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Plakat-Design: Kieler Woche

16 Apr

Inspiration: Minimalistisches von 1958 bis Heute

Die Kieler Woche ist eine jährlich stattfindende Segelregatta, die seit Ende des 19. Jahrhunderts in Kiel ausgetragen wird. Sie gilt als eines der größten Segelsportereignisse der Welt. Besonderes Interesse haben auch die Veranstaltungsplakate der Kieler Woche aus den letzten Jahrzehnten verdient. Die Motive sind oft sehr künstlerisch und minimalistisch (z.B. im Vergleich zu den jährlichen Oktoberfestplakaten). Ungwöhnlich für eine Großveranstaltung. Namhafte internationale Grafiker haben mit ihren Entwürfen inzwischen eine beeindruckende Galerie des Plakat-Designs geschaffen. Die vollständige Plakat-Rückschau inklusiv der Namen der verantwortlichen Designer findet sich hier. bildraum zeigt einige der schönsten Entwürfe (die Plakate sind leider nur in dieser Auflösung verfügbar):

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

bildraum unterwegs: -39,4°C Kälterekord

8 Feb

Kvilda in der Grenzregion Nationalpark Sumava / Bayerischer Wald mit arktischen Temperaturen

Die 2012er Kältewelle und ich mitten drin. In Deutschland bedeutet das meistens -10 bis -20°C als Tiefsttemperatur. Aber nur 5km von der deutschen Grenze entfernt wurden am vergangenen Wochenende fast -40°C erreicht. Horská Kvilda (deutsch Innergefild) ist eine kleine tschechische Gemeinde im ehemaligen Sperrbereich des Eisernen Vorhangs unweit der bayerischen Grenze. Der Ort selbst liegt im Nationalpark Sumava (Böhmerwald) auf einer Höhe von 1070m üNN auf der Hochebene des Böhmerwaldes im tschechischen Nationalpark Sumava. Da ich selbst letztes Wochenende (3. Februar) zum Langlaufen in der Gegend unterwegs war, konnte ich die arktischen Temperaturen am eigenen Leib erfahren. Bei einer nur vom Mondlicht beleuchteten Tour gegen 19 Uhr waren die Temperaturen schon nahe -30°C so dass die Atemluft sofort gefror. Bei der Rückfahrt in Richtung deutsche Grenze passierte ich auch Horská Kvilda und weiter dem Tal der jungen Moldau. Auch hier machten sich die Tiefsttemperaturen insofern bemerkbar, dass der Motor meines Autos nicht mehr als 50°C Temperatur erreichte. Den Deutschen Minustemperatur-Rekord hält übrigens seit 2001 mit -45,9°C der Funtensee auf 1600m Höhe in den Berchtesgadner Alpen.

Die Temperatur von -39,4°C ist in Tschechien Landesrekord für die diesjährige Kältewelle. Für den Temperatursturz dürften neben dem klaren Wetter (Ausstrahlung von der Erde) auch die Tallage (Kältesee) und die bis zu 1,80m hohe Schneebedeckung beigetragen haben. In den nahen Tälern des bayerischen Waldes wurden ebenfalls sehr niedrige Temperaturen erreicht, aber der Wert von Horska Kvilda wurde bei weitem nicht erreicht. Während in Deutschland die Kältewelle zumeist nur eine unangenehme Begleiterscheinung ist, hat sie in Osteuropa schon über 300 Menschenleben gefordert.

3. Februar 2012 | 16:00 Uhr:

bildraum auf fotografischer Mission auf Langlaufskiern 16km unterwegs (rechte Bildseite) – Temperaturen noch erträglich, bei der Rückfahrt im Dunklen schon weniger. (Der neue Trend: Statt mit Handy vorm Spiegel Selbstportraits mit Webcams machen.)

3. Ferbuar 2012 | 20:00 Uhr:

Durchfahrt durch Kvilda – Temperaturen bereits unter -30°C

4. Februar 2012 | 01:50 Uhr:

In dieser Nacht fiel die Temperatur weiter: Erster Tiefenrekord mit -37,4°C

6. Februar 2012 | 08:00 Uhr:

Zwei Tage Später – Ein eisiger Sonnenaufgang: -39,2°C

Alle Webcambilder von sumava.eu

Musik: Die besten Alben des Jahres 2011

9 Jan

Top30 – Lieblingsscheiben und Zukunftsmusiken

2012 ist schon wieder eine Woche alt und mit “reichlicher” Verpätung gegenüber den üblichen Hipsterplattformen wie Pitchfork reicht auch der bildraum noch eine kleine Übersicht der Lieblingsalben im vergangenen Jahr nach. 2011 als Musikjahr war grundsätzlich gefühlt nicht so sympathisch wie 2010. Das lag einerseits daran, dass nicht alle Alben die hochgehegten Erwartungen erfüllten (James Blake, 2562, Hyetal, Emika, Balam Acab etc.) andererseits wohl daran, dass die Betriebssamkeit in geschätzten Subgenres wie Chillwave oder Witchhouse doch um einiges nachgelassen hat. Überraschend stark zeigten sich elektronische Veröffentlichungen aus heimischen Gefilden.. mit Dominik Eulberg, Robot Koch, Moomin und Roman Flügel schaffen es vier Platten locker in die Top30, Robag Wruhme, Steffi und Kreidler scheiterten knapp. Mit den Dial und Freude am Tanzen Platten wird schon offenkundig, dass 2011 dort weiter machte, wo 2010 mit Pantha du Prince und John Roberts aufhörte. Nämlich überall rund ums House. Deep House, Detroit House, Techhouse usw. allüberall bis hinüber in technoide Gefilde. Einzuordnen in diesen musikalischen Kosmos sind Dominik Eulberg, Roman Flügel, Morphosis, Sandwell District, The Field, John Heckle, Altered Natives, Omar-S, GusGus und Moomin. Also ein Drittel Steady Beats in der Top30. Einen weiteren wichtigen Teil nehmen die von englischer Clubmusik inspirierten Werke zwischen Post-Dubstep, Uk Funky, FutureGarage , Footwork und sonstigen elektronischen Bastardereien ein. Namentlich vertreten durch Kuedo, Zomby, Rustie, Robot Koch, BNJMN, Martyn, SBTRKT, Sepalcure und Machinedrum. Noch ein Drtittel. Das verbliebene Drittel teilen sich Araabmuzik, Holy Other und Oneohtrix Point Never anderselektronisch mit den Gesangsindietronicpoppern von Metronomy, Austra, Alaska in Winter, Sin Fang, Jamie Woon, John Maus und Summercamp. Einige Alben wie jene von Feist, Dillon, The Horrors und Modeselektor wurden nicht ausreichend gehört um sie in die Wertung mit einfließen zu lassen. 2012 wird interessant sein, ob sich das Verhältnis der genannten Musikströmungen zueinander ändern wird…

1. Metronomy – The English Riviera

2. Kuedo – Severant

3. Zomby – Dedication

4. Rustie – Glass Swords

5. Robot Koch – The Other Side

6. Dominik Eulberg – Diorama

7. Austra – Feel It Break

8. Alaska in Winter – B-Sides & Other Missed Opportunities

9. Roman Flügel – Fatty Folders

10. BNJMN – Plastic World

11. Martyn – Ghost People
12. Holy Other – With You EP
13. Araabmuzik – Electronic Dream
14. Oneohtrix Point Never – Replica
15. SBTRKT – SBTRKT

16. Morphosis – What Have We Learned
17. Sandwell District – Feed-Forward
18. The Field – Is This Power
19. John Heckle – The Second Son
20. Sepalcure – Sepalcure

21. Altered Natives – Tenement Yard Vol. 2
22. Omar-S – It Can Be Done But Only I Can Do It
23. Sin Fang – Summer Echoes
24. GusGus – Arabian Horse
25. John Maus – We Must Become The Pittless Censors Of Ourselves

26. Moomin – The Story About You
27. Summercamp – Welcome to Condale
28. Machinedrum – Room(s)
29. Pictureplane – Thee Physical
30. Jamie Woon – Mirrorwriting

Musik: Gutes zum Schluss – Jonti & Byetone

21 Dez

Beachtliche Alben am Jahresende

Von wegen Frühling. Zurückgespult zum Jahresende. Aus dem Unterholz in den Untergrund. Oder so ähnlich. Allüberall auf den Tannenspitzen sieht man Jahresendlisten sitzen. Aber auch am Schluss kann noch manch eine positive Überraschung kommen. So geschehen mit den guten Alben von Jonti und Byetone. Einmal nett und sommerlich verspielt, einmal sperrig aber von Substanz.

Jonti – Twirligig

Ein junger Mann geht von Südafrika nach Australien und zeichnet Frösche. Später seziert er die halbe moderne Musikgeschichte. Was kommt dabei raus? Pop-Impressionismus. Ein bisschen wie elektrifizierter Chillwave und Hypnagogic Pop gepaart mit den 70er Jahren und einer Steckdose – aber eben sehr konzeptionell. Man fühlt sich an Bibio und Toro y Moi erinnert. Das Album Twirligig erschien im Oktober auf dem Label Stones Throw. Sehr schön.




Byetone – SyMeta

Olaf Bender aka Byetone lässt sich Zeit für seine Releases. In diesem Falle drei Jahre. Auf “Death of a Typographer” folgt “SyMeta”. Eine Entdeckungsreise in die Epoche des frühen Minimal Technos gekreuzt mit der Zeitlinie von Industrial Noise. Zeitlosigkeit. Zuhören statt Fastfoodelektro. Strombrett. Genre: Glitch, Minimal, Electronic.



Fotografie: Memoiren des Frühlings

20 Dez

Wider der winterlichen Tristesse

Anlässlich des morgigen kürzesten Tag des Jahres eine Erinnerung an den Frühling. Romantisch: Hasenglöckchen (Bluebells, Hyacintha Non-Scripta) an ihrem einzigen deutschen Vorkommen im Westen von Nordrhein-Westfalen. Fotografiert in den Fußstapfen Radomir Radubowskis. Technik: Teleobjektiv mit Offenblende in Bodennähe einsetzen und dabei schaun, dass bischen Gerstrypp zwischen Kamera und Objektiv ein weiches Bokeh zeichnet. Weitwinkelige Aufnahmen des Blauen Walds gibts hier. Mehr Blumen!

 

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