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Yes is More – Eine radikale Agenda zur zeitgenössischen Architektur

11 Mrz

 

Das architektonische Manifest der BIG Architekten

Der beste Neuerwerb an analogem Lesematerial seit langem. Die 19,995€ im Taschen Verlag Laden in Köln sind eine sehr gute und weiterzuempfehlende Invesitition. Das Buch ist Pflichtlektüre für alle, die von Less is More, Retro, Toskana-Stil, Plattenbau und 08/15-Loften einfach nur noch gelangweilt sind. Wenn man sich dem Thema Architektur normalerweise über Literatur nähert, erwartet man einerseits schwere Hochglanzbildbände, andererseits verschrobene Fachbücher. Anders ist dagegen die hier vorliegende Veröffentlichung eines jungen dänischen Architektens. Bjarke Ingels und sein Büro BIG aus Kopenhagen sind nicht zuletzt seit der Gestaltung des dänischen Pavillions auf der EXPO 2010 in Shanghai gefeierte Stars der internationalen Architekturszene. Yes is More – Als Gegenbewegung zum minimalistischen Less is More in der Architektur. Ja zur respektlosen Haltung gegenüber exzessivem Formalismus.

Der dänische Pavillion auf der Expo 2010 in Shanghai

 

Yes is More

Es ist ein ungewöhnlicher Aufbruch zum Verstehen zeitgenössischer Architektur: Diese Monographie von BIG verwendet das visuell ansprechendste und populärste Printmedium – den Comic. Der Archicomic ist geboren. Mit der fast 400 Seiten starken Veröffentlichung des Taschen Verlages hält man ein umfassend bebildertes Brainstorming Instrument in den Händen: Tausende von kleinen Fotomontagen und Grafiken illustrieren die Denk- und Arbeitsprozesse der Bjarke Ingels Group. Es ist eine radikale architektonische Agenda, die Ingels auf der Ebene des popkulturellen Mediums Comic vermittelt: Es ist die erste umfassende Dokumentation der bahnbrechenden Praxis von BIG, Methoden, Prozesse, Instrumente und Konzepte immer wieder in Frage zu stellen und neu zu definieren. Insbesondere die Herangehensweise an Bauprojekte in hochverdichteten Innenstadträumen ist sehr spannend.

Bildquelle: spiegel 25.2.2011


Bjarne Ingels will dem Ist-Status der Architektur neue Facetten verleihen: „Die Architektur wird seit jeher durch zwei gegensätzliche Extreme beherrscht: eine Avantgarde voller verrückter Ideen aus Philosophie oder Mystik und durch straff organisierte Beraterfirmen, die vorhersagbare, langweilige Schachteln von hohem Standard errichten. Die Architektur befindet sich anscheinend in einer Zwickmühle: entweder naiv utopisch oder lähmend pragmatisch. Wir glauben jedoch, dass es zwischen diesen diametralen Gegensätzen einen dritten Weg gibt: eine pragmatische utopische Architektur, die das konkrete Ziel verfolgt, sozial, ökonomisch und umweltmäßig perfekte Orte zu schaffen. BIG bemüht sich um die Schnittmenge zwischen Radikalem und Realem. In all unserem Tun versuchen wir unseren Blick von den kleinen Details auf das große Ganze – das BIG picture – zu lenken.“

Obwohl sich dieses Buch nur mit den Bauwerken und Entwürfen der Bjarne Ingels Group beschäftigt, ist es durch sein reichhaltiges Bildmaterial eine klare Empfehlung zu einem guten Preis!

Fotografie: Streets of Reykjavik

5 Feb

Die Schönheit des Alltäglichen

Nachdem die beeindruckendste Landmark von Reykjavik – die Hallgrimskirche – fotografisch hier schon vorgestellt wurde, gehts jetzt hinaus in die Straßen der isländischen Hauptstadt. Doch vorneweg das Lied Sólin mun skína von der isländischen Band Rökkurró als Soundtrack für die nun folgenden Bilder. Unter anderem von einem Liveauftritt der jungen Musiker. Reykjavik selbst ist mit nur 120.000 Einwohner eine kleine Stadt. Aber mit einem besonderen Charme, nicht nur wegen dem globalen Einfluss den dortige Kulturszene ausstrahlt. Schnell merkt man nämlich, dass die Stadt anders ist als typische mitteleuropäische Städte. Es fehlen die großen Einkauf- und Fastfoodketten. Dafür gibt es Cafes und kleine Boutiquen. Überhaupt sind die kleinen Lädchen hinter den bunten Fassaden sehr reizvoll. Stunden kann man damit verbringen, sich auf den Sofas im Plattenladen 12 Tonar mit der einheimischen Musikszene zu beschäftigen. Manch einer mag denken, dass man die signifikanten Sehenswürdigkeiten von Reykjavik in ein paar Stunden abgeklappert hat. Doch diejenigen sind blind für den eigentlichen Reiz der Stadt, für das Lebensgefühl, für den Modestil und die Einwohner, die trotz oder vielleicht auch wegen der Finanzkrise aus einem unheimlich großen Potential kreativer Ideen  schöpfen. Daher möcht ich einladen zu einem kleinen Spaziergang durch die Stadt, so wie ich sie erlebt und gesehen habe. Per Klick gibts die Bilder – wie immer – in größer und mit Scharf.

 

Weitere Einträge über Island:

Überblick über Islands Musikszene
Landschaftsfotografie Island
Nordlichter fotografieren in Island

 

 

In den Straßen von Reykjavik

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