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Musik: Neues Schweden – Roll the Dice

23 Sep

Klangwelten zwischen Fever Ray und Emeralds

Interessanterweise war heute auf Spiegel von den Einflüssen von Krautrock Bands wie Tangerine Dream, Cluster oder Neu! zu lesen. Während im englischsprachigen Raum Krautrock als wichtigster deutscher Beitrag zur Popmusik gilt – und bis heute großen Einfluss nimmt – ist der englisch „kosmisch“ genannte Sound in Deutschland vielfach in Vergessenheit geraten. Denkt man an Formationen wie Forest Swords oder Emeralds – beide 2010 mit hervorragenden Debüts in denen virtuose Klangteppiche gewoben wurden – könnte man fast von einem kleinen Revival dieses Musikkosmos sprechen. Nun legten Roll the Dice aus Schweden mit ihrem zweiten Album „In Dust“ ein Werk vor, dass in eine ähnliche Richtung geht. Für das schwedische Duo aus Peter Mannerfeldt und Malcom Pardon bedeutet elektronische Musik Handarbeit, will heißen – Synthesizer, Drummachines etc. gehören zum Handgepäck. Mannerfeldt stand bei Fever Ray während ihrer Tour mit auf der Bühne. Deren finstere Tonwelten finden auch immer wieder in den Stücken von Roll the Dice Anklang. Auch zu den großartigen Forest Swords meint man Parallelitäten heraushören zu können. Unter Vertrag genommen wurden die beiden Schweden von Leaf Records und so durchaus mit Recht zwischen Caribou und Polar Bear eingebettet. Ein Album zum Hören und Fühlen – auf Stücken wie „Way Out“ und „Iron Bridge“ zeigen Mannerfdeldt und Pardon ihr beeindruckendes kreatives Geschick beim Jammen mit ihren Soundmaschinen auf. Minimalistische Harmonien verträumt und zum schwelgen in jener Dimension, in welche Neutrinos übertreten (könnten), um das Licht zu überholen.

Roll the Dice bei Leaf Records

roll the dice - way out
roll the dice - calling all workers
emeralds - does it look like i'm here?
forest swords - miarches

Bildraum Mixtape #1: MoMinze

9 Mrz
play, listen & download

 

Caribou   Four Tet   Fever Ray   Gold Panda

Jamie Woon   Pantha du Prince   Eskmo   John Roberts

Kollektiv Turmstraße   Glasser   Gui Boratto   Nosaj Thing

Emeralds   CFCF   Clive Tanaka   oOoOO   Reuter   Efdemin   Emika

 

Heute auf Bildraum: Das Prokrastinations Mixtape. Gemischt von MoMinze. DJ aus Regensburg / Nürnberg / Bergen/NOR. Garant für Kulturaustausch und Tanzkulturrausch in einem. Ich freue mich, dass er einige bei mir auf Rotation laufende Tracks in ein Mixtape gegossen hat. Musik und Fotografie kommen  zusammen – ein paar Titelvorschläge und ein Cover von mir und von M. das tiefergehende Verständnis für die Arbeit am Mischpult. Einmal die gesamte Palette an Beats per Minute in den Tracks war zu verarbeiten. An dieser Stelle Dank an M. der das Mosaik  trotz der Geschwindigkeitsunterschiede zu einem einheitlichen Ganzen zusammengesetzt hat.

 

77 Minuten elektronische Hörtherapie

DOWNLOADLINK (176mb 320kbps)

 

Was ist drauf? Eine Spannungskurve wie bei der perfekten Erzählmaus und Melodien für Millionen. Die Eröffnung gehört dem angewitchten Elektro von oOoOO. Danach wird fortlaufend die Geschwindigkeit erhöht und im Spannungsfeld zwischen Fever Ray und Caribou führen Indietronic, Elektro und Deep-House vom Hamburger Dial Label (Pantha du Prince, Efdemin, John Roberts, Pawel) zu Muskelzuckungen in den Beinen. Schließlich endet das ganze fern ab der Clubs im Bedroom Sound von Clive Tanakas Kassettenrecorder. Ein rundes Ding.

 

TRACKLIST

oOoOO -Burnout Eyess
CFCF - Frozen Forest
Glasser - Mirrorage
Gold Panda - You (Cassettes won't listen Remix)
Jamie Woon - Night Air (Ramadanman Refix)
Eskmo - Cloudlight
Fever Ray -  Triangle Walks (Rex the Dog Remix)
Kollektiv Turmstraße - Heimat
John Roberts - Ever or Not
Reuter - Backupinthismother (Nico's Shiny B Remix)
Efdemin - Night Train
Four Tet - Plastic People
Gui Boratto - Opus 17
Caribou - Sun (Midland Re-Edit)
Pantha du Prince - Bohemian Forest
Emika - Double Edge
Emeralds - It Doesn't Arrive
Nosaj Thing - Fog
Clive Tanaka - Brack Lain

Oktoberliebe – Gegenwartsmusik

15 Okt

Bass-Driven | Indietronic | Lo-Fi | Chillwave |  Glitch-Hop | Elektronik | Amtospheric Dubstep | Ambient | Instrumental | Breaks | Synthies


Von Zweihunderteinsnull nach Zwanzigelf

Die Musikwelt ist in Bewegung: Neue Strömungen nehmen an Fahrt auf und der virtuelle Raum ist längst zum zentralen Organ neuer Entwicklungen im Musikgeschäft geworden. Oftmals sind es Blogs den Innovationen Rückenwind geben und aufstrebende Künstler global einer Interessierten Hörerschaft erschließen. Im Alltag kommt dann das an, was von Managern und Redaktionen als kommerziell erfolgreich eingestuft wird. Aber dann sind die Produktionen oftmals zu glatt, zu sehr auf Massenkompatibilität getrimmt. Frisch ist anders, frisch ist hier und heute: Paradebeispiele zeitgenössischer Musikinnovation.

Denkwürdige Gesamtkunstwerke – Alben

Free the Robots – Ctrl Alt Delete (2010)

Im Dunstkreis von Gaslamp Killer, Flying Lotus und Nosaj Thing wurde dieses Albumkleinod Anfang dieses Jahres veröffentlicht. Ohrgold. Musikalisch geht es Richtung Psych, HipHop, Elektronik Bass Driven und Atmospheric Dubstep. Veröffentlicht wurde das Album auf Alpha-Pub, der Heimat von Ras G und Daedalus.

Nosaj Thing -Drift Web (2009)

Auch ein Gewächs der Glitch-Hop Szene in Los Angeles. Bereits 2009 erschienen steht es den Werken von Flying Lotus in keinster Weise nach. Eher im Gegenteil. Die Einflüsse reichen von Instrumental Hiphop über Synth Klänge bis hin zu Atmospheric Dubstep

Holy Fuck – Latin (2010)

Instrumentaltsunami. Ambient gehts los doch dann trifft einen die volle Wucht der Musik. Gitarren, Keybords und Tongeneratoren verbinden sich zu einem völlig eigenständigen musikalischen Klang

Lorn – Nothing Else (2010)

Irgendwo im Nirgendwo von Illinois hat Lorn bis zum Frühjahr dieses Jahres sein Album erarbeitet. Eine leichte Verbindung zu den momentan angesagten L.A. Sounds mag zu erkennen sein, doch dieses Album durchzieht eine eigenständige Düsternis, die begleitet wird von klugen Arrangements aus Elektronika, HipHop Instrumentals, Dubstep und was auch immer Anleihen.

The Glitch Mob – Drink the Sea (2010)

Brodelnde, zirkulierende Elektronika mit Breaks und HipHop Instrumental Anleihen. Genug gesagt. Ein Virus der einen befällt oder ein Buch mit sieben Siegeln das einem verschlossen bleibt.

Linkwood – System (2009)

Hier gehen Slo-Motion Funk, Boogie and Disco Hand in Hand mit den Sounds der Gegenwart. 60ties treffen Techno und Dubstep. Sehr schöne Geschichte.

Alaska in Winter – Holiday (2010)

Das zweite Werk des bereits hier vorgestellten beirutesken Künstlers. Klingt wie: Ratatat feiert mit Robotern auf dem Balkan eine Party. Jetzt wo es wieder dunkler wird, welcher Soundtrack würde einen besser durch düstere Winterabende begleiten, als Alaska in Winters Holiday in Berlin.

Future Islands – In Evening Air(2010)

Hymnen irgendwo zwischen New Wave und Synth Pop. Haben sich festgebissen seit paar Monaten in meiner Rotation. Rollen gerade ein wenig ins Rampenlicht. Vireo’s Eye ist ein Anspieltip. Schade: Heute war Konzert in Köln.

 

Nicht nur Unikate

Emika – Double Edge

Neue Klänge aus Berlin. Vielleicht erkennt man Anleihen alter Jahcoozi Sachen (Fish). Aber das Potential ist riesig. Gespanntes Warten auf das Debut Album.

Nostalgikka77 – Rain Walk

Ich habs ja momentan mit Instrumentals. Besonders wenn sie so gut wie dieses sind.

Eleven Tigers – Stableface

Du kennst Burial? Dann solltest du auch das kennen lernen…

GroupLove – Colours

Indie zum Ersten

NazcarNation – Beezwax

Indie zum Zweiten

Kids of 88 – Everybody knows

Indie zum Dritten

Deerhunter – Helicopter

Indie zum Vierten

Dream Cop-Beach City Carol I Know (Teen Daze Remix)

YÖÖÖÖÖÖÖR CHILLWAVE!

 

Fotografie: 10 universell einsetzbare Photoshop Aktionen… Download

17 Feb

… auch wenn Aktionen nie einen individuellen Workflow ersetzen können

oder anders gesagt: Wie mach ich meine Fotos Indie…

Zunächst gibt es durchaus verschiedene Stilrichtungen der Fotografie. Die einen bevorzugen Schwarzweiß Fotografie, andere knallig bunte Lifestyle Fotografie die einen mit ihren glamourösen Pixeln erschlägt. Wer sich ein wenig mit Musikkultur (wem es ums Fotografieren geht, kann den Rest des Absatzes überlesen), einschlägigen Blogs und der ganzen sich als Indie bezeichnenden Festtagsgemeinde auseinandersetzt, stellt schnell fest, dass dort entsättigte am besten verwackelte Fotos im Retro Look en vogue sind. Oft ist man auch mit analogen Kameras und abgelaufenen Filmen unterwegs. Doch wir hätten nicht das digitale Zeitalter erreicht, wenn man diesen Look nicht einfach durch paar Aktionen reproduzieren könnte. Ein paar nachträgliche Scratches drauf und schon siehts analog aus. Toll. Aber natürlich auch so ziemlich viele andere ästhetischen Sprachen ebenso.

Photoshop bietet da die wunderbare automatisierungs Funktion der „Aktionen“ oder „Actions“. Ich selbst schreibe mir regelmäßig welche um z.B. thematisch zusammengehörende Bilder auf ein ähnliches Format etc. zu bringen, teilweise auch um kleinere allgemeine Bearbeitungsschritte zu automatisieren. Nicht zuletzt im Zusammenspiel mit dem ImageProcessor kann das einem sehr viel Arbeit abnehmen. Am besten Arbeitet man mit selbstgeschriebenen Aktionen, aber es gibt bei DeviantArt auch eine große Auswahl zum freien Download. Doch die Menge der vorgefertigten Aktionen hält beim Nutzgehalt nicht immer das was sie verspricht.

Man findet zu Hauf Seiten im Netz die effektvolle Photoshop Aktionen in Top-Listen anpreisen. Doch meistens sind diese Zusammenstellungen relativ unmotiviert. Man bekommt die Verlinkung zur DeviantArt Seite und gegebenfalls noch das Anwendungsbild des Schöpfers der Aktion. Doch dies ist meist aktionsoptimiert. Daher machte ich mir es zur Aufgabe, einige der angepriesenen Aktionen mal auf ihre Wirkung zu testen. Dabei habe ich mit 5 Vergleichfotos gearbeitet um möglichst unterschiedliche Bildsituationen testen zu können. (Portrait neutral, mit dunkler Umgebung, mit heller Umgebung, Kopfportrait und Straßenszene). Sobald eine Aktion für eines der Bilder unschöne Ergebnisse produzierte hab ich sie ausgeschlossen (vor allem die Kontrast verstärkenden). Übrig blieben 11 Aktionen die für alle Bilder zufriedenstellende oder immerhin für eine Weiterverarbeitung sinnvolle Ergebnisse liefern. Zu bedenken ist dabei, dass die Aktionen an Bildern mit unter 1000pixel Kantenlänge getestet wurden und bei großformatigen Bildern zumindest jene mit Grain/Korn vll nicht rausgeflogen wären.

Aktions-Übersicht

Die Fotos stammen von mir und wurden relativ unverändert als Originale zum Aktionstesten übernommen. (Lange Ladezeit wegen Größe – Vollansicht druch Draufklicken! – Copyright bei mir – Weiterverbreitung ohne Erlaubnis nicht gestattet):

11 Freunde sollt ihr sein

1. Ghost Glow Nr 21/50 von Manicho:

Nette Aktion für Portraits. Beeindruckt das ungeschulte Auge durch den verzaubert aussehenden Effekt, ist aber keine große Hexerei. Die leichte Weichzeichnung und der Glow erinnern an Hochzeitsbilder. Bietet sich auch für Landschaftsaufnahmen an wenn man eine „elfenhafte“ Stimmung erzeugen will. Die Tiefen werden abgedunkelt.

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2. Retro Feeling Nr 6/50 – Sun Exposure von Manicho:

Ebenfalls eine nette Aktion die dem Portrait den Retro Touch sonnengebleichter Bilder gibt. Warum auch nicht für Strandbilder ein wenig im Analoglook.

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3. Action Pack 1 Aktion Nr. 4 von EmberGFX:

Auch Retro Look – Scheint mir eine Kontrastabschwächung mit einer Schärfung zu verbinden.

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4. Cross Coloring 1.1 dark von Kalifbanane:

Nettes crossen ohne viel an Bilddetails zu zerstören. Resultat wirkt leicht entsättigt.

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5. Cross Coloring 1.1 medium von Kalifbanane:

Meine Lieblingsaktion von den hier gezeigten. Gibt den Bildern einen sehr schönen Look auch Richtung Retro aber weniger entsättigt.

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6. Light Vinage Action Action 2:

Starker Retro Look, Kontrast geschwächt, ausgebleicht.

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7. NoiseLess RetroFit cyan gold:

Relativ kräftiger Effekt, besonders die Hauttöne werden stark gesättigt, daher da vll dagegensteuern, ansonsten hat es ein wenig was von 80er Postkarten.

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8. Retro Action von mariassaxxx:

Schöner ausgebleichter kontrastgeschwächter Retro Look, noch stärkerer Effekt als bei der Light Vinage – sehr Indie.

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9. Night-Fate Set 111 Aktion 7:

Aktion mit relativ starker Kontrasterhöhung (Vorsicht wegen „ausgefressenen“ Gesichtspartien“) und einer Vignettierung die selbst gesteuert werden kann – kann je nach Motiv nette Effekte hervorbringen.

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10. Retro Love von pseudonymfreak:

Sehr starke Vignettierung die sich am hellsten Punkt des Bildes zu orientieren scheint. Bei Portraits daher teilweise problematisch (siehe Bsp-Bild 3) da dass Gesicht abgedunkelt wird aber an sich ein sehr interessanter Effekt.

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11. Vintage by Vindauga:

Ein Klassiker mit starkem Effekt – die Ergebnisse sind selbstredend denke ich.

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Ich hoffe manch einer kann sich an dieser Zusammenstellung erfreuen. Vielen Dank auch an die Künstler welche die Aktionen erstellt haben. Big Thanks to the artists!

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