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Fotografie: Das Blaue Wunder

27 Apr

Ein Wald voller Bluebells

Das gute Wetters am Osterwochenende war eine günstige Gelegenheit sich in einer besonderen Disziplin englischer Landschaftsfotografie zu üben: Der Bluebells-Photography. Zu deutsch als Hasenglöckchen (lat: Hyacinthoides non-scripta) bezeichnet, tritt die mythenumwobene Frühlingsblume unter atlantischen Klimaeinfluss in Südengland massenhaft auf. Das hat zur Folge, dass im Frühjahr der Boden lichter Buchenbestände mit einem Meer aus Millionen blauen Blüten bedeckt ist. In England. Oder in Belgien. Oft sind diese Wälder wohlgehütete Geheimnisse zu denen zahlungsfreudige Kundschaft per Fotoworkshop gelotst wird. Als ich vor wenigen Tagen herausfand, dass es auch in Deutschland im sogenannten „Wald der Blauen Blume“ nahe Hückelhoven/Erkelenz ein Vorkommen gibt, war ich entsprechend erfreut. Für ein paar Stunden englischer Naturfreund ohne Tweed, dafür mit Kamera und Enthusiasmus. Der genannte Wald und ein paar kleine weitere Vorkommen sind die einzigen deutschen Standorte. Immerhin liegen sie in einer guten Fahrdistanz von Bonn aus. In England stellen sich dann alle namhaften Outdoor-Fotografen der Herausforderung,  die psychodelischen Blautöne kombiniert mit dem Frühlingsgrün der Buchen und dem hohen Kontrastumfang zwischen Lichteinfall und Schatten auf den Sensor zu bannen.  Erschwerend kommt hinzu, dass die Pflanzen je nach Witterung nur für kurze Zeit zwischen Mitte April und Mitte Mai blühen. Die deutschen Vorkommen sind – noch – ein Geheimtipp und auch ein sehr empfehlenswertes Ausflugsziel. Im Endeffekt ist je nach Lichteinfall die Leuchtkraft der Farben für deutsche Frühlingswälder (Buschwindröschen etc. lassen grüßen) sehr ungewöhnlich und keineswegs übersteuert auf den Abbildungen.

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