Tag Archives: Dänemark

Musik: Memory Tapes, Sinkane, Philip Glass Reworks & Echo Me

30 Nov

Weg ins Licht, Licht am Horizont, Nebel, Wald, Märchenhaft,

Last Minute Kandidaten für die Alben-Jahrescharts

Während bereits die ersten Jahrescharts 2012 veröffentlicht werden (im November…) werden gerade jetzt noch einige Platten veröffentlicht, die ähnlich wie Robot Kochs Album aus 2011 im Jahresendrummel unterzugehen drohen. Aber wer nicht reinhört und sich damit zu Weihnachten beschenkt ist selbst schuld.

Memory Tapes – Grace/Confusion LP

Hinter Memory Tapes steckt Dayve Hawk aus New Jersey, der 2008 zur Chillwave Hoch-Zeit unter den Namen „Memory Cassette“ und „Weird Tapes“ mit Musik im Stil elektrofizierten Bedroom Recordings firmierte. 2009 erschien sein erstes Album „Seek Magic“. Jetzt folgt das dritte Album „Grace/Confusion“. Stilistisch hat er sich von seinen Wurzeln ein wenig gelöst, zu den Chillwave Grundlagen kamen noch Einflüsse aus Indietronica und Dreampop. Musikalisch sind die Alben immer in sich eigenständig und abwechslungsreich. Sowohl Freunde von M83 als auch Washed Out oder Neon Indian kommen auf ihre Kosten. Ein spannendes Album mit langen vornehmlich instrumentalen Tracks in der jedoch Vocals immer wieder Akzente setzen. Wunderbar!

myspace | facebook

 

 

Memory Tapes ist auch eine gute Überleitung zu „Philip Glass – Rework“ da sich auf dieser Veröffentlichung auch ein Remix von Memory Tapes findet.

Philip Glass – Rework

Philip Glass (* 31. Januar 1937 in Baltimore, Maryland) ist ein US-amerikanischer Musiker und Komponist. Er gilt zusammen mit Steve Reich, Terry Riley und La Monte Young als Popularisator der Minimal Music und mit John Adams als einer der wichtigsten amerikanischen Komponisten der Gegenwart (Quelle: Wikipedia). Im Rahmen der Veröffentlichung „Reworks“ wurden einige seiner Kompositionen von namhaften Künstlern aus dem Bereich der elektronischen Musik neu aufbereitet. Dabei finden sich Namen wie Dan Deacon, Nosaj Thing, Pantha du Prince und Amon Tobin. Wie man bei meinem Blogeintrag zu Hauschka festellen konnte, bin ich ja ein großer Freund derartiger künstlerischer Kollaborationen. Für mich eine der schönsten Scheiben des Jahres zum zuhören und sich in Gedanken zu verlieren. Die musikalische Spielart der Reworks reicht von klassischem Klavier bis hin zu stärker elektronisch gefärbten Neuinterpretationen. Am herausragendsten ist aber wahrscheinlich der über 20 Minuten lange Beitrag von Beck. Beck? Ja – vielleicht seine stärkste Arbeit seit dem Jahrtausendwechsel.

homepage

 

 

Sinkane – Mars

Manchmal gibt es noch Überraschungen. Das Album „Mars“ von „Sinkane“ ist zum Beispiel eine. Wie aus dem nichts erscheint auf einmal ein in sich stimmiges innovatives Album. Hinter Sinkae steckt der 27järhige Ahmed Gallab. In den 80ern floh seine Familie aus Khartoum nach Boston. Dort kommt er mit der Musik der 80er und 90er Jahre in Kontakt – Pop und Punk werden zu Inspirationsquellen des jungen Sudaners. Im Sommer kehrt er regelmäßig in den Sudan zurück, der Großvater ist dort muslimischer Prediger und Sufismus-Gelehrter. All diese Erfahrungen und Eindrücke hört man aus seinem Album „Mars“ heraus. Ein Konglomerat der unterschiedlichsten Stilelemente – der weite Unterbau besteht aus Funk und Jazz, aber Elektronika und vor allem „nicht-westliche“ Samples verleihen dem Album eine große stilistische Eigenständigkeit. Das fremde und das vertraute werden zur musikalischen Einheit. Wenn ich etwas aufzählen müsste, was in eine ähnliche Richtung geht, würde mir El Guincho einfallen. Sinkane – Mars: eine der späten Überraschungen dieses Musikjahres.

facebook

 

 

Echo Me

Dänemark ist ja immer gut für eine Indie-Überraschung. So auch mit Echo Me die bei Für Records unter Vertrag stehen: Indie-Folk wie zur Blütezeit der Independent Musik. Die Tracks weisen eine große musikalische Eigenständigkeit auf, aber in der Zusammenschau erweist sich das Album dennoch als Einheit. Schön wenn ein Konzept so aufgeht. Gute Laune Indie Pop.

facebook

 

Was sonst noch war:

Nosaj Thing – Eclipse/Blue ft. Kazu Manuka

Auskopplung vom im Januar 2013 erscheinenden Album von Nosaj Thing. Mit meinen alten Favoriten scheint ein guter Start ins Jahr 2013 vorprogrammiert.

alternativ falls das (sehenswerte!) yt Video nicht geht:

Ein spannender funky Remix dieses Rhye Tracks:

Rhye – The Fall (Maurice Fulton Alt Mix)

Es war auch an der Zeit sich nochmal eingehender mit dem xxyyxx Album vom Frühjahr zu beschäftigen. Hat sich gelohnt, eine wirklich feine Platte.

xxyyxx – Tied 2 U

 

 

 

 

Kunst: Ausstellungshighlights im Jahr 2012

24 Jan

13. Januar bis 13. Mai

Andreas Gursky

Museum Louisiana | Humlebæk/Dänemark

Gursky zeigt 40 großformatige Fotografien.  Humlebæk und das Museum liegen wunderschön nördlich Kopenhagen an der Ostsee.

12. Februar bis 13. Mai

Gerhard Richter

Neue Nationalgalerie | Berlin

„Panorama“ Ausstellung mit 150 Gemälden zum 80. Geburtstag des Künstlers

via

 

27. April bis 1. Juli

7. Biennale

Berlin

KunstWerke, Konzeptionen, politische Aktionskunst

via

 

5. Mai bis 5.Juni

European Photo Exhibition Award

Haus der Photographie | Hamburger Deichtorhallen

Für die Schau erarbeiten zwölf junge Fotografen aus Europa Foto-Essays zum Thema „Europäische Identitäten“.

12. Mai bis 16. September

„Track – Gent“

Gent

30 Künstler sind eingeladen, ihre Kunst in Privatwohnungen, nicht-öffentlichen Gebäuden und anderen Plätzen in der Innenstadt zu zeigen

 

9. Juni bis 16. September

Documenta

Kassel

Das Kunstereignis in diesem Jahr

via


23. Juni bis 30. September

Claes Oldenburg

Museum Ludwig | Koeln

The 60ties – PopArt

via

29. September bis 13. Januar 2013

Im Farbenrausch. Munch, Matisse und die Expressionisten

Museum Folkwang | Essen

Die „Fauves“, die sogenannten Wilden in der französischen Kunst wie Henri Matisse, André Derain, Maurice de Vlaminck, stehen erstmals dem Norweger Edvard Munch und den damals jungen deutschen und russischen Expressionisten wie Ernst Ludwig Kirchner, Wassily Kandinsky und Franz Marc gegenüber.

12. Oktober bis 20. Januar 2013

Ends of the Earth Art of the Land bis 1974

Haus der Kunst | München

Die erste große historisch-thematische Ausstellung zur Land Art. 80 Projekte zeigen die ersten Experimente von Künstlern, sich die Erde als künstlerisches Medium an entlegenen Schauplätzen nutzbar zu machen.

15. November bis 24. Februar 2013

Otto Müller: Einfach. Eigen. Einzig

Lehmbruck Museum | Duisburg

Zum 80. Todestag des zeitweiligen Brücke Mitglieds

2011

Gustav Klimt

Wien

Verschiedene Ausstellungen zum 150. Geburtstag

Yes is More – Eine radikale Agenda zur zeitgenössischen Architektur

11 Mrz

 

Das architektonische Manifest der BIG Architekten

Der beste Neuerwerb an analogem Lesematerial seit langem. Die 19,995€ im Taschen Verlag Laden in Köln sind eine sehr gute und weiterzuempfehlende Invesitition. Das Buch ist Pflichtlektüre für alle, die von Less is More, Retro, Toskana-Stil, Plattenbau und 08/15-Loften einfach nur noch gelangweilt sind. Wenn man sich dem Thema Architektur normalerweise über Literatur nähert, erwartet man einerseits schwere Hochglanzbildbände, andererseits verschrobene Fachbücher. Anders ist dagegen die hier vorliegende Veröffentlichung eines jungen dänischen Architektens. Bjarke Ingels und sein Büro BIG aus Kopenhagen sind nicht zuletzt seit der Gestaltung des dänischen Pavillions auf der EXPO 2010 in Shanghai gefeierte Stars der internationalen Architekturszene. Yes is More – Als Gegenbewegung zum minimalistischen Less is More in der Architektur. Ja zur respektlosen Haltung gegenüber exzessivem Formalismus.

Der dänische Pavillion auf der Expo 2010 in Shanghai

 

Yes is More

Es ist ein ungewöhnlicher Aufbruch zum Verstehen zeitgenössischer Architektur: Diese Monographie von BIG verwendet das visuell ansprechendste und populärste Printmedium – den Comic. Der Archicomic ist geboren. Mit der fast 400 Seiten starken Veröffentlichung des Taschen Verlages hält man ein umfassend bebildertes Brainstorming Instrument in den Händen: Tausende von kleinen Fotomontagen und Grafiken illustrieren die Denk- und Arbeitsprozesse der Bjarke Ingels Group. Es ist eine radikale architektonische Agenda, die Ingels auf der Ebene des popkulturellen Mediums Comic vermittelt: Es ist die erste umfassende Dokumentation der bahnbrechenden Praxis von BIG, Methoden, Prozesse, Instrumente und Konzepte immer wieder in Frage zu stellen und neu zu definieren. Insbesondere die Herangehensweise an Bauprojekte in hochverdichteten Innenstadträumen ist sehr spannend.

Bildquelle: spiegel 25.2.2011


Bjarne Ingels will dem Ist-Status der Architektur neue Facetten verleihen: „Die Architektur wird seit jeher durch zwei gegensätzliche Extreme beherrscht: eine Avantgarde voller verrückter Ideen aus Philosophie oder Mystik und durch straff organisierte Beraterfirmen, die vorhersagbare, langweilige Schachteln von hohem Standard errichten. Die Architektur befindet sich anscheinend in einer Zwickmühle: entweder naiv utopisch oder lähmend pragmatisch. Wir glauben jedoch, dass es zwischen diesen diametralen Gegensätzen einen dritten Weg gibt: eine pragmatische utopische Architektur, die das konkrete Ziel verfolgt, sozial, ökonomisch und umweltmäßig perfekte Orte zu schaffen. BIG bemüht sich um die Schnittmenge zwischen Radikalem und Realem. In all unserem Tun versuchen wir unseren Blick von den kleinen Details auf das große Ganze – das BIG picture – zu lenken.“

Obwohl sich dieses Buch nur mit den Bauwerken und Entwürfen der Bjarne Ingels Group beschäftigt, ist es durch sein reichhaltiges Bildmaterial eine klare Empfehlung zu einem guten Preis!

Musik: Electric Lady Lab – Danish Dynamite

3 Feb

Lady Gaga unter Strom trifft Eurodance

Skandinavisches Elektropop Duo

Nun die Informationen zu diesem Duo aus Dänemark sind im Netz noch äußerst spärlich gesät. Irgendwo bin ich auf dem Snap Sample hängen geblieben und da ich ein (Trash-)Faible für Elektropop und Eurodance hab, konnte ich mich mit dem Sound von Electric Lady Lab durchaus anfreunden. Die beiden sind anscheinend die Ersten, denen Snap erlaubt hat „Rythm is a Dancer“ zu samplen. Das Album Flash! erschien am 10. Januar 2011 in Dänemark und erfreut sich dort anscheinend auch größerer Beliebtheit wenn man sich die View Zahlen der Youtube Videos ansieht. Die Kommentare lassen darauf schließen, dass das Ganze auch noch ein eher dänisches Phänomen ist. Aber wer weiß, vielleicht schwappt es ja rüber. Für alle die Musik zwischen Roisin Murphy, Little Boots und Lady Gaga etwas abgewinnen können ist Electric Lady Lab durchaus eine Hörempfehlung. Gude Laune! würde Sven Väth sagen.

 

MySpace

 

Electric Lady Lab - You & Me (mit Snap Sample)

 

Electric Lady Lab - It's over now

Mjamm, mjamm…

23 Apr

Fagget Fairys – Feed the horse

She likes her girls

She likes her girls

Fütter die Pferde! Wo ich eben die Norwegenbilder hochgeladen hab, kam mir ein Lied wieder ins Bewusstsein, dass auf eine ganz eigene Art die Fahrt nach Norwegen geprägt hat. Bei der Fahrt durch das überraschend langgestreckte Dänemark hat uns ein dänischer Radiosender mit diesem Lied ziemlich überrascht. Auf jedenfall war es eines der Lieder, welche die Zeit in Norwegen mitgeprägt haben und mich auf den Fjellhochflächen als Ohrwurm begleitet hat. In die diesem Sinne: Feed the horse, mjamm mjamm…

%d Bloggern gefällt das: