Schlagwort-Archiv: Architektur

Dokumentation: Gute alte Zeit?

31 Mar

Winter in Finsterau

Aufnahmen aus dem Inneren Bayerischen Wald. Holzarchitektur, Details, Leben und Wohnen früher. Winterzeit. Der echte Landhausstil? Eine Architektur unter der Verwendung von Baustoffen aus der unmittelbaren Umgebung. Holz und Granit. Aber dennoch mit Verzierungen und Ornamenten – gefühlvoller gestaltet als der moderne Siedlungshauseinheitsbrei.




























Fotografie: Streets of Reykjavik

11 Jan

Die isländische Hauptstadt im Quadrat

Überarbeitung von Streetaufnahmen für einen Auftrag. Alle Farben tanzen!

 

 

Fotografie: Oberpfalz Architektur – Kalender 2012

19 Dez

Zwischen Moderne und Tradition

Exklusive Neubauten, ein saniertes Barockgebäude und Bauten im öffentlichen Sektor – die Motivpalette ist reichhaltig. Grund genug, die zeitgenössische Architektur und Projekte für ein Büro in einem Kalender festzuhalten…

Architekturbüro Schönberger | Tännesberg + Oberviechtach

 

 

Dokumentarfilm: Erinnerungen an Dieter Wieland

25 Nov

Grün kaputt und der Jodlerstil

Zufällig bin ich auf einen stillen Star meiner Kindheit gestoßen: Dieter Wieland. Seines Zeichens Dokumentarfilmer im Themenkreis Architektur & Landschaftsplanung im Auftrag des Bayerischen Rundfunks. 1937 in Berlin geboren, wurde er nach dem Studium von Geschichte und Kunstgeschichte 1964 freier Mitarbeiter beim Bayerischen Rundfunk. Ab 1972 liefen seine Filmdokumentationen seit unter dem Namen “Topographie” auf dem Bayerischen Rundfunk. Früher war ich leicht irritiert von den Filmen – doch heute schätze ich diese analogen Schätze in ihrer immer noch geltenden Aktualität. In der modernen Medienlandschaft wirken sie unter Umständen ein wenig sperrig und nicht leicht zugänglich – aber wenn man sich darauf einlässt und den Thematiken gegenüber aufgeschlossen ist, wird man mit zeitlosen Wahrheiten belohnt. Insbesondere in einer Zeit in der Magazine wie “Landleben” oder “Liebesland” den generellen Einheits-Landhausstil propagieren, ist eine Rückbesinnung auf die Spezialitäten regionaler Baukultur nicht das schlechteste. Denkmalgeschütztes Wohnen in Stadt und Land ist wieder sehr gefragt. Dieter Wielands leisten sicher ihren Beitrag zu mehr Authentizität in der Baulandschaft.

“Seine Filme kritisieren stets die Zerstörung alter, gewachsener Strukturen und deren oft gedankenlose Ersetzung durch Neumodisches und qualitativ Minderwertiges; der Blick ist dabei stets auf die Details gerichtet. Die Themen erstrecken sich dabei von der Natur über die Landschaftsgestaltung/Kulturlandschaft bis hin zur Architektur und Gestaltung der Städte. Beispielsweise zeigt er, wie im Rahmen der Flurbereinigung, welche auf Ertragssteigerung und eine maschinengerechtere Landwirtschaft abzielt, alte bäuerliche Strukturen (z.B. Hecken), welche einmal mit Absicht und einem bestimmten Nutzen angelegt wurden, gedankenlos geopfert werden, oder wie durch neumodische Trends der Haus- und Gartengestaltung (z.B. Koniferen statt Obstbäume) das alte, zur Landschaft passende Ortsbild der Dörfer zerstört wird zugunsten eines gleichförmigen Einheitsstils. Dabei kritisiert er nicht grundsätzlich das Neue, sondern das Minderwertige und Unpassende; beispielsweise zeigt er in der Filmreihe “Die große Kunst, ein kleines Haus zu bauen” anhand mehrerer Beispiele, wie man heute ein modernes, funktionales, jedoch gut aussehendes und in die Landschaft gut integriertes Haus bauen kann. In seinen Filmen ist er selbst selten zu sehen, der Kommentar erfolgt stets als Voice-over. Charakteristisch dabei ist seine ruhige und langsame Sprechweise sowie seine melancholisch klingende Stimme. Durch eine sorgfältige Wortwahl mit teilweise recht drastischen Begriffen sind seine Aussagen jedoch sehr deutlich; beispielsweise spricht er von „Krüppelkoniferen“ und „Jodlerstil“ und bezeichnet eine flurbereinigte Landschaft als „hergerichtet“ und „hingerichtet“.”

Auf Youtube sind seit kurzem einige der Filme Wielands jederzeit abrufbar. Stellvertretend möchte ich einige auch hier einbinden.

Bauen auf dem Land

Der Jodlerstil

Grün Kaputt

Von Bäumen im Hochgebirge

 

Architektur: Refugien in der Natur

16 Nov

“Hütten” modern interpretiert

Gemeinhin könnte man das Gefühl bekommen, dass nur dort wo besonders viele Menschen auf einem Fleck versammelt sind – also in Städten – Architektur passiert. Aber die Realität sieht anders aus. Während Städte als Orte der steten Veränderung relativ aufnahmefähig sind, was wilde Stil- und Materialmixe angeht, so hat das Bauen in der Natur einen besonderen Anspruch. Das Gebäude muss seinen Platz in der gewachsenen Landschaft finden, sich integrieren und mit der Substanz traditionneller Baukultur harmonieren. Während das Land in der Vergangenheit im schlimmsten Falle nur die Sünden der städtischen Bauten und die Klischees des Landhausstils bedient hat – Jodlerbalkone (Zitat von Dieter Wieland) in Westfalen – findet heute vielerorts (Vorarlberg, Norwegen) innovatives Bauen mitten in der Natur statt. Insbesondere kleine Bauten haben für mich einen ungemeinen Reiz – deswegen möchte ich hier ein paar Lösungen anhand von Bildern vorstellen.

Refugium I – Triangle im Wald

Aufgeräumte Geometrien und vor allem das große Fenster in den Birkenwald mit Farnunterwuchs. Funktioniert besonders gut im Herbst und bei Nebel. Das “Allandale House” steht in Massachusetts und wurde von William O’Brian Jr geplant. Fotos via buzz-beast.com.

 

Refugium II – Holzstapel mit Innenleben

Von Hinten betrachtet wirkt das ganze wie ein normaler Holzstapel. Doch das Innenleben hat es in sich. Ein Photovoltaik betriebene Dusche, eine kleine Kochnische und die warme Atmosphäre eines mit Holz verkleideten Raums ermöglichen einen angenehmen Aufenthalt. Jungenträume 2.0. Da freut sich das Kind im Manne. Lab Zero Architects, Italien. Fotos: Alessandro Gadotti.

 

Refugium III – Heustadel mit neuem Kern

Ein interessantes Konzept wurde auch bei diesem Vorhaben realisitert. Ein alter hölzerner Heustadel im Schweizer Alpenraum wurde entkernt und mit einem neuen Betoninleben zu einem kleinen Ferienhaus umgebaut. Die gewachsene Baustruktur am Berghang bleibt erhalten. Durch die Ritzen der alten Verkleidung fällt das Licht spielerisch in den Innenraum – ein großes Fenster öffnet sich zum beeindruckenden Panorama auf der gegenüberliegenden Talseite. Raffaele Schärer Architects. Fotos: Tonatiuh Ambrosetti

 

Refugium IV – Schönes Funktionalitätswunder

Skandinavien ist bekannt für seine tausende Ferienhäuser. In diesem Falle ist es das nur wenig Kilometer von Helsinki entfernte Wochenendhaus einer Architektenfamilie. Auf kleinstem Raum sind alle wichtigen Funktionen untergebracht – inklusive schöner Detaillösungen wie dem gusseisernen Ofen. Touristisches Bauen muss also nicht immer ungehemmten Landschaftsverbrauch bedeuten – kleinräumige Wohlfühlatmosphäre statt kalter Leerstand. Verstas Architects, Finland. Fotos: Andreas Meichsner.

Quellen: blog.wanken.com & archdaily.com

 

 

 

 

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