Tag Archives: Album

Musik: The Magnetic North

3 Jul

Hymnen an das schottische Naturell

The Magnetic North widmen sich mit ihrem „Symphony Of The Magnetic North“ Album den Orkney-Inseln. Das neueste Projekt der altgedienten englischen Musiker Simon Tong und Erland Cooper vertont diese wilde Landschaft an der Nordspitze der britischen Inseln, die zugleich Heimat. Das Album wurde  authentisch auf den Inseln aufgenommen um die Atmosphäre vor Ort einzufangen (u.a. in einem Landhaus mit Meerblick und in einer Kirche zusammen mit dem Stromabank Pub Choir). So wurde jeder einzelne Track zu einer Hymne an die herb-schönen Landschaften Schottlands. Doch die musikalische Gestalt des Albums wandelt sich vom ersten bis zum letzten Track: „Was vorher noch nach symphonisch maritimen Arcade Fire klang, wird nun zu urban-elektronischen Radioheads. Und immer mit dabei: schier endlose Soundflächen.“ (zündfunk)

So enstand ein von der Landschaft inspiriertes Album, das genau den Eindruck wiedergibt, den ich selbst bei meiner Schottlandreise im letzten Jahr hatte. Melancholie gibt sich mit magischen schon fast vergessenen Geschichten die Klinke in die Hand. Ein wenig mag man sich an isländische Musik erinnert fühlen. Aber dieser Vergleich muss nicht schlecht sein, da sowohl die Orkney Inseln als auch Island sowohl die ähnliche Landschaftsgestalt als auch die gleiche abgelegene Insellage gemeinsam haben. Mein Albenfavorit ist „Orphir„, wo der Chor besonders zur Geltung kommt.

 

 

 

 

Musik: Christian Löffler | Album: A Forest

26 Jun

Das vielleicht schönste Deep House Album 2012 bisher

Musikschmiede Köln. Im Vorfeld der C/O Pop wurde ich auf diesen Künstler aufmerksam, dessen Debüt eine der musikalischen Überraschungen in diesem Jahr ist: Der Kölner Christian Löffler veröffentlicht seit 2008 elektronische Musik. Er ist mitbegründer des Kölner Musiklabels Ki Records und A Forest ist die erste Longplayer Veröffentlichung von ihm.

Für die dreimonatige Arbeit an seiner ersten LP, zog sich Christian Löffler in ein kleines Haus einer ehemaligen Gartenkolonie bei Usedom zurück. Dort gab es nur einen Raum, ein Fenster und einen Ausblick: Wald. Bei seinen Touren durch die karge Nachbarschaft hin zum Meer sammelte er die Geräusche ein, die ihn umgaben: Blätterknistern, Brandungsrauschen – mal beruhigend, mal bedrohlich, so wie Natur eben ist. Hohlige Holzsounds ziehen sich als mal leises, mal lauteres Geklöppel durch viele Tracks der Platte.

Bei drei Tracks hat er sich Vokalisten hinzugeholt, welche eine schöne Synthese mit dem Klangbild eingehen. Es ist ein Album das man vielleicht ein wenig in der Tradition des letzten Pantha du Prince Albums sehen kann (bzw. auch in der Nähe verschiedener Dial Veröffentlichungen) – aber statt winterlich anmutendem Glockenklängen findet man eher warme Holzklänge. Im gesamten zeitlos harmonisch anmutdene Deep House Klänge – ein schön entspannter Soundtrack für den Sommer. Das Releasedatum war der 18. Juni auf Ki Records.

Homepage

 

 

 

 

 

Musik: Ryat | Album: Totem

12 Jun

Elektrifizierte feminine Vocals zwischen Björk und Thom Yorke

Am 4. Juni erschien bei den Qualitätsgaranten von Brainfeeder nach längerer Schaffenspause das dritte Album von Christina McGeehan aka Ryat. Die Sängerin aus Los Angeles liefert dabei eines der spannendsten und herausfordernsten Alben dieses Jahres ab. Frauen und Elektro ist ja eines der großen musikalischen Themen der letzten Jahre… doch Ryat reiht sich weniger bei Grimes oder Austra sondern eher bei Björk, Julia Holter oder Laurel Halo ein. Das Debütalbum ist verspult und verspielt. Dennoch ist es einprägsam und einige Tracks setzen sich durchaus im Ohr fest. So ergibt sich im Ganzen ein selbstbewusstes künstlerisches Statement, dass für 2012 sicher einige Beachtung verdient hat. Ein Album das man sich erhören muss…

 

LLL: Light Asylum | Lazer Sword | Laurel Halo

16 Mai

Zeitgenössisch

Mit drei Ls bekommt man einen guten Querschnitt des aktuellen Geschehens in der elektronischen Musik. Die Alben sind die logische musikalische Konsequenz der Entwicklungen der letzten Jahre. Laurel Halo auf Hyperdub (wie Burial, Hype Williams oder Ikonika) und Lazer Sword auf Monkeytown (Modeselektor Label) werden auf Labeln veröffentlicht, die wie wenig andere innovative Sounds (hier in London, dort in Berlin) unter Vertrag nehmen.

 

Light Asylum – Mexican Summer (2012)

Das Album von Light Asylum erinnerte beim ersten Hören an eine Mischung aus John Maus und Austra. Aufgefallen sind Shannon Funchess und Bruno Cavellio v.a. als Vokalisten u.a. bei Telepathe, Teengirl Fantasy oder TV on the Radio. Die vorab veröffentlichten Tracks ließen eine zeitgemäße Interpretation von 80er Jahre Klängen erahnen. Industrial, Synth-Punk und No Wave werden durch Light Asylum auf den heutige Stand geupdatet. Totale Eigenständigkeit bekommt das Album durch den Grace Jones ähnlichen und unheimlich variablen Gesang von Shannon Funchess.





Lazer Sword – Memory (2012)

Auf Modeselektors Monkeytown Label veröffentlichen diese beiden Herren ihr Debüt. Es geht bunt zu bei Lando Kal und Low Limit als Lazer Sword… eine Orgie an den Reglern. Musikalisch bewegt man sich auf den basslastigen Spuren der Labelvorderen, durch einen Hang zu Experimenten bekommt das ganze einen guten Schub Eigenständigkeit. Höchst unterschiedliche Stile werden hier zu einem Ganzen versatztwerkt. Horizonterweiternd.





Laurel Halo – Quarantine (28. Mai 2012)

Ende Mai erscheint das mit großer Spannung erwartete Debütalbum von Laurel Halo bei Hyperdub. Auf ihren beiden EPs King Felix und Hourlogic trat sie nachhaltig als Schöpferin elektronisch untermalter gegenweltlicher Popmusik in Erscheinung. Der Gegenentwurf zum Mainstreampop. Entsprechend hoch ist die Erwartungshaltung an ihr Debütalbum. Man darf sich auf Arthouse Pop im besten Sinne mit dominanten Vocals freuen.






 

 

Tronic: Lone, Unison & Summer Heart

7 Mai

Elektro, Witchhouse & Dreamtronic

 

Lone – Galaxy Garden (2012)

Zeit für Musik. Dabei ist mit Lone ein Künstler der zwar schon länger präsent ist als Rustie, mit seinem neuen Album aber für mich dortweitermacht, wo Rustie, Kuedo, Sepalcure und Machinedrum etc. letztes Jahr aufhörten. Nachdem das Scuba Album nicht vollends überzeugen könnte liefert Lone sein zweites Album auf gutem Niveau ab. Einige Tracks stechen sicher heraus (Crystal Caverns 1991, das Feature mit Machinedrum in As A Child und Lying in the Reeds). Es gibt ein feines buntes Mosaik zwischen Raveklängen der frühen 90er und Footwork Beats. Ein Ausrufezeichen – erschienen bei R & S Records.



Summer Heart – About a Feeling (2012)

Aus Schweden: Elektrifizierte Lieder zwischen Chillwave und Dreampop in der Tradition der Tough Alliance. Funktioniert in einigen der Tracks hervorragend, insbesondere die teilweise zum freien Download verfügbaren Titel auf Soundcloud verdienen Beachtung (Pfeil nach unten Symbol bei den Playern, Lied I & II). Gute Laune Sommer Musik am offenen Fenster. Melodien für Millionen. Third Wave ist sehr stark.

Unison – Unison (2011)

Dieses schöne französische Witchhouse Scheibe wurde bereits im letzten Jahr veröffentlicht, jetzt wurde ich durch einen Genre Beitrag auf arte darauf aufmerksam. Das Album bietet eine schöne Mischung aus Drone und Ambient Sounds, der Gesang und Arrangements erinnern hier und da an Salem, White Ring oder die Crystal Castles. Was durchaus positiv zu sehen ist. Es lohnt sich in jedem Fall für Tracks wie das auch in den 90ern wurzelnde Intimacy immer wieder mal nach Westen zu blicken.



 

 

 

 

%d Bloggern gefällt das: