Letzter Geschmacksverstärker + Lesung

25 Jul

Der Abschluss einer Epoche

Am Mittwoch den 21.07.2010 beherbergte Das Nyx in Bonn zum letzten Mal den „Geschmacksverstärker„. Der Geschmacksverstärker war seines Zeichens die best etablierte Indie-Musik Veranstaltung in Bonn. Seit 2006 fand der Tanzabend im Nyx in der Bonner Altstadt statt: Zunächst jeden zweiten Donnerstags, später dann jeden zweiten Freitag im Monat. Freunde von Indierock, Indiepop und Indietronic kamen so stets auf ihre Kosten. Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe ließ sich Volker, DJ und Initiator des GV-Kosmos, seines Zeichens auch als DocIntro bzw. Kirmesheld bekannt, etwas besonderes einfallen:

geschmacksverstärker bonn nyx flyer

Die Lesung

Mit Lars Weisbrod, Linus Volkmann und Jens Friebe konnten drei bekannte Vertreter der deutschsprachigen Popliteratur für eine Lesung im Nyx gewonnen werden. Friebe ist vielen vielleicht geläufiger als Popsänger, aber auch als Buchautor tätig. Bei der Lesung unterhielt er das Publikum mit Anekdoten aus seinem Buch „52 Wochenenden„. Der zweite Geladene, Linus Volkmann, arbeitet als Redakteur für das INTRO Magazin. Auch er las Passagen aus seinen neuesten literarischen Werken, aber auch Alltagsanekdoten wie eine SMS Kommunikation mit Co-Akteur Jens Friebe, vor. „Hatten Sie noch etwas aus der Minibar? – Ja, alles!“ ist der passende Titel des Programms. Lars Weisbrod musste ich leider verpassen, da ich für den Vortrag noch ein technisches Problemchen durch des Heranschaffen meines Laptops lösen sollte (es blieb beim sollen…). Der Abend war also sehr unterhaltsam. Bei sehr sommerlichen Temperaturen hing das Publikum den Lesenden an den Lippen. Die Reaktionen des Publikums ließen durchblicken, das durchaus einige der Anwesenden mit den in den Büchern publizierten Inhalten  bereits eigene Erfahrungen gemacht haben. Das Nyx mit dem Charme seiner – kreativen – Innengestaltung gab dem Ganzen einen exotischen aber irgendwie doch passenden Rahmen. So konnte man sich gut vorstellen, dass einige der vorgetragenen Geschichten in Etablishiments wie dem Nyx begonnen oder geendet haben könnten. Nunja, andererseits ist es ja auch nicht zu bestreiten, dass im Nyx wirklich bereits literaturverdächtige Geschichten ihren Anfang genommen haben… Die Beteiligten dürfen sich ruhig angesprochen fühlen.

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Die Tanzveranstaltung

Nach diesem einmaligen Lesungsspezial ging es bei der anschließenden Geschmacksvorstärkerparty wieder musikalisch zur Sache. Trotz des Mittwochstermins waren im Vorfeld bereits Tanzanstrengungen bis in die Morgenstunden vermutet worden. Diese Vorahnung sollte sich natürlich erfüllen. Neben Volker standen auch einige andere Vertreter der Bonn-Kölner-Indiefamilie am Mischpult, so dass sich der Initiater ein wenig mit seinem Stammpublikum unterhalten konnte. Und dieses war zahlreich gekommen um ein letztes Mal zu huldigen. Wo man auch hinschaute, sah man viele bekannte Gesichter, die den letzten Geschmacksverstärker nicht verpassen wollten. Wie immer stellte sich schnell jene familiäre Atmosphäre ein, die den GV im Nyx zu einer Art Heimstätte und Wohnzimmer im rheinländischen Abendgestaltungsprogramm werden ließ. Eben auch, oder gerade weil das Nyx eben nicht der glatte Szeneschuppen ist und sich sein Charme erst nach einer gewissen Vorlaufzeit entfaltet.

Vielen Dank,

sprech ich nun Volker aus. Vermutlich nicht nur für mich, sondern auch für viele andere, die all die Jahre gerne zum GV gekommen sind. Ich glaub mein erster „bewusster“ Geschmacksverstärker war 2007. Damals wusste ich noch nicht, dass dieser Tanzabend schnell einen festen Platz in meiner Abendgestaltung einnehmen sollte und mir einige Freundschaften schenken sollte, die ich heute nicht mehr missen möchte. Daher Danke für die Veranstaltungen, die Musik und die ganzen großen und kleinen Geschichten und Anekdoten die sich um den GV in Bonn ranken. Und derer sind es viele.. man könnte wie schon gesagt fast ein Buch damit füllen. Wobei, ob das den Zensurstellen gefallen würde? Wer weiß. Aber genug der bedeutungsschwangeren Worte. Was bleibt mir dann zum Abschluss noch anderes übrig, als einmal mehr die inoffizielle Hymne des Geschmacksverstärkers jedem geneigten Leser ans Herz zu legen: The Gadsdens mit Lent. Enorm! Ein Lied, das sich anschickt die Welt zu erobern. Ausgehend von einer Partyreihe in Bonn gewann es überall dort Freunde, wo auch immer es neuen Zuhörern offenbart wurde. Gleichzeitig ist es eine ewige Erinnerung an die nun vergangenen Tage des Geschmacksverstärkers.

Eine Antwort to “Letzter Geschmacksverstärker + Lesung”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Musik: Von wegen Indie ist tot… « BLDRM - 28. Oktober 2011

    […] (Vor)letzter Geschmacksverstärker mit Lesung Weisbrod/Volkmann/Friebe […]

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