Musik: Julia Holter & Julianna Barwick

13 Jan

Anspruchsvolle Übersinnlichkeit

Tiefe. Tiefe vermisst man heute oft im Musikgeschäft. Plastiksounds mit der Halbwertszeit eines Fastfood Gerichts dominieren mit ihrer kurzfristigen Hörbefriedigung das Tagesgeschäft. Grund genug, mal ein wenig nach Musik zu suchen die an der Grenze hin zur Kunst wandelt. Die beiden hier vorzustellenden Damen konnten dieses Jahr mit ihren Alben überzeugen. Musik zum Herantasten statt zum Mitnehmen.

Julia Holter – Tragedy

Tragedy heißt das oft übersehene Debüt von Julia Holter, das im Herbst erschien. Ein echtes Konzeptalbum, orientiert an einem Werk des griechischen Dramatikers Euripides (klar, was sonst…). Doch keine inhaltliche Schwere. Ambientleichtigkeit, Verträumtheit, Dronesounds und Alltagssamples werden als ein vielschichtiges Kunstwerk um Julia Holters Stimme gewoben. Nähe und Ferne kokettieren mit objektiven und subjektiven Tonerfahrungen. Klingt komisch aber funktioniert. „Tragedy“ ein Album wie aus einer anderen Welt aber dennoch sehr vertraut. Für das Frühjahr 2012 ist bereits das Nachfolgewerk angekündigt: „Ekstasis„. Ein erster Bote dieses Albums ist der Track „Marienbad„. Stilistisch scheint das Stück greifbarer zu sein als „Tragedy“ aber noch immer spürt man die experimentielle Neigung von Julia Holter. Man darf also gespannt sein auf „Ekstasis“ – vielleicht mit ein erster Höhepunkt 2012.



Julianna Barwick – The Magic Place

Ebenso speziell ist „The Magic Place„, das Zweitwerk von Julianna Barwick. 2007 erschien ihr Erstlingswerk „Sanguine„. Damals war sie vielleicht mit Panda Bear die erste im Independent Sektor, die intensiven Gebrauch von Vocal-Loopings machte. 4 Jahre später ist nun ihr zweites Album erschienen. „The Magic Place“ – ein sprechender Albumtitel. Denn jene Welten, die Julianna Barwick mit ihrer Stimme konstruiert, auftürmt, erschafft und mit Leben erfüllt sind wirklich von einer sakralen Magie. Klangkathedralen erfüllt mit Gesangsschleifen, zerbrechlicher Percussion, Piano und Bass. Ein Kontraprodukt zu unserer Zeit.

Eine Antwort to “Musik: Julia Holter & Julianna Barwick”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Musik: Blue Hawaii – Untogether | BLDRM - 12. März 2013

    […] von Blue Hawaii im Jahr 2013 aufs positivste. Das Klangbild würde ich irgendwo zwischen Grimes und Julia Holter verorten. Im Gegensatz zur 2010er Veröffentlichung “Blooming Summer“, die eindeutig […]

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