Tag Archives: Benediktbeuern

Fotografie: Misty Morning

5 Aug

Verzaubert vom goldenen Streiflicht

Tagesanbruch nahe Benediktbeuern. Nachdem die Temperatur in dieser ungewöhnlich kalten Julinacht auf 3°C sank, vermutete ich für den Morgen in dieser Jahreszeit seltene Nebelbedeckung. Die Vorhersage stimmte und so tauchte ich ein in eine verträumt märchenhafte Welt fern ab städtischer Hektik. Ein archaischer Ruhe- und Meditationspool, ehe ich zurückkehre in den vom Pulsschlag des Zeitgeistes angetriebenen urbanen Trubel. Die Fotos können den Eindruck nur begrenzt wiedergeben, doch wo die Gedankenbilder noch größer sind, sind sie eine ausdauernde Quelle der Inspiration. Bei der Recherche für Locations in Schottland bin ich auf der Seite naturephoto.pl über diese schönen Zeilen gestolpert, die das Gefühl gut beschreiben. Anna Jędra-Wojciechowska und Dariusz Wojciechowski begrüßen auf ihrer Homepage damit ihre Besucher:

Du stehst um 3 Uhr früh auf, wenn die anderen noch ruhig schlafen, mit müden, sandgefüllten Augen versuchst du, deine Fotoausrüstung zu finden. Blitzschnell trinkst du deinen heißen Kaffee, den Rucksack mit 10 kg Fotoausrüstung wirfst du dir über die Schultern und eilst hastig auf die schon früher ausgesuchte Stelle zu – um ihn zu sehen und vielleicht zu fangen: den wunderschönen bunten Nebel, der uns umhüllt, umarmt und zum Leben erweckt, der das Licht und den Sichtpunkt weicher macht…

Begeistert bewunderst du die ersten Sonnenstrahlen, die den in der Dämmerung grauen Gestalten Farbe zurückbringen… In deinem Sucher siehst du Blumen, die durch dein Objektiv eine ganz andere Form und Dimension erhalten… Du atmest die frische Luft des Morgens ein und weißt, dass es nichts Schöneres auf der Welt gibt, als die erste Berührung des Sonnenscheins zu fangen, der in den Tautropfen schimmert, die Flügel der Schmetterlinge trocknet, geschlossene Blütenblätter erwärmt und Blätter von Bäumen erleuchtet…

Und dann kommst du zurück, wenn die anderen noch ruhig schlafen, du ziehst die nasse Kleidung aus, trinkst noch einen Kaffee und denkst erneut: „Es hat sich wieder gelohnt, das zu sehen, was für die anderen etwas Unsichtbares und Unfassbares ist…”.

Fotografie: Bayerns Süden zwischen Winter und Frühling

12 Apr

Nach Bayerischem und Böhmerwald war der Süden Bayerns das Nächste Ziel des komprimierten Osterwochenende-Roadtrips. Von Passau aus ging es in das Gebiet des Chiemsees und von dort weiter ins Oberland, genauer gesagt nach Benediktbeuern. Das Klosterdorf war für ein Jahr meines Lebens (2005/06, Zivildienst im Zentrum für Umwelt und Kultur) meine Heimat und es ist sehr vertraut dorthin zurückzukehren. So ist immer die Möglichkeit gegeben, zufällig oder geplant, Bekannte und Freunde von Früher zu treffen. Sei es einen alten Arbeitskollegen oder den ehemaligen Chef. Ganz zu schweigen von der Atmosphäre, welche dem Ensemble aus Kloster, Gutshof und umliegender Natur anhaftet.

Nach Benediktbeuern waren der Kochelsee und das Werdenfelser Land weitere Stationen. Der auf österreichischem Gebiet liegende Plansee zeigte sich in schönes Sonnenunterganslich gebadet. In der Nähe von Füssen brach dann die Nacht herein und Sonthofen, mein Ziel im Allgäu, erreichte ich erst bei völliger Dunkelheit. Dort machte ich einem alten Schulkameraden die Aufwartung, den ein Praktikum in den südlichsten Winkel Deutschlands verschlagen hat.
Am darauf folgenden Morgen zeigten sich die reihum stehenden Berge in glänzendem Schneekleid vor strahlend blauem Himmel. Tage, an denen man die Welt die meiste Zeit durch den Sucher der Kamera erfasst. Oberstdorf, das Trettachtal und das Kleinwalsertal boten vielversprechende Fotomotive. Das Kleinwalsertal ist österreichisches Staatsgebiet, aber nur von deutscher Seite aus mit Fahrzeugen zu erreichen. Daher hat es eine gewisse Sonderstellung. Das hochgelegene Gebirgstal wurde im Mittelalter von aus schweizer Gebiet stammenden Walserbauern besiedelt.  Ein freundlicher Menschenschlag, der die einkehrende Ruhe nach der Skisaison genießt lebt dort.

Doch die Auszeit vom urban geprägtem Rheinland währte nur kurz. Schon jetzt schreibe ich wieder vom studentischen Schreibtisch. Aber lange genug, um das Herz mit jener Sehnsucht nach Gebirgswelten zu erfüllen, die mich immer wieder in den Süden und in andere alpine Regionen der Welt treibt.

Aschau am Chiemsee vor der Kampenwand

Kloster Benediktbeuern – 150m neben meinem alten Zimmer

Der so vertraute Weg in das Loisach-Kochelsee-Moor

Alpenwiese in der Nähe von Ettal und Schloss Linderhof

Der wie immer unglaubliche klare Plansee im Abendlicht

Fischerboot mit Spiegelung

Alpenglühen über dem Plansee

Trettachspitze, Mädelegabel und Hochfrottspitze am Talschluss des Trettachtals im Allgäu

Das breite Kiesbett erinnert an Tage an denen der Fluss nicht so friedlich erscheint

Krokuswiese in der Nähe von Oberstdorf

Farbkontraste am Eingang des Kleinwalsertals

Felszinne im eisigen Griff des Winters

Der Weg folgt dem Relief der steilen Bergwiesen

Blick in ein Seitental

Selber Blick etwas andere Perspektive

Urkirche des Kleinwalsertals in Mittelberg

Kirche in Baad im Kleinwalsertal auf 1250m

Zum Sonnenuntergang zurück ins Trettachtal

Das Hohe Licht (2651im) im letzten Alpenglühen

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