Schlagwort-Archiv: Oberpfalz

Portraitfotografie: Der Karner von Chammünster

12 Mar

Historische Totenschädel im Beinhaus

Eine makabere Besonderheit weißt die Kirche von Chammünster nahe Cham in der Oberpfalz auf: Das einzige Beinhaus in weitem Umkreis, das noch mit Knochen gefüllt ist. Die Pfarrei ist eine der frühesten urkundlich erwähnten in der Gegend (975). Eindrucksvoll spiegelt die große dreischiffige Kirche aus dem 15. Jahrhundert mit ihren knapp Hundert mittelalterlichen Grabplatten von Adeligen die frühere Bedeutung wieder. Fotografisch am interessantesten ist – für mich – aber der ehemalige Karner. Die Oberpfalz wechselte während der Reformation mehrmals die Religion – unter calvinistischem Einfluss wurden viele Begräbniskulte wie etwa Beinhäuser verboten und die entsprechenden Gebäude auf den Friedhöfen zerstört. In den mittelalterlichen Karnern / Beinhäusern wurden die Knochen vor längerer Zeit Verstorbener aufbewahrt – sobald der meist um die Kirche angelegte Friedhof nicht mehr genügend Platz für neue Gräber bot. Die Knochen wurden ausgekocht und meist durch eine Luke in ein unter Bodenniveau liegendes Gewölbe hinabgewörfen. Bei der Zerstörung des Karners in Chammünster wurde in calvinistischer Zeit nur die oberirdischen Gebäudeteile zerstört, der Raum mit den Knochen wurde verschüttet, blieb aber erhalten und geriet in Vergessenheit. Erst im 19. Jahrhundert wurde er wiederentdeckt. Man zählte mehrere Tausend Totenköpfe und Knochen, ein Teil davon wurde begraben, der Rest aufgeschichtet. So sind heute neben der Aussegnungshalle in einem Tonnengewölbe noch 5000 Schädel und links von der Aussegnungshalle in einem unter Bodenniveau liegendem Raum die aufgeschlichteten Knochen zu sehen. Ein makaberer Ort – und eine Erinnerung daran, dass der Umgang mit dem Tod im Mittelalter ein anderer und alltäglicherer war als heute. Der nächstgelegene noch mit Knochen ausgestattete Karner ist meines Wissens in Melnik am Zusammenfluss von Moldau und Elbe nördlich Prag.

Die Kirche von Chammünster und das Kreuzrippengewölbe:

Fotografie: Golgotha

10 Jan

 

Abstrakt: Hochseilpark in Winterruhe

Golgotha – Die Schädelhöhe. Neu interpretiert durch winterliche Aufnahmen eines Hochseilkletterparks nahe Tännesberg. Am 23. Dezember verabschiedete sich einmal mehr die geschlossene Schneedecke im Oberpfälzer Wald. Durchnässter Schnee und Plusgrade führten stellenweise zu Nebelbildung und verwandelten die Holzstelen in abstrakte Kreuze und  Pfähle. Besonders die Querformate entfalten in höherer Auflösung in einem neuen Tab ihre Wirkung.

 

Fotografie: Weißes Hinterland

6 Jan

Schweigsame Landschaften

Ende Dezember 2011 unterwegs, auf der Suche nach dem Winter. Strukturen, Linien und Kontraste. Nicht das laute Motiv sondern die leisen Stimmungen. Landschaftsfotografie mit Telebrennweiten – eine Herausforderung, da ein anderes Sehen notwendig ist. Impressionen aus dem Oberpfälzer Wald oder auch überall anderswo wo sich der Mensch im Winter aus dem Raum zurückzieht.

Fotografie: Oberpfalz Architektur – Kalender 2012

19 Dez

Zwischen Moderne und Tradition

Exklusive Neubauten, ein saniertes Barockgebäude und Bauten im öffentlichen Sektor – die Motivpalette ist reichhaltig. Grund genug, die zeitgenössische Architektur und Projekte für ein Büro in einem Kalender festzuhalten…

Architekturbüro Schönberger | Tännesberg + Oberviechtach

 

 

Fotografie: White Noise

9 Dez

Frühwerke aus dem Winter 07/08

Nur schleppend stellt sich in diesem Jahr der Winter ein. Grund genug, auf einige Frühwerke meines fotografischen Schaffens aus dem Winter 07/08 zurückzugreifen. Verlorene Landschaften – fast schon trostlos wirkend. Der Oberpfälzer Wald zeigt sich von seiner sperrigen Seite. Texturen verstärken das Weißes Rauschen. Passende Musikuntermalung kommt über die Leipzig-Bonn Connection von Lukas aka Rustre. White Noise. Witchstep mit Anklängen von Holy Other. Auf zukünftigen Output darf man gespannt sein.

Rustre - White Noise

 

 

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