M.I.A. sucht die Kontroverse

28 Apr

Das von Romain Gavras konzepierte Video (Justice Tour Film Regisseur) dringt auf eine schockierend offene Weise  in unsere heile Alltagswelt ein und zeigt Zustände die auf der Welt alltäglich sind aber gerne ausgeblendet werden. Gewalt und Rassismus, Unterdrückung und Willkür. Ob das in der populärkulturell geprägten Gesellschaft gesehen werden will ist natürlich eine andere Frage. Dennoch ist es wichtig dass die Kulturproduzierenden nicht nur belanglose glitzernde Phantasiewelten wie Lady Gaga kreieren. Das mag die leichtgängigere Kost sein – aber mit  der Flucht in visuelle Scheinkonstrukte ist auch der tendentielle Verlust einer umfassenden Realitätssicht verbunden. Gelebt im Materialismus und Hedonismus als aus dem Gesamtkontext herausgerissene egozentrische Selbstverwirklichungen. Eine grundsätzliche Frage die das Video offen lässt  aber ist, ob die plakativen US Flaggen nicht doch ein wenig zu viel des Guten sind. Das gibt dem Ganzen den Touch einer etwas trashigen dunkelroten Propaganda – eigentlich schade, denn autoritäre Staatsgewalt ist nicht an ein bestimmtes Land oder an eine bestimmte politisch geprägte Weltsicht gebunden. Dennoch ist der Vorbote des neuen Albums von M.I.A. ein gutes und nachdenklich stimmendes Video, bei dem die Bildsprache so fesselt, dass die Musik einem erst bei mehrmaligem Hören bewusst wird.

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