit Musik im Stil elektrofizierten Bedroom Recordings firmierte. 2009 erschien sein erstes Album „Seek Magic“. Jetzt folgt das dritte Album „Grace/Confusion“. Stilistisch hat er sich von seinen Wurzeln ein wenig gelöst, zu den Chillwave Grundlagen kamen noch Einflüsse aus Indietronica und Dreampop. Musikalisch sind die Alben immer in sich eigenständig und abwechslungsreich. Sowohl Freunde von M83 als auch Washed Out oder Neon Indian kommen auf ihre Kosten. Ein spannendes Album mit langen vornehmlich instrumentalen Tracks in der jedoch Vocals immer wieder Akzente setzen. Wunderbar!

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Memory Tapes ist auch eine gute Überleitung zu „Philip Glass – Rework“ da sich auf dieser Veröffentlichung auch ein Remix von Memory Tapes findet.

Philip Glass – Rework

Philip Glass (* 31. Januar 1937 in Baltimore, Maryland) ist ein US-amerikanischer Musiker und Komponist. Er gilt zusammen mit Steve Reich, Terry Riley und La Monte Young als Popularisator der Minimal Music und mit John Adams als einer der wichtigsten amerikanischen Komponisten der Gegenwart (Quelle: Wikipedia). Im Rahmen der Veröffentlichung „Reworks“ wurden einige seiner Kompositionen von namhaften Künstlern aus dem Bereich der elektronischen Musik neu aufbereitet. Dabei finden sich Namen wie Dan Deacon, Nosaj Thing, Pantha du Prince und Amon Tobin. Wie man bei meinem Blogeintrag zu Hauschka festellen konnte, bin ich ja ein großer Freund derartiger künstlerischer Kollaborationen. Für mich eine der schönsten Scheiben des Jahres zum zuhören und sich in Gedanken zu verlieren. Die musikalische Spielart der Reworks reicht von klassischem Klavier bis hin zu stärker elektronisch gefärbten Neuinterpretationen. Am herausragendsten ist aber wahrscheinlich der über 20 Minuten lange Beitrag von Beck. Beck? Ja – vielleicht seine stärkste Arbeit seit dem Jahrtausendwechsel.

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Sinkane – Mars

Manchmal gibt es noch Überraschungen. Das Album „Mars“ von „Sinkane“ ist zum Beispiel eine. Wie aus dem nichts erscheint auf einmal ein in sich stimmiges innovatives Album. Hinter Sinkae steckt der 27järhige Ahmed Gallab. In den 80ern floh seine Familie aus Khartoum nach Boston. Dort kommt er mit der Musik der 80er und 90er Jahre in Kontakt – Pop und Punk werden zu Inspirationsquellen des jungen Sudaners. Im Sommer kehrt er regelmäßig in den Sudan zurück, der Großvater ist dort muslimischer Prediger und Sufismus-Gelehrter. All diese Erfahrungen und Eindrücke hört man aus seinem Album „Mars“ heraus. Ein Konglomerat der unterschiedlichsten Stilelemente – der weite Unterbau besteht aus Funk und Jazz, aber Elektronika und vor allem „nicht-westliche“ Samples verleihen dem Album eine große stilistische Eigenständigkeit. Das fremde und das vertraute werden zur musikalischen Einheit. Wenn ich etwas aufzählen müsste, was in eine ähnliche Richtung geht, würde mir El Guincho einfallen. Sinkane – Mars: eine der späten Überraschungen dieses Musikjahres.

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Echo Me

Dänemark ist ja immer gut für eine Indie-Überraschung. So auch mit Echo Me die bei Für Records unter Vertrag stehen: Indie-Folk wie zur Blütezeit der Independent Musik. Die Tracks weisen eine große musikalische Eigenständigkeit auf, aber in der Zusammenschau erweist sich das Album dennoch als Einheit. Schön wenn ein Konzept so aufgeht. Gute Laune Indie Pop.

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Was sonst noch war:

Nosaj Thing – Eclipse/Blue ft. Kazu Manuka

Auskopplung vom im Januar 2013 erscheinenden Album von Nosaj Thing. Mit meinen alten Favoriten scheint ein guter Start ins Jahr 2013 vorprogrammiert.

alternativ falls das (sehenswerte!) yt Video nicht geht:

Ein spannender funky Remix dieses Rhye Tracks:

Rhye – The Fall (Maurice Fulton Alt Mix)

Es war auch an der Zeit sich nochmal eingehender mit dem xxyyxx Album vom Frühjahr zu beschäftigen. Hat sich gelohnt, eine wirklich feine Platte.

xxyyxx – Tied 2 U

 

 

 

 

Fotografie: Weißes Hinterland

6 Jan

Schweigsame Landschaften

Ende Dezember 2011 unterwegs, auf der Suche nach dem Winter. Strukturen, Linien und Kontraste. Nicht das laute Motiv sondern die leisen Stimmungen. Landschaftsfotografie mit Telebrennweiten – eine Herausforderung, da ein anderes Sehen notwendig ist. Impressionen aus dem Oberpfälzer Wald oder auch überall anderswo wo sich der Mensch im Winter aus dem Raum zurückzieht.

Fotografie: Die Quadratur des Eises

25 Feb

Winterliche Baumportraits

– Rückblende auf früheres fotografisches Schaffen im Dezember 2007 –

 

Flyer: Geschmacksverstärker

15 Nov

Ich kaufe die Telefonnummer und löse „Ja!“. Foto von bildraum, Design von Julian. Manchmal wirkt es belebend die digitale Mottenkiste zu durchwühlen. Die gute alte Poppelsdorfer Mensa in Bonn stand vor einigen Jahren (siehe Beitrag über meine Anfänge der Digitalfotografie) Modell für dieses Bild. Irgendwo schwirrte in meinem Hinterkopf immer die Idee herum, dass dieses Bild gut zu „Geschmacksverstärker“ passen würde. So freut es mich natürlich, dass Julian intuitiv genauso handelte und das Ganze unabhängig  von meinen Wirrungen umgesetzt hat. Chapeau! Gefällt mir sehr gut. Jauchzend gehen Fotografie, Grafik und Musik Hand in Hand in Hand am 10. Dezember ins Nyx und tanzen auf Klänge zwischen Indie und Tronic. Oh ja, TRONIC…. mit bisschen post- vorne dran und allem und so:

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